Steuern sparen für Anfänger: Zehn Tipps für Start-ups

Steuern sparen für Anfänger: Zehn Tipps für Start-ups

Auch Start-ups müssen ihre Steuererklärung machen, und durch die Steuerreform 2016 ergeben sich einige Vorteile in punkto steuerlicher Absetzbarkeit. Mit diesen 10 Tipps können Jungunternehmer Steuern sparen.

Das Leben als Gründer ist vor allem in finanzieller Hinsicht hart: Gerade am Anfang braucht es viel Startkapital, bis der erste Umsatz generiert wird. Und ist der Cash Flow einmal da, klopft gleich der Fiskus an die Tür und fordert einen Obulus. Gut beraten ist, wer genau auf seine Finanzen schaut und sich von Beginn an mit den wichtigsten Fakten des Steuerrechts beschäftigt.

Ergänzend zu den Steuertipps in unserer Rubrik Steuern hat der StartupLeitner Axelerator – eine Initiative der LeitnerLeitner Wirtschaftsprüfer Steuerberater – speziell für Start-ups zehn Steuertipps für 2016 zusammengefasst. Inklusive Berücksichtigung der Steuerreform.

1. Abschaffung der Gesellschaftsteuer ab 1.1.2016

Mit der Gründung einer GmbH fallen Kosten an. Unter anderem ist 1% Gesellschaftsteuer vom eingezahlten Kapital abzuführen. Per 1.1.2016 wurde die Gesellschaftsteuer jedoch abgeschafft, was zu einer Stärkung der Eigenkapitalausstattung führen soll.

2. Forschungsprämie nutzen

Unternehmen erhielten bisher eine Forschungsprämie von 10% für Forschungsaufwendungen aus eigenbetrieblicher Forschung vom Finanzamt zurückerstattet. Ab dem 1.1.2016 steigt diese Prämie auf 12% und macht F&E-Vorhaben für Unternehmen noch attraktiver.

Prämienbegünstigt werden Aufwendungen zur Forschung und experimentellen Entwicklung. Das bedeutet, dass sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte und experimentelle Forschung im Produktions- und Dienstleistungsbereich gefördert werden. Dies betrifft auch bestimmte Softwareentwicklungen. Die Forschung muss in einem inländischen Betrieb oder einer inländischen Betriebsstätte erfolgen.

3. Erhöhung der steuerlichen Begünstigung bei Mitarbeiterbeteiligungen ab 2016

Generell können Beteiligungen am Unternehmen unentgeltlich oder verbilligt an Mitarbeiter abgegeben werden. Dafür steht ein steuerlicher Freibetrag pro Mitarbeiter und Jahr in der Höhe von 1.460 Euro zu.

Mit 2016 wurde der Freibetrag für Mitarbeiterbeteiligungen von 1.460 Euro auf 3000 Euro angehoben.

Es müssen dabei folgende zwei Kriterien erfüllt werden:

  • Dieser Vorteil muss allen Arbeitnehmern oder einer bestimmten Gruppe von Arbeitnehmern zukommen und
  • Die Beteiligung muss vom jeweiligen Mitarbeiter länger als fünf Jahre gehalten werden

4. Anschaffung von Elektroautos bis 40.000 Euro

Wer über die Anschaffung eines Firmenautos nachdenkt, sollte auch ein Elektroauto in Erwägung ziehen. Denn ab 1.1.2016 sind die Anschaffungskosten von Elektroautos im Gegensatz zu anderen PKW vorsteuerabzugsberechtigt. Der volle Vorsteuerabzug steht bei Anschaffungskosten bis zu 40.000 Euro netto zu. Der Vorsteuerabzug gilt auch für laufende Kosten im Zusammenhang mit dem Elektroauto.

Achtung: Es ist jedoch eine „Luxustangente“ zu beachten: ein Vorsteuerabzug kann nur für Anschaffungskosten bis 40.000 Euro voll genutzt werden. Betragen die Anschaffungskosten zwischen 40.000 Euro und 80.000 Euro, kommt es nur zu einem aliquoten Vorsteuerabzug. Überschreiten die Anschaffungskosten 80.000 Euro, entfällt die Möglichkeit des Vorsteuerabzuges ganz.

Des Weiteren entfällt mit 1.1.2016 der Sachbezug für Elektroautos, die als Dienstfahrzeuge genutzt werden. Als Sachbezug bezeichnet man im Arbeits-, Sozialversicherungs- und Steuerrecht solche Einnahmen aus dem Arbeitsverhältnis, die nicht in Geld bestehen. Der Sachbezug ist ein geldwerter Vorteil, der beim Arbeitnehmer lohnsteuerpflichtig ist.

Hinweis: Dies gilt nur für reine Elektroautos. Hybrid- und sonstige Fahrzeuge sind nicht eingeschlossen.

5. Registrierkassenprämie von 200 Euro

Mit 1.1.2016 startet die Registrierkassenpflicht für Unternehmer mit einem Jahresumsatz über 15.000 Euro und Barumsätzen über 7.500 Euro. Das gilt, wenn beide Umsatzgrenzen überschritten werden und keine Ausnahmeregelungen zur Anwendung kommen. Zur Losungsermittlung müssen alle Bareinnahmen mit einer elektronischen Registrierkassa, einem Kassensystem oder sonstigen elektronischen Aufzeichnungssystemen einzeln erfasst werden. Für die Anschaffung von Registrierkassen wird eine Prämie in der Höhe von 200 Euro gewährt.

Hinweis: Wurde bereits im Jahr 2015 in eine Registrierkasse investiert, kann bei der Steuererklärung 2015 eine Prämie in der Höhe von 200 Euro beantragt werden. Die Prämie wird dem Abgabenkonto gutgeschrieben.

6. Sozialversicherung

Die monatliche Höchstbeitragsgrundlage wird im Jahr 2016 EUR 4.860,- brutto pro Monat betragen. Dies entspricht einer Erhöhung von 210 Euro im Vergleich zum Jahr 2015.

7. Gutscheine für Mahlzeiten

Gutscheine für Mahlzeiten an Mitarbeiter sind bis 4,40 Euro pro Arbeitstag weiterhin steuerfrei, wenn sie nur am Arbeitsort oder zur Konsumation in einer Gaststätte eingelöst werden. Die Voraussetzung der „nahe gelegenen“ Gaststätte entfällt.

8. Geringfügigkeitsgrenze

Die Geringfügigkeitsgrenze wird jedes Jahr neu festgelegt. Für das Jahr 2016 liegt sie bei EUR 415,72 monatlich.

9. Umsatzgrenze für Kleinunternehmer

Als Kleinunternehmer gilt umsatzsteuerlich, wer einen Jahres-Nettoumsatz von bis zu 30.000 Euro erwirtschaftet. Dadurch ist der Unternehmer von der Umsatzsteuer befreit. Bei Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung darf folglich keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden. Gleichzeitig geht der Vorsteuerabzug für alle damit zusammenhängenden Ausgaben verloren.

Hinweis: Oft ist nicht ganz klar, ob die Kleinunternehmergrenze überschritten ist oder nicht. Bei einer GmbH ist der Zeitpunkt der Rechnungslegung relevant. Beim Einnahmen-Ausgaben Rechner ist das Datum des Zahlungseingang, beziehungsweise Zufluss des Entgelts ausschlaggebend.

Achtung: Beläuft sich der Umsatz knapp an der Kleinunternehmergrenze, sollte rechtzeitig geprüft werden, ob die Umsatzgrenze von 30.000 Euro netto im laufenden Jahr überschritten wird. Wird die Grenze innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren einmalig um 15% überschritten, ist dies unschädlich.

10. Ende der Aufbewahrungspflicht aus 2008

Zum 31.12.2015 läuft die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen, Belege und Geschäftspapiere des Jahres 2008 aus. Diese können ab 1.1.2016 vernichtet werden. In folgenden Fällen dürfen Unterlagen jedoch auch nach der siebenjährigen Aufbewahrungspflicht nicht vernichtet werden:

  • Unterlagen betreffend Gebäuden, für die ein Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde, sind – aufgrund der Ausweitung des Vorsteuerberichtigungszeitraumes – 22 Jahre aufzubewahren. Unterlagen für Gebäude, für die noch der zehnjährige Berichtigungszeitraum anwendbar ist, sind 12 Jahre aufzubewahren.
  • Unterlagen, die in einem anhängigen Beschwerdeverfahren von Bedeutung sind;
  • Unterlagen, die für eine allfällige zivilrechtliche Beweisführung notwendig sein könnten (zB Arbeits- und Bestandverträge, wesentliche Kaufverträge, etc).
  • Im Zusammenhang mit der seit 2012 anzuwendenden Immobilienbesteuerung empfehlen wir eine (unbefristete) Evidenzhaltung der Anschaffungs- und Herstellungskosten von Grundstücken und Gebäuden.
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