Steuererhöhungen in Tschechien

Steuererhöhungen in Tschechien

In Tschechien wurde Anfang 2013 die Umsatzsteuer und der Normalsteuersatz angehoben. Wer die Umsatzsteuerpflicht verletzt kann auf eine Liste unzuverlässiger Umsatzzsteuerzahler gesetzt werden. Bei der Einkommenssteuer wurde die Steuerprogression wieder eingeführt und die Grunderwerbssteuer angehoben.

Tschechien kämpft mit Rezession und hohen Schulden. So ist das Land 2012 in die Rezession gerutscht und auch für das heurige Jahr wird ein Rückgang der Wirtschaft um 0,3 Prozent prognostiziert. Im Vorjahr lag das Defizit bei fünf Prozent des BIP, doch es ist das deklarierte Ziel der Regierung das Budgetdefizit bereits 2013 auf drei Prozent zu senken. Um das zu erreichen, wird den hohen Schulden seit Jahresbeginn mit teils rigide Steuermaßnahmen entgegengewirkt.

Höhere Umsatzsteuer seit Jahresanfang

Der ermäßigte Umsatzsteuersatz wurde mit 1. Jänner 2013 von 14 Prozent auf 15 Prozent angehoben, der Normalsteuersatz von 20 auf 21 Prozent.

Liste unzuverlässiger Steuerzahler wird veröffentlicht

Das neue Umsatzsteuergesetz bedeutet auch für Unternehmen einige Neuerungen:
- So veröffentlicht die Steuerverwaltung eine Liste der sogenannten „unverlässlicher USt-Zahler“.
- Alle Konten die zur Geschäftstätigkeit der Unternehmen verwendet werden, müssen auf der Internetseite der Steuerverwaltung bekannt gegeben werden. Unter bestimmten Bedingungen kann ein Unternehmen sogar für die USt des Lieferanten bürgen. Dies kann passieren, wenn der Lieferant ein sogenannter „unverlässlicher USt-Zahler“ ist oder wenn der Abnehmer auf ein unveröffentlichtes Konto des Lieferanten zahlt.

Gefahr für Unternehmen zweimal die Ust zu zahlen

Im schlimmsten Fall kann es sein, dass ein Abnehmer zweimal die USt einbehält: Einmal in Form der üblichen Zahlung an den Lieferanten, zum zweiten Mal als Bürge an das Finanzamt. Um dieses Risiko zu vermeiden, sollten Unternehmen Zahlungen zugunsten keiner unveröffentlichten Konten leisten. Bei einer Geschäftsbeziehung mit einem „unverlässlichen USt-Zahler“ besteht die gesetzliche Möglichkeit, dass der Abnehmer nicht den vollen Preis inkl. USt an seinen Lieferanten zahlt, sondern die USt für den Lieferanten direkt an das Finanzamt abführt.

Die Steuerprogression wird wieder eingeführt

Die wichtigste Änderung bei der Einkommensteuer ist die Wiedereinführung der Steuerprogression. Besserverdiener unterliegen für die Zeit von 2013 bis 2015 einem sogenannten „Solidaritätsbeitrag“. Neben dem einheitlichen Einkommensteuersatz von 15 Prozent (gerechnet vom Superbruttoeinkommen, d.h. Bruttolohn zuzüglich Arbeitgeberbeiträge) wird das monatliche Bruttoeinkommen von über 103.536 CZK (etwa 4.000 Euro) einem zusätzlichen Solidaritätsbeitrag von 7 Prozent unterworfen.

Grunderwerbssteuer wurde erhöht

Der Grunderwerbsteuersatz wurde von 3 auf 4 Prozent erhöht, ebenso wurde eine Erhöhung der Quellensteuer gegenüber Residenten von Steueroasen auf 35 Prozent vorgenommen.

Nähere Informationen unter tpa-horwath.com/de/ueber-uns/partner/ing-petr-karpeles

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