Steuererhöhung: Topverdiener und Firmen werden am stärksten zur Kasse gebeten

Steuererhöhung: Topverdiener und Firmen werden am stärksten zur Kasse gebeten

Auch Unternehmen sollen deutlich mehr Steuern zahlen: Bis zu 635 Mio. Euro alleine 2014. Autofahrer mit 280 Mio. Euro belastet, Raucher mit bis zu 300 Mio. Euro.

Wirtschaft Insgesamt 535 Mio. Euro an Mehreinnahmen erwartet sich die Regierung im kommenden Jahr von der Wirtschaft, 100 Mio. Euro mehr sind es, wenn man auch die zusätzlichen Einnahmen aus der Bekämpfung von Steuer- und Abgabenbetrug dazuzählt. Die großen Brocken: für Konzerne wird die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen eingeschränkt (100 Mio. Euro), die Bankenabgabe wird neu berechnet (0,09 Prozent von der Bilanzsumme bis eine Mrd. Euro, 0,11 Prozent ab einer Bilanzsumme von 20 Mrd. Euro) und der Sonderbeitrag von 25 auf 45 Prozent angehoben (bringt 90 Mio. Euro). Gruppenbesteuerung und Gewinnfreibetrag werden eingeschränkt (je 50 Mio. Euro).

Autofahrer : Insgesamt 280 Mio. Euro mehr erwartet sich die Regierung 2015 von den Autofahrern. Wobei sowohl die Normverbrauchsabgabe auf Neuwagen teurer wird (plus 50 Mio. Euro), als auch die Motorbezogene Versicherungssteuer plus 230 Mio. Euro). Konkret wird die Nova neu berechnet und der Höchststeuersatz ab März von 16 auf 30 Prozent angehoben. Wobei im neuen Modell laut Regierungsangaben für Kleinwagen wie einen Golf TDI mit 105 PS deutlich weniger zu bezahlen sein wird (- 503 Euro), für einen Mercedes CLS mit 265 PS aber 1.400 Euro mehr. Von der Anhebung der motorbezogenen Versicherungsabgabe werden zwar auch Kleinwagen erfasst, aber weniger stark als PS-Starke Boliden: Für den erwähnten Golf sollen jährlich 50 Euro mehr fällig werden, für einen Mercedes SL mit 387 PS rund 500 Euro.

Raucher : Einmal mehr angehoben wird die Tabaksteuer - und zwar in vier Jahresschritten jeweils zum 1. März. Für heuer werden damit (inklusive zusätzlicher Umsatzsteuer auf Zigaretten) 80 Mio. Euro erwartet, 2015 190 Mio. Euro und ab 2016 jeweils 300 Mio. Euro).

Alkohol : Vergleichsweise gering fallen mit insgesamt 60 Mio. Euro die zusätzlichen Steuern auf Alkoholprodukte aus. So sind ab März 75 Cent Schaumweinsteuer für Sekt, Prosecco und Champagner zu bezahlen. Die Alkoholsteuer auf gebrannte Getränke (nicht Wein, Bier, Schaumwein) wird um 20 Prozent angehoben, wobei die Regierung betont, dass die entsprechenden Steuersätze seit 2000 nicht mehr angepasst wurden und die Inflation seither 30 Prozent ausmacht.

Gestaffelte Solidarabgabe für Topverdiener kommt

Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2014, dessen Begutachtungsentwurf mittlerweile öffentlich ist, wird die sogenannte Solidarabgabe sehr gut Verdienender für unbefristet erklärt. Eigentlich war der (gestaffelte) erhöhte Steuerbeitrag beim 13. und 14. Gehalt bis 2016 befristet gewesen. Nunmehr erwartet man sich aus diesem Posten weiter 75 Millionen jährlich.

Gewinnfreibetrag für Wertpapiere gestrichen

Einschränkungen gibt es beim sogenannten Gewinnfreibetrag. Diese Investitionsbegünstigung soll nur noch beim Erwerb von körperlichen Wirtschaftsgütern zur Anwendung kommen und damit nicht mehr bei Wertpapieren. Diese Neuregelung gilt für Wirtschaftsjahre, die nach dem 30. Juni diesen Jahres enden.

Hohe Gehälter können nicht mehr uneingeschränkt abgesetzt werden

Eingeschränkt wird die steuerliche Absetzbarkeit von Gehältern, die bisher unbeschränkt gilt. Nunmehr können diese nur noch bis zu einer Summe von einer halben Million als Betriebskosten abgesetzt werden können. Die Mehreinnahme für das Budget wird mit 60 Millionen bewertet.

Steuerliche Begünstigung für Golden Handshake fällt

Ein Aus droht den sogenannten "Golden Handshakes", die Arbeitnehmer zum Abschied aus einem Betrieb motivieren sollen. Ihre steuerliche Begünstigung fällt. Freiwillige Abfertigungen und Abfindungen, die bei oder nach Beendigung des Dienstverhältnisses anfallen, sollen mit dem vollen Tarifsteuersatz besteuert werden, wenn sie insgesamt ein Viertel der laufenden Bezüge der letzten zwölf Monate oder das Dreifache der monatlichen Höchstbeitragsgrundlage zur Sozialversicherung übersteigen.

GmbH-Gründer müssen wieder mehr zahlen

Unerfreuliche Nachrichten bringt das Abgabenänderungsgesetz auch für GmbH-Gründer. Die erst vergangenen Juli vollzogene Senkung des Mindeststammkapitals von 35.000 Euro auf 10.000 Euro wird revidiert. Heuer soll das 85 Millionen bringen, kommendes Jahr 95 Millionen. Für danach sinken die Einnahmenschätzungen bis hinunter auf 45 Millionen 2017. Kleine Erleichterung: Zunächst muss vom Gründer nur ein Betrag von 5.000 Euro in bar aufgebracht werden.

Pokern fällt nun unter das Glücksspielgesetz

Zu einer Änderung kommt es auch im Glücksspielgesetz. Poker fällt - wie beispielsweise Roulette oder Black Jack - künftig voll unter das Regime des Glücksspielgesetzes. Bis zu drei Konzessionen für je einen Pokersalon könnten erteilt werden. Ursprünglich war nur eine Pokerlizenz geplant gewesen.

Eine Steuer fällt mit dem Abgabenänderungsgesetz und zwar die Gesellschaftssteuer. Allerdings heißt es darauf noch eine Zeit warten, nämlich bis Anfang 2016.

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