Steuerbegünstigte Öffitickets für Gehaltsverhandlungen nutzen

Steuerbegünstigte Öffitickets für Gehaltsverhandlungen nutzen

Mit 1. Jänner 2013 wurden mit der „Pendlerförderung neu“ auch die Regelungen für das sogenannte Jobticket verbessert. Seither können Unternehmen jedem Arbeitgeber ein steuerfreies Jobticket für die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stellen. Das Jobticket kann so bei Gehaltsverhandlungen als Bestandteil der freiwilligen Gehaltserhöhung besser denn je eingesetzt werden.

Zur Förderung der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel wurde mit 1. Jänner 2013 für Unternehmen die Möglichkeit geschaffen auch, jenen Arbeitnehmern, die keinen Anspruch auf ein Pendlerpauschale haben, zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit einem öffentlichen Verkehrsmittel befördern zu lassen, ohne dass dies beim Arbeitnehmer zu einem steuerpflichtigen Sachbezug führt.

Um dieses sogenannte Jobticket zu erhalten, war es bis Ende 2012 noch Voraussetzung, dass dem Arbeitnehmer ein Anspruch auf die kleine oder große Pendlerpauschale zusteht. Diese Voraussetzung ist mit 1. Jänner 2013 weggefallen. Das heißt, dass ein Unternehmer auch Arbeitnehmern, denen keine Pendlerpauschale zusteht, ein steuerfreies Jobticket gewähren kann.

Streckenkarte für den Weg zur Arbeit und retour

- Dem Arbeitnehmer wird eine Streckenkarte für die Strecke Wohnung – Arbeitsstätte zur Verfügung gestellt. Eine Netzkarte ist nur möglich, wenn es für die betreffende Strecke keine Streckenkarte gibt bzw. die Netzkarte nicht teurer als die Streckenkarte ist.
Weiters zu beachten ist, dass
- die Rechnung für das Jobticket auf den Arbeitgeber ausgestellt ist und
- auf der Rechnung der Name des Arbeitnehmers aufscheint.

Für Wiener gibt es Monats- oder Jahreskarte als Jobticket

In Wien kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter eine Monats- oder Jahreskarte der Wiener Linien als steuerfreies Jobticket gewähren.

Reiner Kostenersatz ist nicht steuerlich absetzbar

Ein reiner Kostenersatz einer bereits vorhandenen Strecken- oder Netzkarte ist weiterhin nicht begünstigt und stellt einen steuerpflichtigen Sachbezug dar.

Das Jobticket kann seit Jahresbeginn auch übertragen werden. Zudem kann das Jobticket seither auch nur einzelnen Arbeitnehmern angeboten werden und nicht wie bisher nur allen oder einer bestimmten Gruppe von Mitarbeitern.
„Da kein Gruppenerfordernis mehr vorliegt, kann bei jedem einzelnen Mitarbeiter im Zuge der alljährlichen Gehaltsverhandlung das Jobticket als Instrument für Gehaltserhöhungen eingesetzt werden“, rät Wolfgang Höfle, Steuerexperte und Partner bei TPA Horwath.

Jobticket erspart Unternehmen bis zu 30 Prozent an Abgaben

Der Vorteil des Jobtickets ist, dass der dafür vom Unternehmer aufgewendete Betrag sowohl sozialversicherungs- als auch lohnsteuerfrei ist und auch Lohnnebenkosten wie Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds, Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag und Kommunalsteuer nicht anfallen. Somit erspart sich der Arbeitgeber bezüglich der Kosten des Jobticket Abgaben in Höhe von bis zu 30 Prozent bzw. fallen diese Abgaben nicht zusätzlich an. Sofern das Gehalt des Dienstnehmers bereits über der monatlichen Höchstbeitragsgrundlage (2013: 4.440 Euro) liegt, würde die Ersparnis bei rund 10 Prozent liegen.

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Das Jobticket wird auch nicht in die Bemessungsgrundlage für die vom Grundgehalt abhängige Lohn- und Gehaltsbestandteile (z.B. Sonderzahlungen, Überstunden, Zulagen) einberechnet.
Der Dienstnehmer erhält also den Betrag für das Jobticket brutto für netto ausbezahlt bzw. hat die Kosten für das Ticket nicht aus eigener Tasche und somit nicht aus versteuertem Geld zu tragen.

Durch Jobticket darf es zu keine Gehaltsumwandlung von bestehendem Gehalt kommen

Jobtickets dürfen nicht anstelle von kollektivvertraglich verpflichtenden Gehaltserhöhungen gewährt werden. Auch darf es zu keiner Gehaltsumwandlung von bereits bestehenden Gehaltsbestandteilen kommen. Sieht der Kollektivvertrag eine Ist-Lohnerhöhung vor, so müssen Dienstgeber mindestens die zustehende Gehaltserhöhung auf den bestehenden Gehalt gewähren. Soll der Dienstnehmer jedoch eine größere Gehaltserhöhung erhalten, so kann das Jobticket für den über die kollektivvertragliche Gehaltserhöhung hinausgehenden Betrag herangezogen werden.

Arbeitgeber können auch nur einen Teil der Kosten für das Jobticket übernehmen.

Sieht der Kollektivvertrag nur eine KV-Mindestlohnerhöhung vor, so müssen Dienstnehmer nur dann eine kollektivvertragliche Gehaltserhöhung gewähren, wenn das bestehende Ist-Gehalt niedriger ist als der (nach KV-Erhöhung) zustehende Kollektivvertragsgehalt. Bei einem überkollektivvertraglich bezahlten Mitarbeiter kann eine gewünschte Gehaltserhöhung mittels eines Jobtickets abgefangen werden.

Weitere Infos unter http://www.tpa-horwath.at/de/publikationen-news/newsletter/jobticket-und-gehaltsverhandlungen-neue-sparmoeglichkeit

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