Slowakei zieht die Steuerschraube an

Mehrere steuerliche Bestimmungen wurden in der Slowakei 2014 verschärft. Vor allem bei Schummeleien was die Umsatzsteuer betrifft, kennt der slowakische Fiskus seit Anfang 2014 kein Pardon mehr und droht bei falschen oder erst gar nicht eingereichten Daten mit hohen Strafen. Klein- und mittelständische Betriebe müssen erstmals Mindestkörperschaftssteuer zahlen.

Slowakei zieht die Steuerschraube an

Strengere Kontrollen bei Umsatzsteuer

Eine Neuerung betrifft die Pflicht der Umsatzsteuerschuldner. Diese müssen seit heuer eine sogenannte Kontrollmeldung bezüglich der Umsatzsteuer abgeben. Diese muss gemeinsam mit der Umsatzsteuervoranmeldung bei den Steuerbehörden elektronisch eingereicht werden und enthält detaillierte Informationen zu Eingangs- und Ausgangsrechnungen. Wer die Angaben nicht einreicht oder falsche Informationen angibt, muss mit hohen Strafen rechnen.

Körperschaftsteuer wurde leicht gesenkt und Mindestgrenze eingeführt

Der Körperschaftsteuersatz wurde von 23% auf 22% gesenkt.

Darüber hinaus wurde ab 1. Jänner 2014 eine Mindestkörperschaftsteuer, eingeführt.

Die drei Sätze für die Mindestkörperschaftsteuer:
- 480 Euro für Nicht-Umsatzsteuer-Zahler mit Umsätzen von bis zu 500.000 Euro.
- 960 Euro für Umsatzsteuer-Zahler mit Umsätzen von bis zu 500.000 Euro.
- 2.880 Euro für Unternehmen mit Umsätzen von über 500.000 Euro
Die Mindestkörperschaftsteuer kann jedoch in den drei darauffolgenden Jahren auf eine allfällige Steuerschuld angerechnet werden.

Steuerliche Verluste können vorgetragen werden

Seit 1. Jänner 2014 können steuerliche Verluste vier Jahre lang gleichmäßig vorgetragen werden. Dasselbe gilt für nicht verwendete steuerliche Verluste der Jahre 2010 bis 2013.

Neue Regelung bei Gewinnversteuerung von Immotransaktionen

Bei Beteiligungsveräußerung an einem Unternehmen, dessen Vermögen zu mehr als 50 Prozent aus slowakischen Immobilien besteht, ist der Veräußerungsgewinn in der Slowakei zu versteuern. Das gilt allerdings nur dann, wenn es dem jeweiligen internationalen Abkommen entspricht.

Dokumentation von Transferpreisen wurde verschärft

Die Frist für die Abgabe von Transferpreisdokumentationen wurde von 60 auf 15 Tage deutlich verkürzt. Zudem wurde die Definition einer Dienstleistungsbetriebsstätte eingeführt.

In welchen Fällen Quellensteuer abgeführt werden muss

Bei Zahlungen, die in Staaten erfolgen, mit denen kein Steuerabkommen besteht, wie beispielsweise Offshore-Länder, beträgt die Quellensteuer seit heuer 35 Prozent. Dies gilt allerdings nicht für Dividenden.

Für Mikro-Unternehmen können verkürzte Jahresabschlüsse bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang erstellt werden.

Weitere Infos zu dem Thema erhalten Sie unter:
Steuerliche Änderungen in der Slowakei 2014