Schweizer Banken werben schon wieder um US-Anleger

Schweizer Banken werben schon wieder um US-Anleger

Der Ärger des Schweizer Finanzplatzes mit der US-Justiz ist noch lange nicht ausgestanden. Doch Schweizer Banken und Vermögensverwalter forcieren wieder das Offshore-Geschäft mit den USA. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung.

Der „historisch beispiellose“ Ärger, den die Betreuung von US-Kunden dem Schweizer Finanzplatz eingebracht hat, kostete mehrere Institute die Existenz und hat das Ende des Schweizer Bankgeheimnisses in seiner bisherigen Form eingeläutet. Dennoch locken die Vereinigten Staaten wieder, so das Blatt.

Strenge US-Vorschriften werden bedacht

Bankenvertreter betonen, das Geschäft von heuer unterscheide sich fundamental von jenem, das vor wenigen Jahren die Probleme heraufbeschworen hatte. Die Gelder seien versteuert und die Angestellten hielten sich penibel an die amerikanischen Vorschriften.

Betreutes Vermögen von über zehn Milliarden Euro

Mittlerweile besitzen 34 Schweizer Finanzhäuser eine Lizenz der Börsenaufsicht SEC, um amerikanische Privatkunden aus dem Ausland zu betreuen. Auf 14,1 Mrd. US-Dollar (10,2 Mrd. Euro) summierten sich laut der Beratungsfirma „Aite Group“ die betreuten Vermögenswerte von US-Privatkunden. Deutlich weniger als vor der Krise. Doch längerfristig seien 100 Mrd. Dollar realistisch.

Dennoch bleiben mindestens 24 Schweizer Banker, Vermögensverwalter und Anwälte auf dem Radar der US-Strafverfolgungsbehörden. 12 von ihnen sind laut der „Schweiz am Sonntag“ zur Verhaftung ausgeschrieben und zwei weitere würden als „flüchtig“ gelten.

Zu letzteren gehörte auch der kürzlich in Italien verhaftete Ex-UBS-Banker Raoul Weil. Ob und wann der jüngst in Italien verhaftete Weil an die USA ausgeliefert wird, ist laut Schweizer Presseberichten unklar. Zum einen seien die Untersuchungsakten der US-Behörden noch nicht in Bologna eingetroffen. Zum andern verlautet aus dem Umfeld von Weils Anwälten, dass die vor fünf Jahren erhobene Anklage auf zu schwachen Beinen basiere.

Laut Schweizer Medien ist es gut möglich, dass die US-Justiz noch mehr Schweizer im Visier hat: Die amerikanischen Ermittlungsbehörden dürfen Anklageschriften „ziemlich lange“ unter Verschluss halten, und selbst die Angeklagten würden den Inhalt dann nicht kennen.

Von den 24 Angeklagten arbeitet oder arbeitete ein Drittel für die Großbank Credit Suisse (CS), die selbst im Visier der US-Behörden steht. Gegen alle liege ein Haftbefehl vor.

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