Regierung: Neue Gruppenbesteuerung, weniger Zahlungsverschiebungen

Regierung: Neue Gruppenbesteuerung, weniger Zahlungsverschiebungen

Geht es nach der Bundesregierung, werden Unternehmen ihre Zahlungsströme in Zukunft nicht mehr so einfach und steuerschonend hin- und herschieben können. Einerseits wird die Gruppenbesteuerung reformiert, andererseits können Zins- und Lizenzzahlungen nur dann verlagert werden, wenn sie trotzdem angemessen besteuert werden.

In einer Gruppe mit Auslandstöchtern muss künftig zumindest ein Viertel des inländischen Gewinns übrig bleiben und versteuert werden. Der restliche ausländische Verlust kann allerdings für spätere Jahre aufgehoben werden (Verlustvortrag).

Verluste von Tochterfirmen werden nur mehr in jenen Ländern berücksichtigt, mit denen Österreich eine "umfassende Amtshilfe" vereinbart hat. Das sind rund 70 Staaten, während bisher Gruppenbesteuerung für 92 Länder mit Doppelbesteuerungsabkommen halt.

Tochterfirmen in anderen Ländern, die vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes am 1. März schon zur Gruppe gehören, müssen per 1. Jänner 2015 ausscheiden. Die pauschale Vorauszahlung ab 2015 wird um 3,5 Prozent erhöht. Die Änderungen bei der Gruppenbesteuerung sollen dem Budget jährlich 50 Millionen Euro Mehreinnahmen bringen.

Neue Regelungen für Zinsen und Lizenzzahlungen

Außerdem dürfen Konzerne Zinsen und Lizenzzahlungen nur mehr dann unter Abzug von der eigenen Steuerbemessungsgrundlage an eine andere Firma leisten, wenn sie beim Empfänger "angemessen" besteuert werden. Ziel ist "die Vermeidung konzerninterner Gewinnverlagerungen mittels Zins- und Lizenzzahlungen in Niedrigsteuerländer oder in besondere Steuerregime". Das soll ab 2015 im Vergleich zu 2012 Mehreinnahmen von jährlich 100 Millionen Euro bringen.

Die Republik erhofft sich auch mehr Verfahren nach Geldwäschemeldungen, weil das aktuelle Verwertungsverbot für Finanzvergehen aufgehoben wird. Bisher konnte solche Meldungen nur nachgegangen werden, wenn bandenmäßige oder bewaffnete Begehung eines Finanzdelikts vorlag.

Die Verwaltungskosten für Unternehmen sollen hingegen um 13 Millionen Euro sinken. Insbesondere soll die Erhöhung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen von 150 auf 400 Euro rund 15 Millionen. Euro an Einsparungen bringen. Dafür gibt es aber auch Mehrkosten, etwa 2 Millionen für Notariatskosten.

Fruchtgenussrecht: So sichern Sie sich Einfluss und Einnahmen

Steuertipps

Fruchtgenussrecht: So sichern Sie sich Einfluss und Einnahmen

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Start-ups

Steuern sparen für Anfänger: Zehn Tipps für Start-ups