Neue FORMAT-Serie: So holen Sie sich Geld vom Staat zurück

Neue FORMAT-Serie: So holen Sie sich Geld vom Staat zurück

Seit März kann jeder Arbeitnehmer für das abgelaufene Steuerjahr 2012, und fünf Jahre davor, Geld vom Finanzamt zurückfordern. Lesen Sie in einer neuen Serie von format.at wie Sie am besten Steuern sparen. Im ersten Teil geht es um die Absetzbarkeit für Büromaterial, Handy, Computer, Dienstreisen und Umzügen.

Jeder Arbeitnehmer, der keine Steuererklärung macht, schenkt dem Staat jährlich zwischen 300 und 400 Euro im Jahr. Das bringt dem Finanzministerium Einnahmen von mehr als 180 Millionen Euro. Dabei ist es gar nicht schwer, sein Geld vom Finanzamt zurückzuholen. Wie das für das abgelaufene Steuerjahr 2012, und die Jahre davor geht. Im ersten Teil der neuen Serie erfahren Sie, wie Sie mit Werbungskosten Geld vom Staat zurückholen.

Werbungskosten

So holen Sie sich Geld für Büromaterial, Reisen, Handy & Co von der Steuer zurück

Werbungskosten sind der Klassiker zum Steuersparen. Jede Quittung für beruflich bedingte Ausgaben kann Geld sparen. Je nach persönlichem Einkommenssteuersatz bekommt man pro Betrag von 100 Euro eine Steuergutschrift zwischen 36,50 Euro und 50 Euro zurück. Dazu zählen etwa Büromaterial, Druckerpatronen, ein neues Handy, ein Computer oder Ähnliches.

Bis zu 50 Prozent der Kosten für den Computer zahlt der Fiskus

Für die private Nutzung eines Computers müssen 40 Prozent der Kosten, die für das Gerät bezahlt wurden, abgezogen werden. So hoch ist der vom Fiskus angenommene Privatanteil. Der Staat zahlt zwischen 36,5 Prozent und 50 Prozent von den restlichen - beruflich - genutzten 60 Prozeht.

Wie viel man jährlich absetzen kann, hängt von der Höhe des Anschaffungspreises ab. Alle Anschaffungen unter 400 Euro kann man sofort im Jahr der Anschaffung voll geltend machen. Die Kosten für teurere Investitionen müssen auf drei Jahre aufgeteilt werden, da man davon ausgeht, dass das Gerät drei Jahre genutzt wird.
In der Praxis heißt das, ein Laptop, der 1.000 Euro kostet, bringt drei Jahre lang einen Absetzposten von 200 Euro und damit eine effektive Steuerersparnis von bis zu 100 Euro. (Der Kaufpreis von 1.000 Euro abzüglich 400 Privatanteil ergibt 600 Abschreibungsbasis – aufgeteilt auf 3 Jahre ergibt 200 Abschreibung pro Jahr.) Achtung: Wer die Investition erst in der zweiten Jahreshälfte tätigt, kann im Anschaffungsjahr nur die halbe Abschreibung, also 100 Euro, geltend machen und so in diesem Jahr bis zu 50 Euro weniger Steuern zahlen.

Kosten für einen beruflich genutzten Internetanschluss zählen ebenfalls zu den Werbungskosten. Sofern eine genaue Abgrenzung gegenüber dem privaten Teil nicht möglich ist, können Sie die Aufteilung schätzen.

Für jene, die keine oder kaum Ausgaben haben, die sie geltend machen können, gibt es eine Werbungskostenpauschale von 132 Euro pro Jahr. Diese wird vom Arbeitgeber automatisch abgezogen.

Bei Reisen zahlt der Fiskus bis zu rund 14 Euro am Tag dazu

Wer beruflich reist und die Auslagen nicht von seinem Dienstgeber ersetzt bekommt oder ein Ein-Personenunternehmen ist, kann die Auslagen beim Finanzamt als Werbungskosten geltend machen. Sollte der Dienstgeber etwas dazuzahlen, ist dieser Ersatz abzuziehen.

Als Nächtigungskosten können für Reisen im Inland wahlweise pauschal 15 Euro abgesetzt werden oder die tatsächlichen Kosten der Nächtigung inklusive Frühstück.

Reisekosten können geltend gemacht werden, wenn das Reiseziel mindestens 25 Kilometer vom Dienstort entfernt ist. Als Taggeld können maximal 26,40 Euro pro Tag abgesetzt werden. Pro Stunde gilt ein Satz von 2,20 Euro ab einer Reisedauer von mindestens drei Stunden.

Wer beruflich ins Ausland reist, kann bei Reisen über die Grenze, die mehr als drei Stunden dauern, Spesen geltend machen. Als Stundensatz gelten 1/12 pro angefangener Stunde. Der Gebührensatz pro Tag ist gleich hoch wie im Inland. Die Höhe der Auslandsdiäten ist von Land zu Land verschieden unst ist in der Reisegebührenverordnung nachzulesen.

Allerdings dürfen dem Fiskus keine Reisekosten verrechnet werden, wenn die Tätigkeit länger als fünf Tage an einem Ort durchgehend stattfindet oder regelmäßig (mindestens einmal pro Woche) an einem Ort länger als 15 Tage dauert. In diesen Fällen dürften die Diäten nur für die ersten fünf Tage bzw. im zweiten Fall ingesamt für maximal 15 Tage pro Jahr geltend gemacht werden.

Generell ist der Fiskus bei Reisekosten relativ kleinlich. „Der berufliche Anteil der Reise muss von übergeordneter Bedeutung sein“, erklärt Wolfgang Piribauer, Steuerexperte der TPA Horwath. Die Auslagen, die beim Fiskus geltend gemacht werden, müssen mit Belegen und Aufzeichnungen genau dokumentiert sein.

Ausgaben für Bewerbungen absetzbar

Wer sich für einen neuen Job bewirbt, kann für seine Auslagen ebenfalls Geld vom Staat zurückverlangen. Fahrtkosten, wie etwa Kilometergeld, Tagesgeld und Nächtigungskosten (siehe oben) sind abzugsfähige Positionen.

Umzug: Der Staat zahlt mit

Wenn der Umzug aus beruflichen Gründen notwendig wird, zahlt der Staat etwas dazu. Das gilt beim erstmaligen Antritt eines Dienstverhältnisses, beim Wechsel des Dienstgebers, falls es durch den Dienstgeber zu einer dauerhaften Versetzung kommt oder mit dem Umzug ein unzumutbar langer Arbeitsweg vermieden wird. Die Gründung eines Zweitwohnsitzes gilt jedoch nicht als Umzug.

Zweitwohnsitz bei großer Entfernung absetzbar

Als Werbungskosten kann auch ein Wohnsitz am Arbeitsplatz von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Familienwohnsitz mehr als 120 Kilometer entfernt liegt und die Beibehaltung des Familienwohnsitzes nicht privat veranlasst ist. Das ist dann gegeben, wenn der (Ehe)-Partner pro Jahr Einkünfte von über 2.200 Euro am Familienwohnsitz hat oder die Verlegung des Familienwohnsitzes aus anderen Gründen unzumutbar ist. Das trifft bei kurzzeitig, befristeten Tätigkeiten an einem anderen Ort zu. Verheiratete Arbeitnehmer können den Familienwohnsitz in diesem Fall zwei Jahre lang beibehalten und die Kosten der doppelten Haushaltsführung steuerlich geltend machen. Alleinstehende können Kosten für einen Zweitwohnsitz absetzen, wenn sie maximal sechs Monate an einem anderen Ort arbeiten.

Zweiter Teil der Format-Serie: Steuertipps für Pendler

Weitere Informationen auch auf der Homepage: www.tpa-horwath.at/de/publikationen/so-bekommen-sie-ihr-geld-zurueck-service-fuer-ihre-mitarbeiter-das-kurzseminar-zur

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