Neue FORMAT-Osteuropa-Steuerserie: Die Neuerungen, 1. Teil Steuerparadies Albanien

Neue FORMAT-Osteuropa-Steuerserie: Die Neuerungen, 1. Teil Steuerparadies Albanien

Ganz kleine Firmen zahlen in Albanien seit heuer nur 179 Euro Steuern pro Jahr, mittelgroße zahlen nur 7,5 Prozent Einkommensteuer. Bis 30.000 albanische Lek Jahreseinkommen zahlt man überhaupt keine Einkommensteuer. Generell wird die Einkommenssteuer seit 2014 progressiv besteuert und beträgt für Unselbstständige maximal 23 Prozent. Die Körperschaftsteuer wurde angehoben, auch Zölle für Alkohol und Tabak. Zölle auf die Einfuhr von Erdölnebenprodukten wurden eingeführt.

Diese sieben steuerlichen Neuerungen sind 2014 in Albanien in Kraft getreten:

1. Bestimmte Leistungen und Ein- und Ausfuhren der Kohlenwasserstoff- und Gesundheitsbranche seit kurzem umsatzsteuerfrei

Seit 1. April 2014 sind Leistungen und Einfuhren einzelner Branchen umsatzsteuerfrei. Die Erbringung von sonstigen Leistungen im In- und Ausland und Einfuhr von Waren von Unternehmen in der Kohlenwasserstoff-Branche, die direkt mit der Explorationsphase in Zusammenhang stehen, und die Lieferung und Einfuhr von Arzneimitteln und Erbringung von Gesundheitsleistungen sind umsatzsteuerfrei. Zudem wurde die Frist für die Prüfung und Genehmigung eines Antrags auf Rückerstattung der Vorsteuer durch die Steuerbehörde wurde von 30 Tagen auf 60 Tage verlängert.

2. Körperschaftsteuer ab 57.000 Euro angehoben

Mit 1. Jänner 2014 wurde der Körperschaftsteuersatz für Gesellschaften mit einem Jahresumsatz über 8 Millionen albanische Lek (ca. 57.000 Euro) von 10% auf 15% angehoben. Banken können IFRS-Rückstellungen für Wertminderungen von Krediten nunmehr unlimitiert ansetzen, die Grenze gemäß Nationalbank entfällt.

3. Kleine und mittelgroße Firmen zahlen weniger Steuern

Mittelgroße Unternehmen (Jahresumsatz zwischen 2 Mio. und 8 Mio. albanische Lira (ca. 14.000 und 57.000 Euro) unterliegen nicht mehr der 10%igen persönlichen Einkommensteuer, sondern einer vereinfachten Einkommensteuer von 7,5%. Die Einhebung der Steuerschuld liegt nun bei der Generaldirektion für Steuern anstatt wie bisher bei den lokalen Behörden.

Kleinunternehmen mit einem Jahresumsatz unter 2 Mio. albanische Lek werden mit einem fixen Betrag von 25.000 Lek (ca. 179 Euro) besteuert. Der Betrag ist innerhalb der ersten sechs Monate des Folgejahres zu entrichten.

4. Einkommen nun progressiv besteuert

Einkünfte aus unselbständiger Arbeit werden nun anstatt der bisherigen 10%igen Einkommensteuer mit einem progressiven Tarif besteuert. Einkünfte zwischen 30.000 und 130.000 Lek (circa 215 und 930 Euro) werden mit 13% besteuert, der darüber hinausgehende Betrag mit 23%. Die ersten 30.000 Lek sind steuerfrei.

5. Gebäudesteuer für natürliche Personen

Natürliche Personen, die mehr als ein Gebäude besitzen, müssen eine Gebäudesteuer von 5 bis 30 Lek (ca. 0,04 bis 0,2 Euro) pro m² für das erste Gebäude zahlen und die doppelte Gebäudesteuer auf das zweite Gebäude.

6. Höchstbeitragsgrundlage für die Krankversicherung abgeschafft

Seit 1. Jänner 2014 gilt als Grundlage für die Berechnung der Krankenversicherung das Bruttogehalt. Die Höchstbeitragsgrundlage wurde abgeschafft. Darüber hinaus wurde eine neue Bemessungsgrundlage für die Krankenversicherung von Selbständigen und für die freiwillige Krankenversicherung für Arbeitslose eingeführt. Bemessungsgrundlage ist der doppelte gesetzliche Mindestlohn (zurzeit 19.026 Lek (ca. 136 Euro)) pro Monat.

7. Mit 1. April 2014 wurden Zölle auf die Einfuhr von Erdölnebenprodukten eingeführt.

8. Zölle auf Alkohol und Tabakprodukte wurden angehoben.

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