Nachhaltigkeitsbericht: Die neuen strengeren Regeln

Nachhaltigkeitsbericht: Die neuen strengeren Regeln

Die EU legt in ihren neuen Richtlinie die Latte für Nachhaltigkeitsberichte höher als bisher. Sie verlangt von Unternehmen die Auswirkungen ihrer Arbeit, in Bezug auf Umwelt und Soziales, auf die Gesellschaft verstärkt zu dokumentieren. Die Daten werden europaweit vergleichbar. Was sich ab 2017 ändert und was Unternehmen schon jetzt tun sollten.

In der EU müssen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in Zukunft fokussierter über ökologische und soziale Aspekte ihrer Unternehmensführung berichten. Aus Brüssel wird vorgegeben, dass die Richtlinien zur Dokumentation nicht-finanzieller Kennziffern bis 2017 in nationales Recht überführt sein muss. Betroffen sind davon in der EU rund 6000 Unternehmen, darunter auch viele Banken und Versicherungen.

Daten werden einheitlich - Transparenz von Unternehmen auf ein neues Level gebracht

Demnach sollen Unternehmen, die im öffentlichen Interesse stehen, in ihrem Geschäftsbericht ihre Strategien, Risiken und Ergebnisse in Bezug auf ökologische, soziale und mitarbeiterbezogene Aspekten offenlegen, und darlegen, was etwa sie zur Wahrung der Menschenrechte tun oder welche Maßnahme sie gegebenenfalls gegen Korruption und Bestechung setzen. Die neue EU-Richtline ist zwar nur sehr allgemein gehalten, dürfte aber doch starke Auswirkungen auf die Gestaltung der Berichte und den Umgang der Ressourcen der Unternehmen haben. Roland Strauss, Experte für interne Kontrollsysteme bei TPA Horwath: „Die neue Richtlinie wird eine neue Ära in der Nachhaltigkeitsberichterstattung einläuten." Seine Begründung: "Europaweit werden Unternehmen vergleichbare Nachhaltigkeitsdaten liefern und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Transparenz von Unternehmen wird so auf einen neuen Level gehoben, und durch die Beschäftigung mit dem Thema werden Unternehmen neue Impulse setzen.“

So hat die EU Richtlinien für Unternehmen betreffend Umwelt- und Klimaschutz, der Energie- und Ressourceneffizienz und dem Umgang mit Gefahrstoffen erstellt. So müssen international tätige Unternehmen die jeweils notwendige nationale Umsetzungen der EU-Richtlinien berücksichtigen, um rechtskonform zu handeln. Aber auch die Einhaltung interner Umwelt-, Verhaltens- und Sicherheitsstandards müssen künftig durch interne Berichts- und Kontrollsysteme gewährleistet und kontinuierlich überwacht werden.

EU-Richtlinie und internationale Berichterstattungsstandards bringen wichtige Neuerungen in der Unternehmenskommunikation:

Zu den wichtigen Berichterstattungsstandards zählen die Global Reporting Initiative (GRI) und der UN Global Compact.

- Die Auswahl der Themen in Bezug auf Nachhaltigkeit muss transparent gemacht werden.
- Unternehmen müssen detailliert über ihre Lieferkette und Lieferantenbeziehungen Auskunft geben und auch offenlegen, wie sie ihre Lieferanten aussuchen.
- Firmen müssen klar darlegen, welche Anti-Korruptionspolitik sie verfolgen.
- Berichte über Treibhaus-Emissionen müssen mit Hilfe von Managementinstrumenten gemessen werden.
- Der Managementansatz in Bezug auf Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung muss dargelegt werden.
- Die externe Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten wird wichtiger. Unternehmen, die sich einer solchen unterziehen, erhalten damit eine Art Gütesiegel.
- Unternehmen müssen genau dokumentieren, welchen Risiken sie in den Bereichen Umwelt, Soziales, Mitarbeiter, Menschenrechte ausgesetzt sind. So kann etwa angeführt werden, welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Geschlechtergleichstellung zu gewährleisten und welche Risiken bei der Bekämpfung von Korruption und Bestechung bestehen.
- Im Bereich Governance können je nach Berichtslevel, offen legen, wie das Lohnverhältnis zwischen dem bestbezahlten Angestellten zum Median der Löhne ist.
- Je nachdem welchen Level der Berichterstattung ein Unternehmen erreichen will, umso detaillierter müssen Offenlegungen in den Bereichen Organisation und Berichtswesen und das Engagement gegenüber den Stakeholdern erfolgen.

Wer künftig einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen muss:

Die EU-Vorgaben sind für
- große Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter und
- Unternehmen im öffentlichen Interesse
ab dem Geschäftsjahr 2017 verpflichtend.

Zwar gibt es für die Implementierung der Maßnahmen eine zweijährige Übergangsfrist. „Doch Unternehmen sollten sich schon jetzt mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen“, rät Strauss von TPA Horwath. So müssen Prozesse dafür erst entwickelt und implementiert werden. Beratungsunternehmen wie TPA Horwath unterstützen Unternehmen bei der Anwendung dieser Vorschriften und begleiten diese bei der Umsetzung der Themenauswahl und der Wesentlichkeitsanalyse, der Durchführung der Stakeholder-Dialoge und die zielgerichtete Verankerung erforderlicher Reporting- und Managementsysteme.

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