Mitarbeiter kosten Firmen deutlich mehr als in Deutschland

Mitarbeiter kosten Firmen deutlich mehr als in Deutschland

Für einen Euro Nettolohnerhöhung kommen auf ein Unternehmen Kosten von 2,6 Euro zu. Der Abstand zu Deutschland würde durch die Einführung der geplanten Reichensteuer, womit höhere Abgaben für Spitzenverdiener gemeint sind, noch stärker steigen.

Bei gleichem Bruttolohn haben Firmen in Österreich für ihre Mitarbeiter um rund zehn Prozent höhere Gesamtkosten als in Deutschland. Das gelte für alle Einkommensklassen. Bei höheren Einkommen bleibt den Mitarbeitern in Deutschland zugleich netto mehr in der Tasche, zeigt eine Vergleichsrechnung der Steuerberatungskanzlei Ecovis, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

45 Prozent des Einkommens gehen, schon bei niedrigeren Einkommen, für Steuern und Sozialabgaben darauf

Steuern und Sozialabgaben schlucken bei Einkommen von 2.000 Euro monatlich schon 45 Prozent des Betrages, den die Firma für den Mitarbeiter aufbringen muss, bei einem Einkommen von 600.000 Euro sind es derzeit gut 51 Prozent. Auch bei Lohnerhöhungen freuen sich Staat und Sozialversicherungen mehr als der Arbeitnehmer: für einen Euro mehr Nettolohn sind ein Euro an Steuern und Abgaben vom Arbeitnehmer sowie weitere 60 Cent Arbeitgeberbeitrag zu den Steuern und Abgaben fällig: In Summe kostet einen Arbeitgeber eine Gehaltserhöhung das 2,6-fache der Nettoerhöhung, "eine frustrierende Situation für beide Seiten", meint Ecovis-Geschäftsführer David Gloser.

Ecovis hat Abgaben bei einem Jahreseinkommen von 28.000, 70.000 und 600.000 in Österreich und Deutschland verglichen. Bei 28.000 Euro Brutto (2.000 Euro monatlich, Alleinerzieherin mit einem Kind) muss die Firma in Österreich mit allen Nebenkosten rund 36.800 Euro veranschlagen, in Deutschland nur 34.000 Euro. In dieser Rechnung hat die Mitarbeiterin allerdings netto mehr im Geldbörsel als in Deutschland: 20.600 Euro statt 19.200 Euro.

70.000 Euro Einkommen verursacht 90.500 Euro Kosten

Bei einem Jahreseinkommen von 70.000 Euro (5.000 Euro monatlich, Alleinverdiener mit zwei Kindern) hat die Firma in Österreich 90.500 Euro an Kosten, in Deutschland 82.750 Euro. Trotzdem bleibt dem Arbeitnehmer in Österreich mit 43.300 Euro netto weniger als in Deutschland (45.100 Euro).

Bei Hochverdienern wächst die Mehrbelastung durch die von der Regierung im Rahmen des Abgabenänderungsgesetzes geplante Zusatzsteuer auf Einkommen über 500.000 Euro weiter: Derzeit wächst ein Bruttojahreslohn von 600.000 Euro (etwa 42.900 Euro monatlich) in Österreich auf Gesamtkosten von 670.000 Euro. Wenn Einkommen über 500.000 Euro nicht mehr steuerlich abzugsfähig sind, kommen noch einmal 25.000 Euro Körperschaftssteuer (KÖSt) dazu - macht dann Gesamtkosten von 695.000 Euro. In Deutschland muss die Firma zum Vergleich mit 619.000 Euro rechnen. Netto bleiben dem Österreicher 326.700 Euro, dem Deutschen 340.800 Euro.

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