Mehrwertsteuer in Italien auf 22 Prozent erhöht

Mehrwertsteuer in Italien auf 22 Prozent erhöht

Italien hat heute Dienstag die Mehrwertsteuer angehoben. Benzinpreise und Lebensmittel werden in Italien teurer. Wirtschaftsexperten befürchten nun einen Dämpfer für den Konsum. Dank dieser Steueranhebung sollen nächstes Jahr 4,2 Mrd. Euro mehr ins Budget fließen.

Die Bemühungen um eine Abwendung der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer IVA sind in Italien gescheitert. Ab heute steigt die Mehrwertsteuer in Italien auf 22 Prozent, das ist ein Prozentpunkt mehr als bisher. Kaufleute, Handwerker und Unternehmen werden daher ihre Preise nach oben revidieren. Dank der höheren Mehrwertsteuer werden noch dieses Jahr zusätzliche 1,6 Mrd. Euro in die Staatskassen fließen, schätzen Experten. Im kommenden Jahr sollten es 4,2 Mrd. Euro sein.

Der Industriellenverband Confindustria warnte vor den drückenden Auswirkungen der höheren Mehrwertsteuer auf den ohnehin schon schwachen Konsum. Benzin und Lebensmittel werden teurer. Laut Schätzungen des Handwerkerverbands CGIA wird die höhere Steuer vor allem den Konsum von Möbeln, Elektrogeräten, Kleidung und Schuhen belasten. Auch bei der Instandhaltung von Pkw und Motorroller werden die Italiener noch mehr als bisher sparen.

2011 hat Berlusconi bereits die Mehrwertsteuer erhöht

"Die Mehrwertsteuer-Erhöhung wird dramatische Auswirkungen auf Klein- und Mittelunternehmen haben, die ohnehin schon wegen des hohen Steuerdrucks, der erdrosselnden Bürokratie und des Konsumrückgangs arg unter Druck geraten sind", kommentierte CGIA-Sekretär Giuseppe Bortolussi. Zuletzt hatte die Regierung Berlusconi im Rahmen eines drakonischen Sparprogramms im September 2011 die IVA von 20 auf 21 Prozent erhöht.

Drei-Prozent-Defizit soll mit Steuererhöhung erreicht werden

Premier Enrico Letta betonte, die IVA-Steigerung sei unabwendbar, wolle Italien das Ziel eines Drei-Prozent-Defizits bis Jahresende erreichen. Laut der Genossenschaft Coop werde die IVA auf 22 Prozent zu einer Preiserhöhung von durchschnittlich 0,4 Prozent führen.

Einige Unternehmen signalisierten guten Willen. Der schwedische Möbelhersteller Ikea erklärte, er werde wegen der höheren Mehrwertsteuer seine Preise nicht erhöhen. Den selben Beschluss fasste auch die Supermarktkette Esselunga.

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