Liechtenstein kommt Steuerabkommen mit Österreich näher

Liechtenstein kommt Steuerabkommen mit Österreich näher

Die Regierung in Liechtenstein hat das Gesetz zur Umsetzung des Steuerabkommens mit Österreich, das ab Anfang kommenden Jahres gelten soll, heute, Donnerstag, an das Parlament weitergeleitet.

Das Gesetz enthält die Abgeltungssteuer und Steuersätze zur Legalisierung unversteuerter Vermögen von Österreich im Nachbarland. Hierzulande ist das Abkommen schon endgültig beschlossen.

Das Abgeltungssteuerabkommen gewährleiste eine umfassende Regelung der steuerlichen Zusammenarbeit durch die Regularisierung der Vergangenheit und stelle die grenzüberschreitende Steuerkonformität für die Zukunft sicher, teilte die Regierung in Vaduz am Donnerstag laut sda mit.

Die Vereinbarungen Österreichs mit den beiden westlichen Nachbarstaaten besagen wie berichtet, dass Kapitalerträge österreichischer Staatsangehöriger mit 25 Prozent besteuert werden. Durch Einmalzahlungen wird zudem ein Schlussstrich unter bisher unversteuerte Vermögen gezogen.

Erste Tranche im Umfang von 416,7 Millionen Euro

Aus der Schweiz bekam die Republik Österreich von Jahresstart heuer bis Juli dank des bereits bestehenden Steuerabkommens mit der Eidgenossenschaft in einer ersten Tranche 416,7 Mio. Euro überwiesen. An Einkünften aus dem Deal mit der Schweiz hatte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) für heuer eine Milliarde Euro als Abschlagszahlung für vergangene Fälle budgetiert.

"Das Schweizer Geld kommt heuer, das Geld aus Liechtenstein 2014, was die Abgeltung der Vergangenheit betrifft", sagte die Finanzministerin zuletzt.

Bei einer Legalisierung von bereits in Liechtenstein liegendem Geld beträgt der Mindeststeuersatz 15 Prozent auf den Vermögensbestand, der Höchststeuersatz grundsätzlich 30 Prozent. Bei besonders hohen Vermögen können es 38 Prozent sein - genauso wie zwischen der Schweiz und Österreich. Die Einmalzahlungen aus Liechtenstein sollen im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2014 nach Österreich fließen.

Auch Stiftungen werden erfasst

In einem Punkt geht das heimische Abkommen mit Vaduz weiter als jenes mit Bern: Auch Stiftungen in Liechtenstein - und nicht nur Kapitalvermögen von Österreichern bei Banken - werden im Gegensatz zur Vereinbarung mit der Eidgenossenschaft steuerlich erfasst.

Unterzeichnet war das Abkommen Ende Jänner in Vaduz worden. Fekter erhoffte sich damals ab Mitte 2014 einige hundert Millionen Euro aus Liechtenstein.

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