Kroatien: Steuern auf Yachten bald deutlich höher

Kroatien: Steuern auf Yachten bald deutlich höher

Die kroatische Regierung will die Zahl der im Land registrierten Yachten und Boote vor dem EU-Beitritt kräftig erhöhen. Um das zu erreichen, hat sie bis 31. Mai 2013 eine Übergangsregelung geschaffen und die Einfuhrumsatzsteuer auf fünf Prozent beschränkt.Dann wird die Einfuhr schlagartig teurer.

Eigner von Booten und Yachten sollten sich beeilen. Denn der Beitritt Kroatiens zur EU bringt auch für Boots- und Yachtbesitzer Veränderungen. Eigner müssen künftig eine Einfuhrumsatzsteuer von 25 Prozent zahlen. Doch bis 31. Mai 2013 gibt es eine Gnadenfrist. Jeder Eigner, der bis dahin sein Boot oder seine Yacht in Kroatien versteuert, zahlt (seit Jahresanfang) bis 31. Mai nur fünf Prozent Einfuhrumsatzsteuer.

Bisher musste man gar keine Steuern für die Einfuhr zahlen

Bisher galt für Boote ausländischer Eigner eine sogenannte vorübergehende Einfuhr, für die keine Umsatzsteuer gezahlt werden musste. Mit EU-Beitritt muss für Schiffe, die bisher in der EU noch nicht der Umsatzsteuer und (allenfalls) Verzollung unterzogen wurden, das nachgeholt werden. Zur Einfuhrumsatzsteuer kommen, wenn kein EU-Ursprung des Bootes in dem es bisher gelegen ist, noch 1,7 Prozent Zollabgaben. (Siehe auch untenstehende Infos: So funktioniert die Nachversteuerung).

Werden Steuern ordungsgemäß abgeführt, gilt das Boot damit zum Zeitpunkt des EU-Beitritts offiziell steuerrechtlich als Beitrittsware und ist damit EU-versteuert. Die Zolldeklaration hat durch einen in Kroatien befugten Spediteur zu erfolgen.

Das ist für die Umsatzsteuererklärung nötig:

- Status der vorübergehenden Einfuhr in Kroatien
- OIB-Nummer
- Eigentümer-Nachweis
- EUR 1 Formular zum Nachweis des EU-Ursprungs – nicht älter als 4 Monate (zur Vermeidung der Verzollung)
- Löschungsnachweis aus dem österreichischen Register
- Registrierung in Kroatien bis zumindest 31.Mai 2013.

Doch es wird auch künftig aller Voraussicht nach eine Ausnahme geben. Kroatien hat der EU einen Gesetzesentwurf vorgelegt, wonach alle Schiffe, die älter als acht Jahre sind, gar nicht versteuert werden müssen. „Es wird damit gerechnet, dass die Regelung in Kürze in Kraft tritt. Eigner solcher Schiffe sollten daher abwarten, statt jetzt von der Übergangsregelung Gebrauch zu machen“, rät Leopold Brunner, Partner der Steuerberaterungskanzlei TPA Horwath http://www.tpa-horwath.at/de/ueber-uns/partner/leopold-brunner

http://www.tpa-horwath.at/de/ueber-uns/partner/leopold-brunner

Zum Vergleich: In Österreich unterliegt die Einfuhr von Schiffen aus einem Drittland grundsätzlich 20 Prozent Einfuhrumsatzsteuer.

So funktioniert die Nachversteuerung:

1. Eigner müssen zur Nachversteuerung unter kroatische Flagge wechseln und ihr Boot im kroatischen Yacht-Register eintragen lassen. Nach der Versteuerung müssen die Schiffe nicht unter kroatischer Flagge bleiben. Allerdings müssen die Eigner erneut bürokratischen Aufwand betreiben und auch die anfallenden Gebühren tragen.

2. Der Eigner muss sich im Steuerregister des kroatischen Finanzministeriums eintragen lassen.

3. Berechnungsgrundlage für die Nachversteuerung ist der Zeitwert des Schiffes. Dieser muss nicht mit einem Gutachten festgelegt werden, es reichen Angaben des Eigners. Erscheinen diese Wertangaben den kroatischen Behörden als zu niedrig, behalten sie sich vor, Preise nach gängigen Gebrauchtboot-Preislisten des Auto- und Boots-Fahrzeugbewerters Eurotax. anzusetzen.

4. Für die nötigen Schritte zur Nachversteuerung kann der Eigner Speditionen, Marinabetreiber, Charterfirmen oder Berater beauftragen. Bedingung ist, dass sie in Kroatien ihren Sitz haben. Eine offizielle Liste des Ministeriums geeigneter Firmen wird es nicht geben. Die Gebühren der Agentur kann diese selbst bestimmen, deshalb sollten Eignern unbedingt die Preise vergleichen.

5. Die Höhe der Steuer beträgt 5 Prozent, dazu kommen – falls kein EU-Ursprung des Eigners - Zollabgaben in Höhe von 1,7 Prozent.
6. Weitere Nebenkosten der Nachversteuerung entstehen für die Eintragung ins Schifffahrtsregister, Verwaltungsgebühren etc. Zurzeit wird die Gebührenordnung überarbeitet, die Preise sollen deutlich sinken, ein Boot über 12 Meter Länge würde dann wohl 700 Euro Gebühren kosten, darunter sind nur 20 Euro im Gespräch. Dazu kommt die Bezahlung der Agentur, Spedition u. Ähnliches, die für den Eigner die Behördengänge abnimmt. Diesen kann die Firma selbst bestimmen, zurzeit kursieren als erste Anhaltswerte Kosten von etwa 1 Prozent des Zeitwertes der Yacht. Sobald der Redaktion mehr Modelle vorliegen, werden wir diese veröffentlichen.

7. Falls die eigene Yacht schon versteuert war, werden als Nachweis nur offizielle Versteuerungspapiere oder Original-Rechnungen akzeptiert. Gebrauchtboot-Verträge zwischen Eignern, in denen lapidar steht, "die Mehrwertsteuer wurde entrichtet" oder Ähnliches werden nicht akzeptiert!
8. Die Frist für die Nachversteuerung läuft am 31. Mai 2013 aus. Wer bis dahin nicht den Antrag auf Nachversteuerung abgegeben hat, muss dies zum üblichen kroatischen Mehrwertsteuersatz von 25 Prozent tun.

Weitere Informationen auch auf der Homepage: Weitere Informationen auch auf der Homepage: http://www.tpa-horwath.at/de/publikationen/newsletter/kroatien-aenderungen-zum-jahreswechsel-20122013-und-eu-beitritt-kroatiens

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