Jagd auf deutsche Steuersünder: 3,5 Millionen für CD's

Die Steuerfahnder aus Nordrhein- Westfalen haben 3,5 Mio. Euro für drei Sets von Datenträgern mit Informationen über Kunden von in der Schweiz tätigen Banken gezahlt. Das berichtete das Schweizer Wirtschaftsmagazin “Bilanz” am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher genannte Justizkreise aus Deutschland.

Jagd auf deutsche Steuersünder: 3,5 Millionen für CD's

Konkret soll es dabei um Kunden von der UBS AG, von Coutts, einer Tochter der Royal Bank of Scotland Group Plc (RBS), und von der Schweizer Tochter von Merrill Lynch gehen.

Die Steuerbehörden hätten Daten zu mehr als 1000 Kunden der UBS, zu fast 1000 Kunden von Coutts und einer “wesentlich kleineren” Menge von Merrill-Kunden erhalten.

Die Ermittler untersuchen unter anderem die Geschäfte der Firma Corpboard Ltd., einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der UBS, mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln in der Karibik, schrieb Bilanz. Die Firma biete zusammen mit Liechtensteiner Treuhändern ihre Dienste in Singapur und Hong Kong bei der Einrichtung von Trusts und Stiftungen an.

“Die UBS hat ihre Stiftungs-Geschäfte im Sommer 2009 neu strukturiert und bietet deutschen Kunden keine neuen Stiftungen mehr an”, erklärte die UBS in einer Stellungnahme am Donnerstag. Trusts und Stiftungen seien nur noch für bestimmte Märkte zulässig und würden einer strengst-möglichen Aufsicht unterzogen werden. Im Blick seien dabei vor allem Geldwäsche und Steuerdelikt.

Coutts-Sprecherin Olivia Phillips erklärte, dass sich die Bank der anhaltenden Medien-Spekulationen mit Bezug auf einen potenziellen Bruch von Kundendaten-Geheimnissen bewusst ist. Eigene Untersuchungen hätten jedoch bislang keine entsprechenden Anhaltspunkte zu Tage gebracht.