Grunderwerbsteuer: Das ändert sich ab 1. Juni 2014

Grunderwerbsteuer: Das ändert sich ab 1. Juni 2014

Die Steuerexperten von TPA Horwath fassen die geplanten Änderungen für Familien bei der Grunderwerbssteuer zusammen und geben nützliche Tipps, in welchen Fällen man Liegenschaften noch vor dem Stichtag 1. Juni übertragen soll und wann es besser ist noch bis zum Stichtag zu warten.

Die Änderungen bei der Grunderwerbssteuer:

1. Familienkreis

Übertragungen innerhalb der Familie sind weiterhin begünstigt. Das bedeutet: Als Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer gilt weiterhin der dreifache Einheitswert. Maximal sind jedoch 30 Prozent des gemeinen Wertes (de facto der Verkehrswert) heranzuziehen. Weiters ist im Familienkreis der Steuersatz mit 2 % der Bemessungsgrundlage gegenüber dem allgemeinen Tarif von 3,5 % reduziert.

Die Regierungsvorlage sieht jedoch eine spürbare Verkleinerung des begünstigten Familienkreises vor. So sind Geschwister, Nichten, Neffen, Verschwägerte oder Pflegekinder beispielsweise nicht mehr im aktuellen Gesetzesentwurf enthalten. Zur Familie im Sinne des Grunderwerbsteuer zählen gemäß aktuellem Entwurf nun:

 Der Ehegatte;
 Der eingetragene Partner;
 Der Lebensgefährte, sofern ein gemeinsamer Haushalt besteht oder bestanden hat;
 Der Elternteil;
 Ein Kind, Enkelkind, Stiefkind, Wahlkind oder Schwiegerkind des Übergebers.

Im Wesentlichen wird so der schon bisher definierte Familienkreis um Lebensgefährten erweitert. Eine Lebensgemeinschaft setzt unter anderem eine Wohngemeinschaft voraus. Der Familienbegriff ist letztlich aber enger als im Gerichtsgebührengesetz definiert.

TPA Horwath-Tipps:

Bei Rechtsgeschäften, insbesondere innerhalb der Familie, ist genaue Planung geboten:

- In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, mit der Übertragung von Vermögen bis zur Geltung der neuen Rechtslage zuzuwarten, dies gilt insbesondere im Fall von entgeltlichen Übertragungen im kleineren Familienverbund.

- Schenkungen im größeren Familienkreise, zB an den Bruder oder die Schwester, Neffen oder Nichte sollten noch vor dem In-Kraft-Treten des Gesetzes, also vor dem 1. Juni 2014 durchgeführt werden.

- Auch bei aufschiebend bedingten Rechtsgeschäften ist der optimale Zeitpunkt zu beachten, weil hier die Rechtslage bei Eintritt der aufschiebenden Bedingung relevant ist: Je nachdem, welche Rechtslage „gewünscht“ ist, sollte die aufschiebende Bedingung daher entweder vor oder nach dem 31.Mai 2014 eintreten.

2. Freibetrag

Für unentgeltliche Betriebsübertragungen sieht das Gesetz, wie bisher bereits im Mineralentwurf vorgesehen, einen Freibetrag von 365.000 Euro vor.

In der Regierungsvorlage ist die Begünstigung für entgeltliche Übertragungen nun nicht mehr enthalten. Vielmehr definiert § 3 Grunderwerbsteuergesetz nunmehr den „unentgeltlichen Erwerb“ neu und schränkt die Anwendung des Freibetrages auf diese Fälle ein.

Die mehrfach vorgebrachten Erleichterungen für Umstrukturierungen außerhalb des Umgründungssteuergesetzes sowie für Erleichterungen bei Zuwendung von Liegenschaftsvermögen an Privatstiftungen sind in der Regierungsvorlage nicht enthalten.

Weitere Informationen erhalten Sie von den beiden
TPA Horwath-Steuerexperten Karin Fuhrmann und Gottfried Sulz.

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