Für Unternehmen: Die besten Steuertipps zum Jahresende

Für Unternehmen: Die besten Steuertipps zum Jahresende

Das Jahresende naht und mit ihm nahen auch die letzten Möglichkeiten die Steuerlast für das heurige Jahr noch rasch zu senken. FORMAT erklärt Ihnen gemeinsam mit den Steuerexperten von TPA Horwath in einer zweiteiligen Serie worauf es ankommt. Im ersten Teil gibt es Tipps für Ein- und Ausgabenrechner und Bilanzierer. Einige der Tipps gelten auch für Dienstnehmer mit Nebeneinkünften.

"Weihnachtsgeld" für Unternehmer

Ein echtes Steuergeschenk vom Fiskus ist für Einnahmen-Ausgaben-Rechner und Bilanzierer der Gewinnfreibetrag. Auf diese Weise kann der Jahresgewinns bis zu einer Höchstgrenze von 45.350Euro steuerfrei gestellt werden, wenn heuer noch in bestimmte Anlagengüter und/oder Wohnbauanleihen investiert wird.


Der Gewinnfreibetrag beträgt:

  • 13 Prozent bis zu einem Gewinn von 175.000 Euro
  • 7 Prozent für den Gewinnteil zwischen 175.000 und 350.000 Euro
  • 4,5 Prozent für den Gewinnteil zwischen 350.000 und 580.000 Euro

Bis zu 22.675 Euro pro Jahr Steuern sparen

Ergibt einen maximalen Gewinnfreibetrag von 45.350 Euro und eine maximale Steuerersparnis von 22.675 Euro. Der Freibetrag kann bis zu einem Gewinn von 30.000 Euro geltend gemacht werden, selbst wenn nichts investiert wird. Wer mehr verdient, muss entsprechende Investitionen leisten. Die Finanz akzeptiert Investitionen wie in Maschinen oder Büromöbel. Doch die Finanz nimmt es genau. So werden Lkws anerkannt, Pkws nicht, ebenso keine gebrauchten Anlagen. Die einfachste Lösung bieten Wertpapiere. Allerdings sind seit der Reform des Gewinnfreibetrags nur noch Investments in Wohnbauanleihen möglich. Im Schnitt deutlich renditestärkere Anleihen- und Mischfonds und Schuldverschreibungen staatsnaher Unternehmen und Bankenanleihen wurden von der Liste gestrichen.

Wertpapiere für Firmen interessant

Seit der Einführung der „Wertpapier-KESt“ kann es steuerlich vorteilhafter sein Investments dem Betriebsvermögen und nicht dem Privatvermögen zugeordnen. So kann man Kaufspesen vom Gewinn abziehen und es gibt eine erweiterte Verlustverrechnungsmöglichkeit.

TPA Horwath Tipp: Um Investitionen in ausreichender Höhe zu tätigen, ist eine Gewinnprognose für 2014 empfehlenswert. Beachten Sie, dass die Investitionen noch heuer getätigt werden müssen. Außerdem könnten Wohnbauanleihen gegen Jahresende knapp werden bzw. die Einstiegskurse steigen und so den Kaufpreis empfindlich verteuern.

Durch Vorauszahlungen Steuern senken

Das steuerpflichtige Einkommen von Einnahmen-Ausgaben-Rechnern kann auch durch Vorauszahlungen gesenkt werden. Etwa indem man Betriebsausgaben vor dem 31. Dezember zahlt und diverse Vorauszahlungen leistet. Oder man stellt bestimmte Rechnungen erst im neuen Jahr.
TPA Horwath Tipp: Beachten Sie jedoch die fünfzehntägige Zurechnungsfrist für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben.

Spenden steuerlich absetzbar

Spenden aus dem Betriebsvermögen sind bis höchstens 10 Prozent des steuerlichen Gewinnes des laufenden Wirtschaftsjahres steuerlich als Betriebsausgaben absetzbar. Alle Beträge, die darüber hinausgehen können als Sonderausgaben abgesetzt werden, soweit diese, gemeinsam mit den Privatspenden 10 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte nicht übersteigen. Die aktuellen Listen der begünstigten Spendenempfänger finden Sie auf der Homepage des Finanzministeriums.

TPA Horwath Tipp: In Katastrophenfällen können Geld- und Sachspenden steuerlich ohne 10-prozentige Höchstgrenze als Betriebsausgaben abgesetzt werden, sofern diese mit einem Werbeeffekt verbunden sind. Der Werbeeffekt muss mit Berichten in Zeitungen, Homepages, Fotos
etc. dokumentiert werden.

Neue Selbständige sollten auf Versicherungsgrenze achten

Neue Selbständige (zb. Gutachter, Sachverständige, Aufsichtsräte, Stiftungsvorstände, Vortragende, Autoren, Journalisten, Schriftsteller, EDV-Programmierer, technische Zeichner, Kommanditisten einer KG bzw. KEG etc. bzw. Personen, die eine gewerbliche Tätigkeit ohne Gewerbeberechtigung nachgehen) müssen, wenn sie eine bestimmte Versicherungsgrenze im laufenden Kalenderjahr bis zum Jahresende überschreiten, das bei der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft melden. Ansonsten wird ein Strafzuschlag von 9,3 Prozent fällig.

  1. Einkünfte in der große Versicherungsgrenze dürfen 6.453,36 Euro pro Jahr nicht überschreiten.
  2. Bei der kleinen Versicherungsgrenze dürfen 4.743,723.881,52 Euro im Jahr 2014 nicht überschritten werden

TPA Horwath Tipp: Einnahmen-Ausgaben-Rechner können, wenn sie knapp daran sind die Versicherungsgrenze zu überschreiten, das verhindern, indem sie einzelne Rechnungen erst im nächsten Jahr stellen.

Wie man Gewinne glättet, um hohe Steuern zu vermeiden

Um Steuerspitzen zu vermeiden, sollte das Einkommen in verschiedenen Jahren möglichst wenig schwanken. Die Gefahr: Man zahlt in einem Jahr hohe Steuern und rutscht unter Umständen im nächsten Jahr ins Minus und kann so gar nicht alle Absetzbeträge ausnützen. Arbeitnehmer mit kleinem Nebeneinkommen dürfen jährlich 730 Euro (Einnahmen minus Ausgaben) steuerfrei dazuverdienen. Bis zu Nebeneinkünften in Höhe von Euro 1.460 gibt es eine Einschleifregelung Werden Nebeneinkünfte von mehr als Euro 1.460 ist der gesamte Betrag mit der jeweiligen Progession zu versteuern. Wird der Betrag von Euro 730 überschritten, empfiehlt es sich noch rasch Büromaterial oder einen Computer einzukaufen oder Subhonorare stellen. Unternehmen mit mehreren Gesellschaften können ihren Gewinn durch die Gruppenbesteuerung glätten.

Gruppenbesteuerung: Verluste anderer Gesellschaften gegenrechnen

Auch die Gruppenbesteuerung bietet eine gute Möglichkeit die Steuerlast eines Unternehmens zu drücken. Besteht eine Unternehmensgruppe aus mehreren Kapitalgesellschaften mit Regelbilanzstichtag, kann unter bestimmten Voraussetzungen für das gesamte Jahr 2014 rückwirkend die Bildung einer Unternehmensgruppe beantragt werden. Wurden Unternehmensakquisitionen, also Beteiligungskäufe von außen fremdfinanziert, können die Kosten für die Finanzierung die Steuern senken. Mit der Gruppenbesteuerung können Unternehmen steuerlich rückwirkend für das gesamte Jahr Gewinne einer Gesellschaft mit Verlusten einer anderen Gesellschaft verrechnen. Das gilt nicht nur für Konzerne, sondern auch für mittelständische Unternehmen und KMUs.

TPA Horwath Tipp: Nach der Verschärfung das Abgabenänderungsgesetzes 2014 können Unternehmen heuer für Beteiligungsanschaffungen bis zum 28. Jänner 2014 das letzte Mal in den Genuss einer Firmenwertabschreibung kommen. Dafür muss für die Gruppe bis spätestens Ende des Wirtschaftsjahres 2015 eine Gesellschaft bilden.

Teure Progressionssprünge durch GSVG-Vorauszahlung vermeiden

Bei Einnahmen-Ausgaben- Rechner anerkennt die Finanz eine „Vorauszahlung“ von GSVG-Beiträgen. Diese müssen allerdings in der Höhe der voraussichtlichen Nachzahlung für das betreffende Jahr entsprechen.

TPA Horwath Tipp: WWenn Sie bei der SVA mit einer Nachzahlung rechnen, können Sie durch Leistung einer „freiwilligen“ Vorauszahlung Ihren Gewinn reduzieren bzw. glätten, und damit teure Progressionssprunge vermeiden.

Firmen mit hohen Energiekosten kriegen Geld zurück

Betriebe, die aufgrund der Herstellung von Produkten viel Energie brauchen, dürfen einen Energieabgabenvergütungsantrag stellen.. Ein Vergütungsantrag muss spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren gestellt werden. Das bedeutet: Rückwirkend kann derzeit noch bis 2009 ein Antrag gestellt werden, sofern dieser bis zum 31. Dezember 2014 eingereicht wird.

TPA Horwath Tipp: Auch für Dienstleistungsbetriebe besteht ein Vergütungsanspruch, allerdings nur für Zeitraume bis 31.Jänner 2011.

Wertpapiere für die Pensionsrückstellung nötig

Firmen müssen zum Ende des Wirtschaftsjahres für steuerliche Pensionsrückstellungen bestimmte Wertpapiere und/oder Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 50 Prozent des vorjährigen Rückstellungsbetrages im Betriebsvermögen haben. Diese Papiere müssen bis zum nächsten Bilanzstichtag gehalten werden.
TPA Horwath Tipp: Wird ein Mitarbeiter mit einem Pensionsanspruch unterm Jahr mit einem Einmalbetrag abgefunden, können die jeweiligen Wertpapiere zur Finanzierung der Abfindung auch unterjährig verkauft werden.

Weitere Infos dazu von TPA Horwath Expertin Monika Seywald.

Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf der TPA Horwath Homepage.

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