So holen Sie sich Geld vom Staat zurück, Teil 4 Sonderausgaben

So holen Sie sich Geld vom Staat zurück, Teil 4 Sonderausgaben

Sonderausgaben müssen im Jahr der Zahlung steuerlich geltend gemacht werden, auf das Datum der Rechnungsausstellung kommt es nicht an.

Einzelne Sonderausgaben können auch dann geltend gemacht werden, wenn sie für den (Ehe-)Partner und für Kinder geleistet werden. Es kommt darauf an, wer die Ausgaben wirtschaftlich trägt, nicht darauf, wer sie tatsächlich bezahlt hat und auf wen die Rechnung oder die Versicherungsbestätigung ausgestellt wurde. Darunter fallen Ausgaben für Versicherungsbeiträge, der Nachkauf von Versicherungszeiten, Kosten der Wohnraumschaffung und Kirchenbeiträge. Zur Berechnung der steueroptimalen Verteilung der Sonderausgaben innerhalb der Familie kann Finanzonline genützt werden. Einfach verschiedene Aufteilungen der Gesamtsumme innerhalb der Familie durchprobieren und die Variante mit der höchsten Steuergutschrift einreichen!

Versicherungsprämien und Wohnraumschaffung bis maximal 2.920 Euro pro Jahr absetzbar

Mittels der sogenannten Topfsonderausgaben können pro Jahr maximal 2.920 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Alleinverdienern stehen weitere 2.920 Euro zu und ab drei Kindern steigt der Höchstbetrag um weitere 1.460 Euro an. Wenn ein Steuerpflichtiger keine Ausgaben für Versicherungen und Wohnraumschaffung hat, steht im trotzdem ein Pauschalbetrag von 60 Euro pro Jahr zu.

Nur 25 Prozent der Ausgaben wirken sich steuermindernd aus

Vom gesamten Topf wirken sich leider nur 25 Prozent steuermindernd aus. Bei Einkünften zwischen 36.400 Euro und 60.000 Euro wird der absetzbare Betrag gleichmäßig eingeschliffen. Ab Jahreseinkünften von 60.000 Euro können daher keine Topfsonderausgaben mehr geltend gemacht werden.
Die Höchstbeträge, die Viertelung und die Einschleifregelung werden vom Finanzcomputer automatisch berücksichtigt – tragen Sie daher immer den vollen Ausgabenbetrag in die Steuererklärung ein!

Prämien für freiwillige Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung absetzbar

Als Sonderausgaben absetzbar sind Prämien zu freiwilligen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherungen, Beiträge zu Pensionskassen sowie Prämien für Lebensversicherungen. Auch eine KFZ-Insassenversicherung ist absetzbar. Einmalprämien können auf Antrag auf 10 Jahre verteilt werden. Bei Erlebensversicherungen ist eine Rentenoption notwendig – reine Kapitalversicherungen sind nicht absetzbar. Beiträge zur prämienbegünstigen Pensionsvorsorge sind nicht als Sonderausgaben absetzbar – hier besteht die steuerliche Förderung in der jährlichen staatlichen Prämie für die geleisteten Einzahlungen.

Jährliche Kreditrückzahlung steuerlich geltend machen

Als Kosten der Wohnraumschaffung können Ausgaben für die Errichtung von Eigentumswohnungen und Eigenheimen samt Kosten für den Kauf des Baugrundstücks geltend gemacht werden. Für mindestens achtjährig gebundene Beträge für die Wohnraumschaffung erhalten Sie jährlich eine Bestätigung der Wohnbaugesellschaft – hier können Sie einfach den Betrag in die Steuererklärung übernehmen. Wenn Sie Ihre Wohnung oder Ihr Einfamilienhaus über einen Kredit finanziert haben, können Sie jährlich die Kreditrückzahlung inklusive Zinsen steuerlich geltend machen. Bei endfälligen Krediten mit Tilgungsträger können Sie nur die laufenden Zinsen steuerlich absetzen, die Einzahlung in den Tilgungsträger ist nicht absetzbar.

Kauf gebrauchter Wohnungen und Häuser sowie Einrichtungskosten nicht absetzbar

Begünstigt ist nur die Schaffung von neuem Wohnraum – die Kreditrückzahlung für den Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung oder eines gebrauchten Einfamilienhauses sind nicht absetzbar. Die Kosten der Wohnraumschaffung umfassen auch nicht die Kosten für die Einrichtung.

Kosten für Austausch von Fenstern, Wärme oder Einbruchsschutz unterstützt der Staat

Unter Wohnraumsanierung fallen alle Ausgaben, die einer wesentlichen Verbesserung des Wohnraums (Instandsetzung und energiesparende Maßnahmen) dienen. Dazu zählt beispielsweise der Austausch von Fenstern und Türen zur Verbesserung des Wärme-, Schall- oder Einbruchsschutzes, die Erneuerung des Außenputzes, Maßnahmen zur Wärmedämmung, der Austausch von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen, der nachträglich Einbau von Solaranlagen und Wärmepumpen.

Der Einbau von Bad und Toilette als auch das Versetzen von Wänden ist steuerbegünstigt

Weiters der Einbau von Badezimmer und Toiletten, das Zusammenlegen von Wohnungen, das Versetzen von Zwischenwänden, Fenstern und Türen und der erstmalige Einbau von Aufzugsanlagen. Die Arbeiten müssen von einem befugten Unternehmer durchgeführt werden – reine Materialkosten sind nicht absetzbar! Ebenfalls nicht absetzbar sind die Kosten für laufende Reparaturen, wie Ausmalen und Tapezieren, Austausch von Teppich- und Parkettböden, Austausch beschädigter Fensterscheiben.

Bis zu 400 Euro Kirchensteuer geltend machen

Als Beiträge zu gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften können ab dem Jahr 2012 bis zu EUR 400,00 pro Jahr geltend gemacht werden. In den Jahren 2009 bis 2011 dürfen höchstens EUR 200,00 abgesetzt werden.

Spenden für mildtätige Organisationen seit 2009 absetzbar

Neben der bereits seit Jahren bestehenden Absetzbarkeit von Spenden an Universitäten, Museen und begünstigte Forschungseinrichtungen können seit dem Jahr 2009 auch Spenden für mildtätige Organisationen und Spendensammelvereine abgesetzt werden. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Organisationen, die mildtätige Zwecke verfolgen oder in der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe tätig sind. Spenden für den Umweltschutz, die freiwillige Feuerwehr und an Tierheime sind seit dem Jahr 2012 abzugsfähig. Voraussetzung für die Abzugsmöglichkeit ist, dass die Organisation zum Zeitpunkt der Zahlung der Spende auf einer Liste des Finanzministeriums angeführt ist, die online abrufbar ist. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Spendenabsetzbarkeit von den österreichischen Steuerpflichtigen nur wenig genutzt wurde.

Freiwillige Weiterversicherung und Nachkauf von Versicherungszeiten mindern Steuerlast

Auch Kosten für die freiwillige Weiterversicherung in der Pensionsversicherung, den Nachkauf von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung, Renten und dauernde Lasten und Steuerberatungskosten als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Diese Ausgaben können in vollem Umfang ohne Höchstbetrag steuerlich geltend gemacht werden.

Fünfter Teil der Format-Serie Steuertipps: Welche außergewöhnlichen Belastungen von der Steuer absetzbar sind.

Weitere Informationen auch auf der Homepage: Weitere Informationen auch auf der Homepage: www.tpa-horwath.at/de/publikationen/so-bekommen-sie-ihr-geld-zurueck-service-fuer-ihre-mitarbeiter-das-kurzseminar-zur

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