FORMAT-Serie: So holen Sie sich Geld vom Staat zurück, Teil 3 – Kinder im Steuerrecht

FORMAT-Serie: So holen Sie sich Geld vom Staat zurück, Teil 3 – Kinder im Steuerrecht

Alleinverdiener und -erzieher können für ein Kind 494 Euro im Jahr von der Steuer absetzen. Besonders lukrativ sind die 2009 eingeführten Kinderbetreuungskosten. De facto kann vom Kindergartengeld über die Verpflegung bis hin zu Bastelstunden alles bis zu 2.300 Euro pro Jahr und Kind steuermindernd geltend gemacht werden.

Seit dem Jahr 2009 gibt es zahlreiche steuerliche Absetzmöglichkeiten für Kinder, die auch für Arbeitnehmer von Bedeutung sind. Dazu zählen insbesondere die Absetzmöglichkeiten für Kinderbetreuungskosten aber auch der Kinderfreibetrag. Da diese Absetzposten nicht über die Lohnverrechnung berücksichtigt werden können, kommt der Arbeitnehmerveranlagung eine gestiegene Bedeutung zu. Mit anderen Worten: Wer keine Arbeitnehmerveranlagung abgibt, verzichtet auf die Begünstigungen und verschenkt Geld.

Alleinverdiener und -erzieher kriegen 494 Euro für das erste Kind

Als Alleinverdiener gilt, wer mehr als sechs Monate im Jahr in einer Partnerschaft lebt und mindestens ein Kind hat. In diesem Fall darf der Partner nicht mehr als 6.000 Euro pro Jahr verdienen. Bei einem Kind beträgt der Alleinverdienerabsetzbetrag 494 Euro, bei zwei Kindern 669 Euro. Ab dem dritten Kind erhöht sich der Betrag um 220 Euro pro Kind.
Dieselben Absetzbeträge stehen Alleinerziehern zu. Als Alleinerzieher gilt, wer für mehr als sechs Monate nicht in einer Ehe, Lebensgemeinschaft oder eingetragenen Partnerschaft lebt und mindestens ein Kind hat.

Als Kinder gelten im Steuerrecht Personen, für die mehr als sechs Monate im Kalenderjahr die Familienbeihilfe bezogen wurde bzw. der Kinderabsetzbetrag zusteht. Alle Ausgaben in Zusammenhang mit Kindern sind auf dem Formular L1k zusammengefasst. Pro Kind muss ein Formular L1k als Beilage zur Arbeitnehmerveranlagung abgegeben werden. Darauf ist die Sozialversicherungsnummer bzw. die persönliche Kennnummer der Europäischen Krankenversicherungskarte des Kindes anzugeben.

Der Kinderfreibetrag liegt grundsätzlich bei 220 Euro

Der im Jahr 2009 erstmals eingeführte Kinderfreibetrag beträgt grundsätzlich 220 Euro pro Kind und Jahr. Wird der Kinderfreibetrag zwischen den Partnern geteilt, stehen jedem Steuerpflichtigen 132 Euro zu. Die Aufteilung ist immer dann sinnvoll, wenn beide Partner zumindest in der untersten Tarifstufe Einkommensteuer bezahlen. Bei getrennt lebenden Eltern mit Unterhaltsverpflichtung kommt es immer zur Teilung des Kinderfreibetrages.

Wer keine Familienbeihilfe kriegt, kann einen Unterhaltsabsetzbetrag beantragen

Leistet ein Steuerpflichtiger für ein nicht dem eigenen Haushalt angehöriges Kind den gesetzlichen Unterhalt und steht weder ihm noch seinem nicht dauernd getrennt lebenden (Ehe-)Partner für dieses Kind die Familienbeihilfe zu, erhält er einen Unterhaltsabsetzbetrag in Höhe von 29,20 Euro monatlich für das erste Kind. Für das zweite Kind beträgt der Unterhaltsabsetzbetrag 43,80 Euro pro Monat, ab dem dritten Kind 58,40 Euro pro Monat.

Kinderbetreuungskosten bis zu 2.300 Euro pro Kind im Jahr absetzbar

Die Kosten für Kinderbetreuung sind bis zu einem Höchstbetrag von 2.300 Euro pro Kind absetzbar. Voraussetzung ist, dass das Kind noch nicht älter als zehn Jahre ist. Betreuungskosten für Kinder, für die aufgrund einer erheblichen Behinderung erhöhte Familienbeihilfe bezogen wird, können bis zu dem Veranlagungsjahr abgezogen werden, in dem das Kind das sechzehnte Lebensjahr vollendet. Als Kinderbetreuungskosten kommen Zahlungen an private und öffentliche Einrichtungen (Kindergarten, Hort, Halbinternat, Ferienbetreuung) sowie Zahlungen an pädagogisch qualifizierte Personen (Tagesmütter, Au-Pairs) in Betracht. Als pädagogisch qualifizierte Personen gelten Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt mit dem Kind leben, mindestens 16 Jahre alt sind und entweder eine pädagogisches Studium absolviert haben oder an einem anerkannten Kinderbetreuungskurs im Ausmaß von acht bis sechzehn Stunden teilgenommen haben.

Die Rechnung muss eine Darstellung enthalten, aus der die Gesamtkosten und die abzugsfähigen Kosten für die Kinderbetreuung hervorgehen. Zusätzlich muss die Rechnung den Namen, das Geburtsdatum und die Sozialversicherungsnummer des Kindes, den Betreuungszeitraum und einen Hinweis auf die Führungsberechtigung der Kinderbetreuungseinrichtung enthalten. Rechnungen von pädagogisch qualifizierten Personen müssen darüber hinaus auch noch Namen, Adresse, Sozialversicherungsnummer und einen Hinweis auf das Vorliegen der konkreten Qualifikation durch Beilage einer Kopie des entsprechenden Zeugnisses oder der Kursbesuchsbestätigung aufweisen.

Auch Kosten für die Verpflegung, Bastelgeld und Ferienbetreuung absetzbar

Absetzbar sind neben den Betreuungskosten selbst auch Verpflegungskosten, Bastelgeld und die Kosten für Ferienbetreuung (zB Ferienlager -sämtliche Kosten, also auch Kosten für Verpflegung, Unterkunft, Sportveranstaltungen, Fahrtkosten für den Bus zum und vom Ferienlager – sofern die Betreuung durch pädagogisch qualifizierte Personen erfolgt). Nicht absetzbar sind aber das Schulgeld für Privatschulen, die Vermittlungskosten von Betreuungspersonen und Fahrtkosten zur Kinderbetreuung.

Pauschale für auswärtige Berufsausbildung von 110 Euro

Wenn für die Berufsausbildung (Schule, Lehre, Studium) im Einzugsbereich des Wohnortes (25 km für Schüler und Lehrlinge, 80 km für Studenten) keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit besteht, steht dem Steuerpflichtigen ein pauschaler Abzugsposten von 110 Euro pro Monat zu. Dieser Abzugsposten steht in den meisten Fällen auch für Studenten zu, die ein Auslandssemester absolvieren.

Freibeträge für behinderte Kinder

Abhängig vom Grad der Behinderung können für behinderte Kinder pauschale Freibeträge, Kosten für unregelmäßig anfallende Hilfsmittel (Rollstuhl, Hörgerät) und Heilbehandlungen geltend gemacht werden.

Vierter Teil der Format-Serie Steuertipps: Alle Infos rund um Sonderausgaben.

Weitere Informationen auch auf der Homepage: Weitere Informationen auch auf der Homepage: www.tpa-horwath.at/de/publikationen/so-bekommen-sie-ihr-geld-zurueck-service-fuer-ihre-mitarbeiter-das-kurzseminar-zur

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