EU nimmt Steueroasen Holland, Luxemburg und Irland ins Visier

Die EU-Wettbewerbskommission nimmt ausländische Unternehmen, die in Irland, Luxemburg und Holland einen Sitz haben, ins Visier. Holland gilt in Europa als Steueroase Nummer eins. Weitere Länder könnten hinzukommen.

EU nimmt Steueroasen Holland, Luxemburg und Irland ins Visier

Steuererleichterungen für Unternehmen in Irland, Luxemburg und den Niederlanden sind in das Visier der Brüsseler Wettbewerbshüter geraten. "Ich kann bestätigen, dass wir Informationen zu dem Thema sammeln", sagte ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia in Brüssel.

Weitere Länder könnten ebenfalls untersucht werden. Die Kommission will klären, ob multinationalen Firmen in diesen Ländern unerlaubte staatliche Beihilfen im Form von Steuervorteilen gewährt wurden.

Der Sprecher reagierte auf einen Bericht der "Financial Times" vom Donnerstag. Anfragen wurden im Juni und Juli an die Mitgliedstaaten geschickt. Offizielle Prüfverfahren leitete die EU-Behörde bisher nicht ein. "Es ist ein erster Schritt", so der Sprecher.

Wettbewerbskommission hat weitgehende Kompetenzen

Kommissar Almunia wacht darüber, dass staatliche Hilfen für Unternehmen nicht den freien Wettbewerb in der EU verzerren. Seine Behörde hat dazu weitgehende Kompetenzen. Falls ein Prüfverfahren eröffnet wird und die Wettbewerbshüter feststellen, dass unerlaubte Staatshilfen gewährt werden, müssen diese von den Ländern zurückgezahlt werden.