Erbschaft: Grunderwerbsteuer innerhalb der Familie bald empfindlich teuer?

Der Staat will von jenen, die Immobilien und Grundstücke erben 40 Millionen Euro kassieren.

Der Staat will von jenen, die Immobilien und Grundstücke erben 40 Millionen Euro kassieren.

Zuletzt hat es so ausgesehen, als ob Erben von der Steuerreform verschont bleiben könnten. Doch nun scheint alles anders. Der Staat will nun beim Vererben von Grund & Immobilien kräftig mitverdienen, auch bei der Übertragung von Wertpapieren. Vor allem Wiener Erben dürfte das besonders hart treffen. Erste Details sind bereits durchgesickert.

Wer über ein Grundstück oder Immobilien verfügt, muss nun zittern. Denn die Regierung überlegt nun doch die Erben zur Kasse zu bitten. Und das kräftig. Nachdem es zuletzt ausgesehen hatte, dass den Bürger das erspart bleiben könnte, dürften sich nun SPÖ und die Grünen, die stets für eine Erbschaftssteuer plädiert haben, durchsetzen. Zwar soll es keine Erbschaftssteuer im klassischen Sinn geben. Die Regierungsparteien überlegen vielmehr die Grunderwerbsteuer beim Erben, schon bisher ein Äquivalent zur Erbschaftssteuer, deutlich anzuheben. Und damit die Erhöhung ordentlich was bringt, soll auch gleich die Bemessungsgrundlage angehoben werden. Offizielle Bestätigung gab es bisher dafür jedoch noch keine.

Bemessungsgrundlage könnte auf Marktwert angehoben werden

Dennoch verdichten sich die Gerüchte. Laut "Kurier" könnte die Bemessung der Grunderwerbsteuer (die eben auch jetzt schon bei Erbschaften bzw. Schenkungen anfällt) erhöht werden. Derzeit erfolgt die Bemessung (bei Erbschaften innerhalb der Familie) anhand des dreifachen Einheitswertes. Nun könnte eine deutliche Anhebung bevorstehen. Künftig könnte man sich "in Richtung des Verkehrswerts" bewegen, was mehr Steuereinnahmen bringen würde, da die Bemessungsgrundlage dann der tatsächliche Marktwert wäre. Nur unter einem Wert von 150.000 Euro soll die Bemessung bleiben wie sie ist, erst darüber würde man um 0,5 Prozentpunkte mehr Steuer zahlen als derzeit, so der "Kurier". Bei einem Wert von 300.000 Euro könnte es einen weiteren Sprung geben.

Wiener wären am stärksten betroffen

Damit wären in Wien de facto alle Eigentumswohnungen, die vererbt werden, betroffen. Nicht nur dass das Preisniveau von Immobilien und Grundstücken in Wien im Vergleich zu anderen Bundeshauptstädten seit je her höher ist. So sind in Wien alleine von Anfang 2007 bis Ende 2013 die Preise und damit der Marktwert von Immobilien laut Berechnungen der TU Wien um bis zu 80 Prozent gestiegen. Spitzenreiter bei den Eigentumspreisen ist die Innere Stadt mit 7.000 Euro pro Quadratmeter. In Gesamt-Österreich verteuerten sich zwischen 2010 und 2014 gebrauchte Eigentumswohnungen um 60 Prozent. Laut Auswertung der Nationalbank sind die Preise für Baugründstücke für Eigenheime in Wien alleine bis Ende 2013 um 82 Prozent gestiegen. Der Wert von Einfamilienhäuser um 75 Prozent. Die Nationalbank sieht in den hohen Preisanstiegen bereits eine deutliche Überbewertung. Der Staat könnte im Erbfall nun davon profitieren.

Grunderwerbssteuer dürfte um ein Prozentpunkte angehoben werden

Die "Presse" berichtete ebenfalls von Überlegungen in diese Richtung: Es könnte etwa der Tarif (für Familienmitglieder derzeit zwei Prozent) angehoben werden. Eine Anhebung um einen Prozentpunkt soll rund 40 Millionen Euro bringen. Die ÖVP soll sich laut "Presse" diesem Vorschlag nicht komplett verschließen. Doch es könnte noch viel schlimmer kommen. Denn in der EU muss teilweise wesentlich höhere Grunderwerbssteuer gezahlt werden. So bezahlt man in Deutschland bis zu 6,5 Prozent, in Belgien sogar bis zu 12,5 Prozent.

Auch bei Wertpapieren, die vererbt werden, will der Staat künftig mitkassieren

Diskutiert wird laut "Kurier" auch über eine Besteuerung der "Übertragung von Kapital". Diese könnte etwa greifen, wenn man Aktienpakete erbt oder geschenkt bekommt.

Nur die Grundsteuer soll unangetastet bleiben.

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