Dividenden für Unternehmensgründer - ein Wegweiser durch den Förderdschungel

Dividenden für Unternehmensgründer - ein Wegweiser durch den Förderdschungel

Exakt 35.279 Österreicherinnen und Österreicher wagten 2011 den Sprung in die Selbständigkeit. Das sind etwas weniger als im Jahr davor, aber doch deutlich mehr als im Krisenjahr 2009, als die Statistik 32.712 Unternehmensgründungen verzeichnete. Die überwiegende Mehrzahl der Gründungen wird über Bankkredite finanziert. Kredite, an die vor allem risikoreiche Unternehmensgründungen immer schwerer herankommen. Ein neuer Gründerfonds soll hier, zumindest in Teilbereichen, Abhilfe schaffen.

Basel III wirft bereits jetzt bedrohliche Schatten. Und die Schatten werden größer. Österreichs Jungunternehmen hängen, nicht zuletzt mangels eines schwach ausgeprägten Risikokapitalmarktes, stark von Bankkrediten ab. Eine Finanzierungsform, die unter den neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken (Basel III) wohl weiter zurückgehen wird. Grund genug für die Republik einen neuen Gründerfonds aufzulegen der ab 2013 innovativen Jungunternehmen mit Eigenkapital unter die Arme greifen soll. Gespeist wird der Fonds zu einem großen Teil aus den Dividendenzahlungen staatlicher Beteiligungsunternehmen.

65 Millionen € für Gründerfonds

Ab dem nächsten sollen zuerst 15 und dann jährlich 10 Millionen € via Gründerfonds in Beteiligungen an Jungunternehmen fließen. Über sechs Jahre verteilt stehen dem neu aufgelegten Gründerfonds 65 Millionen € zur Verfügung. Der Fonds, der über die Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) abgewickelt wird, ermöglicht eine 49-Prozent-Beteiligung an Jungunternehmen. Laut Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner wird die öffentliche Hand als "strategischer Investor und nicht als Finanzinvestor" agieren, das heißt, dass der Fonds Beteiligungen auch länger halten kann. Nach bis zu zehn Jahren soll ein Ausstieg erfolgen, wobei vorzugsweise an den Gründer, der ein Vorkaufsrecht erhalten soll, verkauft wird. Pro Jahr sollen an die 20 bis 30 Beteiligungen zu je 100.000 bis zu 1 Mio. Euro eingegangen werden.

Für einen zweiten Fond, den sogenannten "Business Angels Fund", zahlt die öffentliche Hand 22,5 Millionen € ein (15 Millionen von der Republik Österreich, 7,5 Millionen € der Europäische Investitionsfonds EIF/EU) 7,5 Millionen. Hier hofft man, dass bereits etablierte Unternehmer - sogenannte "Business Angels", das Geld auf 45 Millionen Euro verdoppeln und ihre Expertise an die aufstrebenden Unternehmer weitergeben. 30 bis 50 Beteiligungen soll der "Business Angels Fund", pro Jahr eingehen.

Finanziert werden die Maßnahmen aus Dividenden von staatlichen Unternehmen, die bisher in das allgemeine Budget geflossen sind. ÖIAG, OeNB, Verbund und Co. werden mit zusammen mindestens 80 Prozent den größten Anteil beisteuern. Dem Verkehrsministerium zugeordnete Firmen (Asfinag) sollen 16 Prozent leisten, dem Landwirtschaftsministerium zugehörige Firmen (Bundesforste) die restlichen vier Prozent.

Jungunternehmerförderungen im Überblick

Die neuen Maßnahmen ergänzen die schon bisher zur Verfügung stehenden Förderungen für Jungunternehmer. Im folgenden ein Überblick über die aktuellen Jungunternehmerförderungen:

NeuFöG

Anspruchsberechtigt:
* Neugründer/Innen (gewerblicher, land- und forstwirtschaftlicher Betrieb, Freiberufler), die innerhalb der vergangenen 15 Jahre nicht in vergleichbarer Art tätig waren
* Betriebsübernehmer/Innen (eingeschränkt)

Wie wird gefördert
Gebühren, die im Zusammenhang mit der Gründung stehen entfallen. Zum Beispiel:
* Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben (Ansuchen um Ausübung von bewilligungspflichtigen Gewerben, Ansuchen um Befähigungsnachweise, etc.)
* Gerichtsgebühren (Eintragungen ins Firmenbuch bzw. Grundbuch)
* Grunderwerbssteuer
*Gesellschaftssteuer
* Lohnnebenkosten (nicht für Betriebsnachfolger/Innen) für beschäftigte Dienstnehmer im Ausmaß von 7 Prozentpunkten

Jungunternehmerförderungen des austria wirtschaftsservice (aws)

Anspruchsberechtigt:
* Neugründungen bzw. Übernehmer von Unternehmen:
Die aws-Förederung ist eine dreistufige Jungunternehmerförderung, die auf Projektgrößen abgestimmt ist
WICHTIG : Anträge auf aws-Förderungen müssen vor Durchführungsbeginn des Projektes eingebracht werden

Wie wird gefördert
* Jungunternehmer-Scheck: Prämie in Höhe von 1.000 € für Vorhaben in Höhe von mindestens 5.000 bis max. 20.000 €
* Jungunternehmer-Prämie zum erp-Kleinkredit: Prämie in Höhe von bis zu 5 Prozent (Zuschuss bis zu 5.000 €) für Gründungsprojekte zwischen 20.000 und 100.000 €
* Jungunternehmer TOP-Prämie: Projektgröße von 100.000 und mehr (10 prozentige Prämienförderung)

Tourismus: Förderungen für Jungunternehmer durch die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT)

Anspruchsberechtigt:
* Gründung und Übernahme durch Jungunternehmer (TOP-Tourismusförderung 2011 - 2013) Teil B
* Bereits bestehende KMU′s fallen unter die TOP-Tourismusförderung Teil A

Wie wird gefördert
* Förderung für immaterielle Kosten (Einmalzuschuss 25%) ab 5.000 €
* Zuschüsse auf materielle Kosten (bauliche Maßnahmen, Einrichtung, Erwerb eines Unternehmens) bis zu 5 % Einmalzuschuss bei Projekten bis 1,0 Mio €, Projekt-Untergrenze: 20.000 €

AMS Unternehmensgründungsprogramm

Anspruchsberechtigt:
Jungunternehmer (am Beginn der Vorbereitungsphase muss Arbeitslosigkeit gegeben sein)

Wie wird gefördert
* Kosten für Gründungsberatung und Weiterqualifizierung
* Unter bestimmten Voraussetzungen wird für die Dauer der Teilnahme am Programm auch eine finanzielle Absicherung gewährleistet (Weiterbezug des Arbeitslosengeldes)

Neben diesen bundesweiten Förderprogrammen stehen Jungunternehmer/Innen auch noch Förderungsprogramme der einzelnen Länder zur Verfügung.

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