Denkmalpflege soll Steuern reduzieren

Denkmalpflege soll Steuern reduzieren

Die Restaurierung und Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden sichert tausende Arbeitsplätze und schafft einen jährlichen Umsatz von rund 500 Millionen Euro. Vor allem Private sollen nun diese Ausgaben steuerlich absetzen können, fordert nun Ronald Gobiet, Salzburger Landeskonservator.

Wer für den Denkmalschutz in Österreich Geld ausgibt, sollte dafür weniger Steuern zahlen müssen. Diesen Appell an die neue Regierung richtete der ehemalige Salzburger Landeskonservator Ronald Gobiet. "Das würde den Anreiz vor allem bei Privaten, alte Bauten für nachkommende Generationen zu erhalten, erhöhen und die heimische Wirtschaft entsprechend ankurbeln", sagt der Kunsthistoriker.

37.118 Bau- und Bodendenkmale unter Denkmalschutz

Gerade für private Besitzer denkmalgeschützter Gebäude wäre es eine Erleichterung, wenn die Ausgaben für die Restaurierung und Renovierung von der Steuer abgesetzt werden könnten, erklärte Gobiet. In Österreich stehen laut dem Jahresbericht 2012 des Bundesdenkmalamtes 37.118 Bau- und Bodendenkmale unter Denkmalschutz. Im Vorjahr wurden 204 Denkmäler aufgenommen. Weitere 40.000 warten darauf, unter Schutz gestellt zu werden.

"Rund 500 Millionen Euro werden jährlich für die Restaurierung und Sanierung der Denkmäler ausgegeben."

"Damit werden rund 15.000 Arbeitsplätze gesichert. Rechnet man die Umwegrentabilität im Tourismus dazu, erhöht sich die Arbeitsplätzel um ein Vielfaches", erklärte Gobiet. Denkmäler sei nicht nur für die Wahrung unserer Geschichte und Kultur wichtig, sondern sie sei genauso wie die Schönheit der Landschaft essenziell für den Tourismus in Österreich. Gobiet: „Was wäre Wien ohne den Stephansdom oder Salzburg ohne die Festung?"

Rückläufige Ausgaben der öffentlichen Hand

Denkmalpflegearbeiten könnten nicht in Billiglohnländer verlegt werden, sagte der Salzburger Denkmalpfleger. "Die Wertschöpfung bleibt damit in der Region. Ebenso wie in Österreich werden auch in Bayern jährlich rund 500 Millionen Euro im Denkmalpflegebereich aufgewendet." Allerdings seien die Ressourcen dafür in den europäischen Ländern im öffentlichen Bereich sowohl finanziell als auch personell rückläufig. "Wenn sich die Experten über die Ländergrenzen vernetzen und gegenseitig Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse austauschen, wäre das ein riesiges Einsparungspotenzial für die öffentliche Hand. Man muss nicht immer das Rad neu erfinden oder doppelt moppeln. Es gilt die Ressourcen zu bündeln", ist der Kunsthistoriker überzeugt.

Gobiet ist Consultant der Denkmalpflege-Messe "Monumento", die vom 16. bis 18. Jänner 2014 im Messezentrum Salzburg stattfindet. 175 Aussteller aus acht Nationen haben sich angesagt. Vertreten sind auch das österreichische Bundesdenkmalamt, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, die Südtiroler Landesdenkmalpflege, das Denkmalamt der Slowakei und das Denkmalinstitut für Tschechien. Die Messe gilt nicht nur als ein Hotspot für Experten, sondern bietet auch einem interessierten Publikum Einblicke in bewährte und moderne Verfahren der Denkmalpflege.

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