Das Ende von voll steuerbegünstigten Spitzenpensionen, Abfindungen und Rückstellungen

Das Ende von voll steuerbegünstigten Spitzenpensionen, Abfindungen und Rückstellungen

Wer Entgelte von mehr als 500.000 Euro im Jahr bezieht, wird laut Gesetz seit 1. März 2014 vom Betriebsausgabenabzug ausgeschlossen. Von diesem Abzugsverbot sind jedoch nicht nur Luxusgehälter betroffen, sondern auch Pensionsbezüge, Abfindungen und Pensionsrückstellungen. Nähere Informationen dazu liefern die Steuerexperten von TPA Horwath.

Pensionsrückstellungen ab 500.000 Euro nicht mehr steuerwirksam

Laut Einkommenssteuergesetz darf eine Pensionsrückstellung nur steuerwirksam gebildet werden, wenn die künftige Pension den Betrag von 500.000 Euro pro Jahr nicht übersteigt.

Die Regelung trifft nach den Erläuterungen zur Regierungsvorlage sowohl echte Dienstnehmer als auch Personen ohne echtes Dienstverhältnis, was bei Vorständen und Geschäftsführern oft der Fall ist.

Auch Familienbetriebe sollten sich wappnen

„In der Praxis wird man sich auch in Familienbetrieben die Frage der Anpassung von Entgeltvereinbarungen stellen müssen. Dabei ist regelmäßig auch die Überprüfung von Pensionszusagen notwendig“, erklärt Johannes Mladek von der Aktuar Versicherungsmathematik, einer Tochterfirma der TPA Horwath.

Ergibt sich für bestehende Rückstellungen (Bilanzstichtage bis 28.2.2014) aufgrund des neuen Betriebsausgaben-Abzugsverbots für Luxusgehälter ein geringerer als der bisher rückgestellte Betrag, so darf eine steuerwirksame Rückstellung erst dann wieder vorgenommen werden, wenn dies die Höhe der künftigen Pensionsansprüche, unter Berücksichtigung des Abzugsverbotes, wieder zulässt. Eine gewinnerhöhende Auflösung der Rückstellung ist steuerlich nicht vorgesehen.

Auch bei neuen Pensionszusagen sind keine Rückstellungen mehr möglich, wenn der jährliche Pensionsanspruch 500.000 Euro übersteigt.

Pensionsabfindungen müssen voll versteuert werden

Bei Einmalabfindungen von künftigen Pensionsansprüchen gilt:
Übersteigt der jährliche Pensionsanspruch 500.000 Euro ist zumindest ein Teil der Pensionsabfindung als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Ein Modell der betrieblichen Altersvorsorge kann jedoch auch verhindern, dass das Abzugsverbot für laufende Entgelte angewendet wird. Laufende Entgelte und künftige Pensionen werden nämlich nicht zusammengerechnet.

Beispiel:

Wird eine jährliche Pension in Höhe von 600.000 Euro pro Jahr abgefunden, müssen vom Barwert dieser Verpflichtung 5/6 berechnet werden. Der Barwert ist je nach Alter, Geschlecht und Hinterbliebenenleistung unterschiedlich hoch. Nur die 5/6 des Barwertes sind steuerwirksam als Betriebsausgabe abzugsfähig - nach Berücksichtigung der Auflösung der Rückstellung. Dennoch muss der Empfänger der Pensionsabfindung diese dann voll versteuern.

TPA-Horwath-Tipp: Ein Modell der betrieblichen Altersvorsorge kann jedoch auch verhindern, dass das Abzugsverbot für laufende Entgelte angewendet wird. Laufende Entgelte und künftige Pensionen werden nämlich nicht zusammengerechnet.

Weitere Infos zur betriebliche Altersvorsorge vom Steuerexperten der TPA Horwath

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