China ist Großmacht bei illegalem Geldtransfer ins Ausland

China ist Großmacht bei illegalem Geldtransfer ins Ausland

2011 führt jedoch Russland. Von dort sind rund 139 Milliarden Euro, die durch Kriminalität, Korruption oder durch Steuerhinterziehung generiert wurden, ins Ausland abgeflossen. In allen Schwellen- und Entwicklungsländern waren es von 2002 bis 2011 950 Milliarden Euro.

Aus keinem anderen Land der Welt ist 2011 so viel illegales Kapital abgeflossen wie aus Russland. Die Energiegroßmacht überholte damit China. Ein Riesenproblem sind die illegalen Geldabflüsse für Länder auch unterhalb der Sahara, wo 5,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts so abgeflossen sind.

Aus Russland flossen 2011 rund 191 Mrd. Dollar (derzeit 138,9 Mrd. Euro) an illegalen Geldern ab, wie das US-Forschungsinstitut Global Financial Integrity (GFI) in seinem neuesten Bericht von Mittwoch ausweist. Auf Platz Zwei folgte China, wo 151 Mrd. Dollar aus Kriminalität, Korruption und Steuerhinterziehung abflossen.

Auf den folgenden Rängen bei Abfluss schmutziger Gelder finden sich Indien, Malaysia, Saudi-Arabien, Mexiko, Brasilien, Thailand, Südafrika und Costa Rica. Bezogen auf 150 Schwellen- und Entwicklungsländer flossen allein 2011 rund 947 Mrd. Dollar ab - das Zehnfache der offiziellen weltweiten staatlichen Entwicklungshilfe.

Um 13,7 Prozent stiegen die illegalen Geldflüsse an

Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Zunahme um 13,7 Prozent. Die Forscher merken allerdings an, dass die tatsächlichen Abflüsse schmutziger Gelder weit höher liegen dürften, weil ihre Zahlen auf bilateralen Handelsdaten basieren.

Bargeldtransaktionen und Geldtransfers auf traditionellen Wegen etwa in Afrika sind nicht erfasst. Und gerade die schmutzigsten Transaktionen wie Drogen- oder Menschenhandel sowie andere kriminelle Aktivitäten werden oft in Bargeld abgewickelt.

Auf das Jahrzehnt zwischen 2002 und 2011 berechnet, sind gemäß den US-Forschern insgesamt 5,9 Bill. Dollar aus Schwellen- und Entwicklungsländern verschwunden. Pro Jahr steigerten sich die Beträge um durchschnittlich 10,2 Prozent.

China ist Großmacht bei schmutzigem Geld

Als Großmacht beim Abfluss schmutziger Gelder etablierte sich in der Dekade China, das mit kumuliert rund 1,1 Bill. Dollar die Rangliste mit großem Abstand vor Russland anführt, dessen Volkswirtschaft 880 Mrd. Dollar entzogen wurden.

Auf Platz 3 findet sich Mexiko, wo 460 Mrd. Dollar verschwanden, gefolgt von Malaysia, Indien, Saudi-Arabien und Brasilien. Das von Terror und Krieg geplagte Irak liegt auf Platz 9 gefolgt vom nicht weniger krisengeschüttelten Kenia.

In Afrika verhindern illegale Geldabflüsse verhindern Wirtschaftswachstum

Besonders für die Staaten unterhalb der Sahara stellen die illegalen Geldabflüsse gemäß den Forschern ein großes Problem dar. Während der Anteil des illegalen Abflusses global 4 Prozent des Bruttoinlandprodukts erreicht, sind es in diesen Ländern 5,7 Prozent.

Die illegalen Abflüsse zu den offiziellen Handelsbilanzen hinzugerechnet, wird der afrikanische Kontinent zum Gläubiger gegenüber dem Rest der Welt.

Die illegalen Geldabflüsse haben gerade für Afrika katastrophale Folgen. Zusammen mit schlechter Regierungsführung und ebensolchem Wirtschaftsklima verhindern sie jegliches Wirtschaftswachstum.

Westen ist auch gefordert

Innerafrikanische Maßnahmen gegen das Übel reichten nicht aus, monieren die Forscher. Auch der Westen sei gefordert.

Wohin die Gelder flossen, geht aus dem Report nicht hervor. Mark Herkenrath, Finanzexperte bei Alliance Sud, der Arbeitsgruppe der Schweizer Hilfsorganisationen, nimmt allerdings an, dass ein Teil der unlauteren Gelder auch in der Schweiz landete.

Schweiz hätte nie Geldhafen für Potentaten werden dürfen

Die Tatsache, dass die Schweiz Potentatengelder der abgesetzten Staatschefs Husni Mubarak und Zine al-Abidine Ben Ali gesperrt hat, stützt laut Herkenrath diese Annahme. Die rasche Sperrung sei zwar schön und gut, die Gelder hätten aber gar nie auf einem Schweizer Bankkonto landen dürfen. Es gebe starke Indizien, dass den Banken nach wie vor die nötige Sorgfalt fehle.

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