Bargeldschmuggel in die Schweiz boomt

Bargeldschmuggel in die Schweiz boomt

Nach dem Scheitern des Steuerabkommens zwischen der Schweiz und Deutschland wollen viele Vermögende nichts unversucht lassen ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Die Deutschen haben das Schmuggeln von Bargeld dabei für sich neu entdeckt.

Die Ideen um das Geld steuerschonend in die Schweiz zu transferieren, sind dabei äußerst kreativ: Kürzlich wollte ein Steuerbetrüger 200.000 Euro in seinem Hosenbund über die Grenze schmuggeln. Ein anderer nähte sich Taschen in die Hemden und stopfte jeweils mehr als 10.000 Euro rein. Ein anderer versuchte Bargeld und Gold im Wert von 530.000 Euro in den Sitzen seines Auto vor der Polizei zu verstecken. Ein weiterer Hamburger wollte das Erbe seiner Frau in Höhe von 250.000 Euro in einer Bauchtaschen um den Körper geschnallt über die Grenze bringen. Er macht sich allerdings verdächtig, weil er mit dem Flugzeug in die Schweiz einreiste, aber die Heimreise mit dem Zug antrat. Besonders orginell: Ein Hamburger versteckte 25.000 Euro im Kunststoffboden unter einem Lebkuchenhaus. Nicht minder ausgefallen: Eine Deutsche wurde mit 15.000 Euro in einem Kondom in der Vagina entdeckt. Auch eine Inkontinz-Windel musste bereits als Versteck für 140.000 Euro herhalten.

376 Fälle in einem Jahr

Für die Beamten an den Hauptzollämtern entlang der deutsch-schweizerischen Grenze sind solche Entdeckungen keine Seltenheit. In Singen wurden im vergangenen Jahr 376 Fälle von Geldschmuggel gezählt. In Lörrach wurden 167 Delinquenten erwischt, in Ulm 44. Unter dem Strich belief sich der Wert des Bargelds, das heimlich über die Grenze geschafft hätte werden sollen, auf 20 Millionen Euro. Laut der "Aargauer Zeitung" gibt es auch 2013 schon Hunderte neuer Fälle.

Egal wie sie es anstellen, immer mehr Deutsche versuchen ihr Bares über die Schweizer Grenze zu bringen, wie die "Aargauer Zeitung" berichtet. Das ist aber natürlich nicht erlaubt: Die EU verlangt im Zuge der Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung, dass bei der Ein- oder Ausreise Barmittelbestände von mehr als 10.000 Euro angemeldet werden müssen.

Bis zu 25 Prozent der Summe als Strafe

Doch die Einfuhr ist riskant. Wer auf Anfrage eines Zöllners den Geldbetrag verheimlicht und erwischt wird, muss eine Buße von 25 Prozent der mitgeführten Barmittel bezahlen.

Schlimmer als die Buse ist jedoch die Meldung, die der Zoll ans Finanzamt erstattet. "Neben den nachzuzahlenden Steuern fallen dann noch die Hinterziehungszinsen von 6 Prozent an und allenfalls ein Verspätungszuschlag bei unterlassener Steuererklärung", erklärt der deutsche Rechtsprofessor und Anwalt Thomas Koblenzer.

Laut dem Bericht handelt es sich beim Großteil jener, die von den deutschen Zöllnern ertappt werden, allerdings nicht um Geldwäscher, sondern um mutmaßliche Steuerhinterzieher.

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