Barclays soll deutschen Fiskus um Millionenbeträge geprellt haben

Barclays soll deutschen Fiskus um Millionenbeträge geprellt haben

Die britische Großbank Barclays soll einem Zeitungsbericht zufolge mit Handelspartnern den deutschen Fiskus über Aktiengeschäfte jahrelang um hohe Millionenbeträge geschädigt haben. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete unter Berufung auf ein Schreiben des Finanzministeriums an die Finanzbehörden der Länder, es gehe um Summen von jährlich bis zu 280 Millionen Euro.

In dem Brief vom 8. Mai 2012 heißt es demnach, die Länder sollten prüfen, ob ein "hinreichender Anfangsverdacht für eine Steuerhinterziehung" bestehe. Das Finanzministerium bestätigte am Samstag die Existenz eines Schreibens an die Länder, äußerte sich aber nicht zu dessen Inhalt.

Bisher keine staatsanwaltlichen Ermittlungen

Bisher soll es dem Zeitungsbericht zufolge keine staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Bank-Mitarbeiter geben, sondern lediglich ein Prüfverfahren der Finanzbehörden. Diese untersuchten, ob das Kreditinstitut mögliche Schäden erstatten müsse.

Bei den Geschäften gehe es um Aktiendeals kurz vor und nach der Auszahlung von Dividenden. Durch eine schnelle und komplizierte Abfolge von Aktiengeschäften könne erreicht werden, dass die Finanzämter dem Geldhaus mehr Steuer erstatteten, als zuvor gezahlt worden sei, berichtete die Zeitung unter Berufung auf interne Strategiepapiere.

Barclays erklärte auf Anfrage, zur Geschäftspolitik gehöre uneingeschränkte Transparenz und Offenheit den Steuerbehörden weltweit gegenüber. Das Institut habe in Einklang mit den Gesetzen gehandelt und weise alle Andeutungen von Fehlverhalten entschieden zurück.

Das Finanzministerium in Berlin teilte mit, es könne sich aus Gründen des Steuergeheimnisses nicht zu konkreten Fällen äußern. Bund und Länder prüften derzeit mehrere Vorgänge im Zusammenhang mit Aktiengeschäften. "Die Höhe des insgesamt fraglichen Volumens ist nicht bekannt", teilte ein Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble mit.

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