AK: Rechner für Pendlerpauschale "völlig unausgegoren"

AK: Rechner für Pendlerpauschale "völlig unausgegoren"

Als "völlig unausgegoren" und überarbeitungsbedürftig kritisiert die Arbeiterkammer Steiermark den Pendlerrechner. Der Rechner auf der Homepage des Finanzministeriums, der künftig Grundlage für die Zuerkennung des Pendlerpauschales sein soll, liefere irreführende Daten, wie erste Tests ergeben haben, erklärte der steirische AK-Präsident Josef Pesserl.

Erste Versuche durch AK-Experten hätten "gravierende Ungereimtheiten" an den Tag gebracht. „Da grundsätzlich die kürzeste und nicht die effizienteste Route errechnet wird, schreibt der Rechner in vielen Fällen völlig kuriose Strecken vor“, erläuterte Tester Bernhard Koller. Die Folge seien längere Fahrzeiten mit dem Auto und unter Umständen weniger Pauschale, weil die Pendelstrecke zwar weniger effizient, aber dafür kürzer ist.

Als Beispiel wurde die Strecke für einen Pendler durchgerechnet, der wenige Kilometer nördlich von Mureck (Bezirk Südoststeiermark) wohnt und in Graz arbeitet. Dieser werde vom Pendlerrechner nicht zum nächstgelegenen Bahnhof Mureck, sondern ins mehr als 20 Kilometer entfernte Kaindorf an der Sulm geschickt, ehe er auf das Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen „darf“.

Pesserl fordert die Finanzverwaltung auf, den Rechner vor Inbetriebnahme zu überarbeiten. „Nur damit die Wegstrecken insgesamt ein paar Kilometer kürzer werden – und damit möglicherweise das Pendlerpauschale sinkt – werden Pendler gezwungen, weiter mit dem Auto zu fahren. Da lassen die Schildbürger grüßen“, so der steirische AK-Präsident.

Für Daniela Kinz, Sprecherin des Bundesministeriums für Finanzen, ist die Kritik der AK nicht nachvollziehbar, zumal der Pendlerrechner noch gar nicht online verfügbar ist. In einer Stellungnahme erklärte sie format.at: "Der Pendlerrechner wird derzeit intern getestet und ist demgemäß noch gar nicht verfügbar. Die Pendler-Verordnung tritt erst in Kraft, wenn der Pendlerrechner auf der Homepage abrufbar ist. Wird der Pendlerrechner erst nach dem 1. Jänner 2014 zur Verfügung gestellt, gilt die Verordnung rückwirkend, jedoch nur, wenn es für den Steuerpflichtigen zu keiner Verschlechterung kommt."

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