Älteste Privatbank von Liechtenstein muss Schweizer Tochter schließen

Älteste Privatbank von Liechtenstein muss Schweizer Tochter schließen

Der Streit um unversteuertes US-Vermögen, das in beliebten Steueroasen wie Liechtenstein und der Schweiz veranlagt wurde, bringt betroffene Banken zusehends unter Druck. Nun hat es die Liechtensteinische Landesbank (LLB), die älteste und sich mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Bank des Fürstentums, erwischt. Sie musste ihre Schweizer Tochtergesellschaft LLB Schweiz schließen.

Was derzeit noch bleibt, ist eine Abwicklungsgesellschaft, die den Steuerstreit mit den USA beilegen muss. Für den rechtlich in Liechtenstein verankerten Teil der Bank hatte die LLB Ende Juli mit den USA einen Vergleich erzielt und der Zahlung von 23,8 Millionen Dollar zugestimmt. Im Gegenzug verzichteten die USA auf eine Strafverfolgung.

Der Fall ist dennoch noch offen. Denn die LLB Schweiz gehört zu jenen 14 Instituten der “Kategorie 1” des US-Steuerprogramms, gegen die eine Strafuntersuchung wegen der mutmaßlichen Entgegennahme von unversteuertem Kundengeld eröffnet wurde.

Massiver finanzieller Einschnitt

2013 musste die LBB bereits die Treuhandtochter JuraTrust verkaufen. Auch der Verkauf der Zweigniederlassung Lugano wurde notwendig, ebenso der Verkauf einer Liegenschaft in Zürich.

Der Verkauf der LLB Schweiz und der Niederlassungen Lugano führten zu einem Netto-Neugeld-Abfluss von rund 2,5 Mrd. Franken (2 Mrd. Euro). Zur Jahresmitte 2013 waren die verwalteten Vermögen auf 50,5 Mrd. Franken beziffert worden. Durch die Schließung der LLB Schweiz verlieren zudem rund 100 Mitarbeitern ihren Job.

Tino Quaderer, Unternehmenssprecher der Liechtensteinischen Landesbank, betont in einem Statement an format.at allerdings, dass die Schließung der LLB Schweiz AG nicht im Zusammenhang mit der US-Thematik stehe, sondern einzig in wirtschaftlichen Überlegungen begründet sei. Auch die Abflüsse von 2,5 Milliarden Euro stünden in keinem Zusammenhang mit der Situation in den USA.

Bisher Zahlung von 17,4 Millionen Euro zugestimmt

Für den rechtlich in Liechtenstein verankerten Teil der Bank hatte die LLB Ende Juli mit den USA einen Vergleich erzielt und der Zahlung von 23,8 Mio. Dollar (17,4 Mio. Euro) zugestimmt. Im Gegenzug verzichteten die USA auf eine Strafverfolgung.

Bank steht unter Aufsicht der Schweizer Finanzmarktaufsicht

Für die weitere Abwicklung der Schweizer Bankentochter wurde mit der LLB Verwaltung (Schweiz) AG eine Nachfolgegesellschaft gegründet, wie es am Freitag weiter hieß. Diese steht unter Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) und muss eine Lösung mit den amerikanischen Steuer- und Justizbehörden aushandeln.

Situation mit den USA noch immer ungeklärt

Wegen der ungelösten Situation der Schweizer Tochter enthält die Bilanz der Bank nach wie vor Rückstellungen für den Steuerstreit mit den Amerikanern. Für das Schweiz-Geschäft sind dies rund 25 Mio. Franken, wie ein Sprecher sagte. Er bestätigte damit frühere Angaben der Bank zur speziell für den Steuerkonflikt gebildeten Reserven.

Jetzt hofft die noble Privatbank auf Kunden aus dem Osten. Die Standorte Genf und Erlenbach, neu Vertretungen der Liechtensteiner LLB, sollen sich auf Kunden aus Zentral- und Osteuropa konzentrieren.

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