Sanierungsfall Praktiker

Sanierungsfall Praktiker

Mit Armin Burger und Erhard Grossnigg rücken zwei Austro-Manager an die Spitze der deutschen Baumarktkette.

Mit dem Schicksal von roten Zahlen steht Baumax in der Branche nicht alleine da. Als sich die Heimwerkerkette Praktiker vor sechs Jahren wegen Erfolglosigkeit aus Österreich zurückzog, sollte das rotweißrote Kapitel für die Deutschen abgeschlossen sein. Doch so leicht wird man Österreicher nicht los: Mit Armin Burger und Erhard Grossnigg übernehmen jetzt gleich zwei heimische Manager die Führung der angeschlagenen Heimwerkerkette.

Handelsexperte Burger, gebürtiger Deutscher mit Lebensmittelpunkt Wien, ist seit Mitte Oktober neuer Vorstandschef des börsennotierten Konzerns (3,2 Milliarden Euro Umsatz). Sanierer Grossnigg ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Hinter den Personalien steckt die österreichische Fondsmanagerin Isabella de Krassny, die über zwei Fonds insgesamt 15 Prozent der Praktiker-Aktien vertritt und damit die größte Einzelaktionärin ist - und sich seit Monaten mit dem Praktiker-Management um ein Sanierungskonzept rauft. Denn Praktiker leidet wie Baumax unter der schwachen Nachfrage in Osteuropa. Allein heuer brachen die CEE-Umsätze um mehr als zwölf Prozent ein, was dem Konzern einen Halbjahresverlust von 97 Millionen Euro bescherte. 2011 versenkte der Konzern (20.000 Mitarbeiter, 440 Filialen in neun Ländern) sogar mehr als eine halbe Milliarde Euro - Praktiker hatte sich mit Billigpreisen und Diskontangeboten kräftig verhoben.

Zwar steht Praktiker auf der Kippe, "aber das Geschäftsmodell Baumarkt funktioniert“, ist Isabella de Krassny überzeugt. Gemeinsam mit Burger und Grossnigg will sie den Spagat zwischen Mini-Preisen und Maxi-Beratung mit einer 2-Marken-Strategie schaffen: Die Praktiker-Tochter Max Bahr soll Service und Beratung bieten, Praktiker selbst günstige Preise. "In Regionen mit starker Kaufkraft setzen wir auf Beratung, in Regionen mit niedriger Kaufkraft auf das Diskontkonzept“, so de Krassny.

Einen Rückzüg aus einzelnen Ländern will sie nicht ausschließen, allerdings müsse man sehr genau analysieren: "In Griechenland verdienen wir Geld, weil wir dort das richtige Sortiment anbieten.“

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