Reisetipp Sankt Petersburg – Im Zeichen der Kunst

Reisetipp Sankt Petersburg – Im Zeichen der Kunst

Neulich in Sankt Petersburg. Noch hängt der Winter ein wenig über der Stadt. Und alle freuen sich schon auf die Weißen Nächte, auf jene wenigen Wochen und Tage im Jahr, in denen Sankt Petersburg die hellste, schönste, wildeste und romantischste Stadt der Welt ist.

Wenn es den ganzen Tag lang nicht wirklich dunkel wird, wenn auf allen Plätzen und Winkeln die Menschen bis weit in die Nacht hinein feiern und tanzen, wenn die Partyboote auf der Newa rauf und runter durchfahren. Es sind die Tage und Wochen, so scheint es, in denen alle Welt nach Sankt Petersburg kommt.

Dieser Sommer ist ein ganz besonderer Sommer. Und das hat nichts mit den Weißen Nächten zu tun, sondern mit der Kunst. Zum einen feiert die Eremitage, wohl eines der berühmtesten Museen der Welt, ihren 250. Geburtstag. Außerdem wird die zehnte Ausgabe der Manifesta, der gesamteuropäischen Kunstbiennale, in diesem Jahr in Stankt Petersburg abgehalten. Und dann gibt es noch einige andere kulturelle Angebote, die bemerkenswert sind, darunter die Aktivitäten im Kulturbezirk New Holland Island.

Happy Birthday

Die Eremitage ist ein Monster, das kann man anders nicht sagen. 350 Säle, mehr als drei Millionen Kunstwerke, von denen gerade mal 60.000 ausgestellt sind. Meisterwerke aller Epochen und Kulturen. Angefangen hat alles ganz bescheiden: 1764 erwarb Zarin Katharina die Große von dem preußischen Kunsthändler Johann Ernst Gotzkowsky etwas mehr als 200 Gemälde, vor allem flämische und holländische Meister, und hängte sie in einem Nebengebäude ihres Winterpalasts, das sie "Eremitage“, also "Einsiedelei“, nannte, auf. Dass es bei der Erweiterung der Sammlung nicht immer ganz astrein zuging, ist bekannt. Die Romanows, also die Zarenfamilie, waren ohnehin nicht zimperlich, dann kamen die Revolutionäre von 1913, die die Romanows, den Adel und die Kirche enteigneten, und dann, nach 1945, bediente man sich in deutschen Museen.

Was nicht so bekannt ist: Die sowjetische Regierung nutzte die Eremitage auch zur Devisenbeschaffung, und so befinden sich heute etliche Kunstwerke, die einst in Sankt Petersburg zu sehen waren, in der National Gallery of Art in Washington. Heute ist die Eremitage ein weltweit agierender Konzern mit Filialen, sogenannten Sputniks, nicht nur in russischen Städten wie Kasan, Wyborg und Wladiwostok, sondern auch in Amsterdam und demnächst in Venedig und Barcelona. In diesem Jahr ist ein neues Ausstellungshaus hinzugekommen, das Generalstabsgebäude auf der anderen Seite des Schlossplatzes, und eine Bibliothek, die von Rem Koolhaas entworfen wurde. Zu den Höhepunkten des Jubiläumsjahres zählt eine Ausstellung zum Thema "Leben am Zarenhof“.

Sommer der zeitgenössischen Kunst: Manifesta und New Holland Island

Die Manifesta ist Europas Kunstbiennale, die immer an einem anderen Ort stattfindet, diesmal - nicht zuletzt wegen des Eremitage-Jubiläums - in Sankt Petersburg. Das hat natürlich für einige Diskussionen gesorgt. Kurator ist der deutsche Kaspar König, der sich als Chef des Museums Ludwig in Köln einen herausragenden Ruf als Ausstellungsmacher erarbeitet hat und der, so wird versichert, auch einer heftigen Kontroverse nicht aus dem Weg geht. Dass Sankt Petersburg mit internationaler zeitgenössischer Kunst einigermaßen vertraut ist, verdankt die Stadt Dasha Zhukowa, der Freundin des Oligarchen Roman Abramowitsch. Auf New Holland Island , einer ehemaligen Schiffswerft, hat sie ein sommerliches Kulturzentrum mit Galerien, Buchhandlungen, Cafés und Freiluftkino eingerichtet. Es gibt keinen besseren Ort in der Stadt, um im Sommer einen Tag ausklingen zu lassen.

Oligarch mit Eiern: das Fabergé-Museum

Ein anderer Oligarch ist Viktor Vekselberg; er hat sein Geld mit Öl und Aluminium gemacht. Er setzt nicht auf kontroversielle zeitgenössische Kunst, sondern erinnert lieber an das Sankt Petersburg der Zaren und des Adels. Er sammelt Arbeiten aus der Werkstatt Fabergés; ihm gehört jenes berühmte erste Ei, das der Goldschmied Peter Carl Fabergé 1885 im Auftrag von Zar Alexander II angefertigt hat. Im Palais Shuvalov hat er Anfang des Jahres das Fabergé-Museum eröffnet, in dem gut 1.000 Arbeiten aus der Werkstatt Fabergés zu sehen sind.

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