Kino mit Flügeln – Die beste Bordunterhaltung

Kino mit Flügeln – Die beste Bordunterhaltung

Hollywood-Blockbuster, Internet, Mobilfunk – die Luftfahrtindustrie investiert jährlich bis zu 18.000 Euro pro Sitz in die Bordunterhaltung, um ihren Passagieren die Zeit zu vetreiben.

Der Preis für das Amusement steigt: 1992, zu Beginn der On-seat-Monitore, kostete das Equipment nur 10.000 Euro. Doch das sogenannte In-flight-Entertainment ist neben dem Streckennetz und der Servicequalität der einzige Punkt, wo sich Airlines voneinander deutlich abheben können. Vorreiter in diesem Sektor ist wie so oft Emirates. Mit je nach Flugzeugtyp bis zu 1.500 Unterhaltungskanälen sind die Airliner aus dem Morgenland die Nummer 1 der Branche. Dabei stapelt der zuständige Emirates-Manager Patrick Brannelly bewußt tief: "Wir vergleichen uns gar nicht mit anderen Fluglinien - wir wollen die Besten sein und den Flug als Teil des Urlaubs präsentieren.“

Erstaunlich ist, welch Aufwand bei der Gestaltung der Bordunterhaltung betrieben wird. Rund zwanzig Filme pro Monat bietet Hollywood den Fluglinien an. Davon landen 12 bis fünfzehn tatsächlich auf den Sitzmonitoren. Am Boden bleiben nur Filme, die politisch oder religiös zu sehr polarisieren könnten oder Streifen über Flugzeugkatastrophen oder Geiseldramen auf Flughäfen. Denn da kennen die Gesellschaften keinen Humor. Laut Brannelly gibt es bei Emirates eine eigene Abteilung, die nur für die Filmauswahl zuständig ist. Was nach einem Traumjob klingt, ist harte Arbeit - gilt es auch tausende TV-Dokumentationen und Serien zu durchforsten.

Zwei-Klassen-Gesellschaft

Diesen Aufwand leisten sich nicht alle Airlines. Während etwa bei Emirates 100 Spiele auf den Screens zur Verfügung stehen, ist es bei der AUA nur ein Zehntel davon. Auch die Größe der Bildschirme differiert: Die Scheichs genießen in der First Class TV-Vergnügen in der Größe von 27 Zoll, während sich der Economy-Passagier einer europäischen Airline meist mit 9 Zoll zufrieden geben muss.

Die größten Investitionen erfolgen aber in der mobilen Kommunikation über den Wolken. Emirates erlaubt die Verwendung von Smartphones an Bord, was 82 Prozent der Passagiere zur Datennutzung, hauptsächlich für Mails, verwenden. Nur 17 Prozent nützen die Möglichkeit des Telefonierens aus dem Flieger, was wohl auch an den verwirrenden Roaminggebühren liegt. Brannelly: "Wir würden auch gerne Wireless-Lan (Wifi) gratis anbieten. Die dafür nötige Satellitenverbindung ist aber wie alles in der Fliegerei sehr teuer.“ Eine Austrian Airlines-Sprecherin übt sich hier in Zurückhaltung: "Auch wir prüfen das Thema Wifi an Bord, konkrete Pläne zum Einsatz von Wifi an Bord unserer Flugzeuge gibt es aber nicht.“

Ein schillernder Vogel am Unterhaltungs-Himmel ist traditionell Richard Bransons Virgin Atlantic, die auch bereits nachdenkt, Hollywood-Premieren simultan in sämtlich sich in der Luft befindlichen Flugzeugen abzuhalten. Bei Emirates gibt man sich diesbezüglich reserviert: "Wir sind nicht sicher, ob das funktioniert und ob das die Kunden wollen. Wir sind eine Fluglinie und kein Kinocenter.“

Die Airline-Highlights

1. Die neue Lufthansa-Business Class im Jumbojet Boeing 747 spielt alle Stückerln moderner Bordunterhaltung. Die Highlights: 50 Filme, 110 TV-Programme, 30 Lufthansa Radiokanäle, 200 CDs, Spiele sowie Serviceinformationen über Lufthansa und Moving Map mit 3D-Funktion.

2. Singapore Airlines glänzt mit ihrem Unterhaltungsprogramm KrisWorld: 250 Filme und Fernsehsendungen, 700 Musik-CDs, 20 Radiokanäle und 60 Videospiele.

3. Emirates bietet in der First Class 27 Zoll Fernseher, Wifi, Onboard Internet und Handy-Empfang. Weiters im Angebot: 300 Filme, 150 TV-Stationen, 800 Musikstationen und 100 Videogames.

4. Austrian Airlines unterhält seine Passagiere mit 30 Filmen, ca. 150 CDs sowie 10 verschiedenen Spielen.

5. Air France will mit Kunstausstellungen auf Bildschirmen in den allgemein zugänglichen Flugzeugbereichen punkten. 100 Spielfilme und 23 Radiosender bieten in den neuesten Flugzeugen Unterhaltung. Im A-380 können Reisepläne und Hotelguides auf USB-Stick geladen werden.

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