Format-Traveller Gerald Sturz war im Oman

Der Oman ist ein orientalisches Urlaubsparadies. Kein anderes Land auf der Arabischen Halbinsel hat Tradition und Moderne so schön zusammengebracht. Fünf gute Gründe, das Sultanat am Indischen Ozean zu besuchen.

Knapp vor Jahresende bin ich noch im Oman gewesen. Es ist eine der schönsten Reisen des vergangenen Jahres geworden. Der Oman ist das Anti-Dubai. Kein neureicher Noch-größer-noch-höher-noch-teurer-Wahn; stattdessen die behutsame und organische Modernisierung eines einst ziemlich rückständigen Landes. Keinem anderen Land auf der Arabischen Halbinsel ist es so gut gelungen, Tradition und Moderne zu verbinden.

Zu verdanken haben das die Omanis ihrem Sultan Qaboos. Er hat vor fast genau 40 Jahren seinen Vater Said, der sich in seinem Palast in der südlichen Stadt Salalah eingebunkert und seinen Untertanen jeden Kontakt mit der Moderne verboten hatte, ins Exil nach London geschickt und selbst die Macht übernommen. Der Oman hatte damals gerade mal eine asphaltierte Straße (das Land ist so groß wie Italien!), ein Krankenhaus und zwei Schulen. Am Abend wurden die Stadttore von Maskat, der Hauptstadt, geschlossen, damit niemand rein oder raus konnte. Heute besitzt der Oman ein ausgezeichnetes Verkehrsnetz, Schulen und Krankenhäuser gibt es überall und in guter Qualität, und wer durch Maskat wandert, erlebt eine moderne, vitale Stadt, die definitiv im 21. Jahrhundert angekommen ist.

1. Die Hauptstadt Maskat

Ich organisierte mir ein Auto samt Fahrer und cruiste durch die Hauptstadt, die sich auf fast 30 Kilometern Länge am Indischen Ozean erstreckt. Und was ich sah, gefiel mir. Obwohl der Oman ein ziemlich reiches Land ist, finden wir keine Hochhäuser, keine Protzarchitektur und keine Business-District-Siedlungen. Na ja, ganz konnte sich der Oman dem Immergrößer-Spiel auch nicht entziehen. So gibt es die Sultan-Qaboos-Moschee, die vor zehn Jahren eröffnet wurde und die damals einige Weltrekorde für sich beanspruchen konnte: größte Moschee (bis zu 20.000 Gläubige finden Platz), größter handgeknüpfter Teppich (aus dem Iran), größter Deckenleuchter (von Swarovski).

Die meisten dieser Weltrekorde hat ihr seither die Scheich-Zayed-Moschee in Abu Dhabi abgenommen, sehr eindrucksvoll ist die Sultan-Qaboos-Moschee immer noch. Maskat ist bezaubernder Orient. Im Stadtteil Muttrah finden wir einen schönen, quirligen Souk, in dem man völlig unbelästigt von aufdringlichen Händlern umherwandern kann. Muttrah hat auch eine sehr schöne Corniche. Der Palast des Sultans befindet sich in Alt-Maskat. Bemerkenswert ist auch die erst vor einigen Monaten eröffnete Königliche Oper. Sie ist erst das zweite Opernhaus in der arabischen Welt (nach Kairo). Ich ließ mir sagen, dass die Oper teurer war als die Sultan-Qaboos-Moschee, was manchen Strenggläubigen nicht gefallen hat. Maskat hat einige ganz hervorragende Hotels (Grand Hyatt, Shangri-La, The Chedi), sehr gute Restaurants und eine lebhafte Strandpromenade.

2. Die Wüstenstadt Nizwa

An einem Freitag fuhr ich zeitig in der Früh nach Nizwa. Die Oasenstadt ist etwa zwei Autostunden von Maskat entfernt. Dass der Oman eine ziemlich kriegerische Vergangenheit hinter sich hat, davon zeugen die unzähligen übers Land verstreuten Forts. Die meisten von ihnen sind schön renoviert und heute sehenswerte Museen. Eines der schönsten steht in Nizwa. Nizwa hat auch einen interessanten Souk. Die Hauptsehenswürdigkeit aber ist der Viehmarkt, der jeden Freitag in der Früh abgehalten wird.

3. Die Wüste Rub al Khali

„Leeres Viertel“ wird diese Wüste genannt. Reiseveranstalter organisieren Touren mit Autos mit Vierradantrieb, Übernachtungen in Luxus-Zeltlagern und abenteuerliche Autofahrten über die Dünen. Unbedingt mitmachen!

4. An der Küste

Ein anderer Ausflug führte mich am Ufer des Indischen Ozeans entlang. So kam ich in das Fischerdorf Barka. Hier ist das Leben noch ein langsamer Fluss: Am Vormittag legen die Fischerboote am Strand an, der Fisch wird zum direkt neben dem Wasser liegenden Markt gebracht, das Feilschen kann beginnen. Unterhaltsam.

5. Die Halbinsel Musandam

Ein Eck der Vereinigten Arabischen Emirate trennt die Halbinsel Musandam, die an der Straße von Hormus liegt, vom eigentlichen Oman. Musandam bietet eine ungewöhnliche Landschaft – Gebirgsketten, Schluchten, Fjorde – und hat sich vor allem als Reiseziel für Aktivurlauber etabliert. Hier kann man tauchen, schnorcheln, paragliden, bergsteigen, biken. Und hier gibt es auch ein ganz wunderbares Hotel: das Six Senses Zighy Bay.

Info

Lauda Air ( www.laudaair.com ) fliegt in Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter Intertravel ( www.intertravel.at ) von 4. Februar bis 7. April von Wien, Graz, Klagenfurt und Linz nonstop in den Oman. Mein Hoteltipp für Maskat: das üppige Grand Hyatt ( muscat.grand.hyatt.com ).

- Gerald Sturz

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