FORMAT-Traveller Gerald Sturz über neue Hotspots in Venedig

FORMAT-Traveller Gerald Sturz über neue Hotspots in Venedig

In diesem Sommer steht Venedig wieder einmal im Zeichen der Kunstbiennale. Aber auch sonst tut sich viel in der Stadt in der Lagune. Sogar für Venedig-Kenner gibt es Neues zu entdecken.

Neulich war ich wieder einmal in Venedig. In den Giardini wurde bereits eifrig gehämmert, geweißelt und installiert – letzte Vorbereitungen vor der Biennale-Eröffnung. Vergangenes Wochenende startete das wichtigste Kunstereignis des Jahres. Gewohnt habe ich im Bauer Hotel, einem wunderschönen Hotelklassiker am Canal Grande. Das Frühstück auf der Terrasse direkt am Kanal stimmt prächtig auf einen Tag in Venedig ein.

An einem Nachmittag traf ich Francesca Bortolotto Possati im Salon zum Kaffee. Ihr gehört das Hotel, und sie ist so etwas wie die inoffizielle Botschafterin der Stadt: elegant, gebildet, liebenswürdig. Sie kennt die Geschichte, die Geheimnisse und die sehenswerten Orte der Stadt wie keine andere. Ganz beiläufig erwähnt sie, dass sie kürzlich in einem ihrer Paläste Gäste untergebracht hat, Freunde aus Hollywood. „Brad Pitt und Angelina Jolie – Sie kennen sie sicher.“ Gemeinsam basteln wir an einem Besichtigungsplan für jene, die in diesem Sommer nach Venedig kommen. Das sind unsere Empfehlungen.

Neue Kunst, Teil 1

Zwei, drei Tage sollte der Venedig-Besucher in diesem Sommer auf jeden Fall für den Besuch der Kunstbiennale einplanen, die nicht nur an den beiden Hauptschauplätzen, in den Giardini und im Arsenale, stattfindet, sondern auch in zahllosen Palazzi und Kirchen der Stadt.

Neue Kunst, Teil 2

Attraktive moderne Kunst gibt es auch außerhalb der Kunstbiennale, z. B. im Palazzo Grassi und in der Punta della Dogana, die beide dem französischen Lifestyle-Unternehmer François Pinault (Gucci etc.) gehören; in diesem Jahr haben auch Miuccia Prada und Patrizio Bertelli – in Zusammenarbeit mit dem Architekten Rem Koolhaas – einen Platz für ihre Prada Foundation eröffnet – im Palazzo Ca’ Corner della Regina am Canal Grande.

Küchenkunst

„Sie ist unser aktueller Darling“, sagt Francesca Bortolotto Possati und meint damit Paola Budel, die Küchenchefin des Venissa Restaurants ( www.venissa.it ) auf der Insel Mazzorbo. Das Venissa (Hotel, Weingut und Restaurant) ist wohl einer der schönsten Orte in der Lagune: ruhig, entspannt, pittoresk, mit fantastischer regionaler Küche und einem exzellenten Weinkeller.

Junge Köche

In den letzten Jahren oft genug in das gerade bei Österreichern so beliebte (und liebenswerte) La Corte Sconta gegangen. Zeit, Neues zu entdecken. Einige kleine Trattorias haben sich zu einer lockeren Gemeinschaft mit dem schönen Namen Ristoranti della Buona Accoglienza zusammengeschlossen, um die venezianische Küche zu pflegen. Unsere Empfehlung: Alle Testiere ( www.osterialletestiere.it ) beim schönen Campo S. Maria Formosa.

Alte Kunst

Immer noch ein Geheimtipp ist der Palazzo Grimani ( www.palazzogrimani.org ) in Castello, der nach langer, langer Restaurierung (27 Jahre!) vor zwei Jahren wiedereröffnet wurde und wohl einer der prächtigsten Paläste Venedigs ist.

Strandausflug

Einer der charmantesten Sommerplätze Venedigs, die ich kenne, ist den meisten Touristen nahezu unbekannt: die Spiaggia Alberoni am Lido, wo einst Luchino Visconti „Tod in Venedig“ gedreht hat und wo die Zeit scheinbar stehen geblieben ist.

Rent a boat

Und zum Abschluss noch eine überraschende Empfehlung von Francesca Bortolotto Possati. „Venedig“, sagt sie, „ist eine Stadt, die man vom Wasser aus erleben muss.“ Nicht unbedingt vom Deck eines Vaporettos und auch nicht von einer Gondel aus. Am besten mietet man sich selbst ein Boot. Geht ganz einfach. Zum Beispiel bei Giampietro Brussa an der Ponte delle Guglie.

- Gerald Sturz

BIENNALE-INFO: Glaubt man den Rezensionen, dann sind die interessantesten Länderpräsentationen jene von Deutschland (Christoph Schlingensief, mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet), von Großbritannien (Mike Nelson), die der Vereinigten Staaten (Allora & Calza dilla), von Ägypten (bezieht sich auf die aktuelle politische Lage), Griechenland (Diohandi) – und Österreich (Markus Schinwald). Zu sehen bis 27. November.

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