Flugreisen: Bald darf nur noch kleineres Gepäck in die Kabine

Flugreisen: Bald darf nur noch kleineres Gepäck in die Kabine

Der Platz im Flieger wird immer weniger. Deshalb gab der Weltluftfahrtverband IATA eine Empfehlung an die Airlines heraus, dass Handgepäckstücke künftig kleiner und einheitlicher werden soll.

Geht es nach dem Weltluftfahrtverband IATA, müssen sich viele Flugreisende wohl bald neue Koffer und Taschen kaufen: Künftig soll das Handgepäck kleiner werden. Es soll eine einheitliche Maximalgröße für Trolleys, Taschen und Koffer geben, die in der Kabine transportiert werden. Austrian Airlines und Niki planen derzeit keine Änderung, doch die Empfehlung werde intern geprüft.

Flugzeugpassagiere müssen sich beim Handgepäck vermutlich bald auf neue Regeln einstellen. Unter dem Projektnamen „IATA Cabin OK“ will der Weltluftfahrtverband die Maße verkleinern: Bei den meisten Fluggesellschaften beträgt die Maximalgröße 55 x 40 x 23 Zentimeter, rund 50, 6 Liter. Die neuen Maße wären 55 x 35 x 20 Zentimeter. Das klingt nach nicht viel, doch der Unterschied sind mehr als zwölf Liter Volumen. So viel wie etwa in einen kleinen Wanderrucksack hineinpasst.

Diese Empfehlung gab der Weltluftfahrtverband bei seinem Jahrestreffen in Miami vor wenigen Tagen ab. Die Vorgaben sind für die Airlines nicht verbindlich. Werden sie jedoch eingeführt, würde das Volumen der Kabinenkoffer um rund 38 Prozent sinken. Hinter dem Vorstoß der IATA stehen vor allem nordamerikanische Fluglinien, bei denen häufig noch größeres Handgepäck gestattet ist als in Europa.

Keine Änderung bei der AUA

Der Verband will eine einheitliche Regelung schaffen, denn die Handgepäckbestimmungen variieren von Airline zu Airline: Bei den Star Alliance-Mitgliedern Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss, als auch bei Airberlin und Niki gelten 55 x 40 x 23 Zentimeter, beim Billigflieger Ryanair sind es 55 x 40 x 20 Zentimeter, bei Air France 55 x 35 x 25 Zentimeter.

Bei der Austrian Airline gebe es derzeit „keine Änderung“, man sehe sich den Vorschlag der IATA aber an. Eine Änderung der Handgepäckgröße müsste bei allen Star Alliance-Mitgliedern umgesetzt werden. Die AUA-Mutter Lufthansa will die Empfehlung der IATA vorerst nicht umsetzen: "Ob wir das einführen, ist noch nicht entschieden", sagte ein Konzernsprecher. Das Unternehmen begrüße aber grundsätzlich die Idee, weltweit einheitliche Vorschriften für die Größe des Handgepäcks zu erlassen.

Bei der Niki werde die Empfehlung intern geprüft. „Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, werden Airberlin und Niki ihre Entscheidung kommunizieren“, heißt es bei der Airline.

Koffer-Hersteller profitieren

"Es hat Vorteile für alle Beteiligten", so Tom Windmuller von der IATA. Der Verband hat bereits ein "IATA Cabin OK"- Siegel vorgestellt, welches Gepäckstücke zieren soll, die den neuen Maßen von 55 x 35 x 20 Zentimeter entsprechen. Von der geänderten Größe profitieren vor allem die Koffer-Hersteller. Nach Gesprächen mit mehreren großen Gepäckherstellern sei davon auszugehen, dass Kabinenkoffer mit dem neuen Logo noch im Lauf des Jahres auf den Markt kommen werden, ist auf der Homepage zu lesen.

Vorerst hätten rund 50 Fluggesellschaften Interesse gezeigt, sagte der IATA-Vertreter Tom Windmuller. Etwa ein Dutzend der großen Gesellschaften inklusive Lufthansa, Emirates und Qatar hätten schon signalisiert, das mit der Reform verbundene neue IATA-Level zu akzeptieren.

Zunehmendes Platzproblem in den Maschinen

Das Platzproblem in den Kabinen dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, weil immer mehr Gesellschaften dazu übergehen, für aufzugebende Gepäckstücke extra zu kassieren. Air Berlin verkauft seit Mai Tickets ohne Freigepäck. Die Lufthansa will ihren entsprechenden Light-Tarif im Oktober einführen. Die AUA startet im Herbst einen Pilotversuch zu neuen Tarifstrukturen.

Der Weltluftfahrtverband IATA vertritt rund 260 Airlines weltweit, die etwa 83 Prozent des globalen Luftverkehrs abwickeln

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