Der Luftkampf um die Luxuskunden: Business Class-Angebote im Test

Der Standard in der Business-Class ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Was vor zehn Jahren der First Class vorbehalten war, ist jetzt für die Business-Class gerade gut genug“, beschreibt Martin Gross, Österreich-Chef der Fluglinie Emirates, den Trend zu mehr Luxus über den Wolken.

Lufthansa

Seit Mai dieses Jahres ist Lufthansa mit der neuen Business-Class unterwegs. Sie gilt derzeit als das Maß der Dinge.

Service: diskret, aber top
Entertainment: 15-Zoll-Bildschirm überträgt 30 Spielfilme
Sitz-Innovation: Mehr Platz durch verschobene Sitzanordnung

Air France

Die Franzosen bieten sehr hochwertige Lounges (leider nicht in Wien). Nachteil: Betten sind nicht ganz waagrecht einstellbar.

Sitz- und Liegefläche: 61 cm / 2 Meter
Entertainment: 15-Zoll-Bildschirm, 500 Programme, 85 Filme, 200 Musiktitel, 23 Radiostationen sowie 17 Computerspiele
Menü: 3-Gang-Essen mit Weinbegleitung

Seine Airline war jahrelang Gradmesser für gehobene Dienstleistung und Qualität. Doch die anderen Fluglinien haben sowohl ihr Flugmaterial als auch ihre Serviceangebote ordentlich upgegradet. Denn der Wettbewerb in den luftigen Höhen wird immer turbulenter. Schlaftaugliche Sitze und ein reiches Angebot an Unterhaltungselektronik sind schon Pflicht. Sogar Billigflotten wie etwa Air Berlin haben einen Großteil ihrer Holzklasse mit edler Ausstattung umgerüstet.

Harter Wettbewerb

Der Business-Bereich ist nicht umsonst so heiß begehrt: Die teuren Tickets (siehe Vergleich ) bringen solide Gewinne. Und die haben alle Airlines bitter nötig. Doch gerade die Business-Class war in den vergangenen Jahren im Sturzflug begriffen. Firmen und Geschäftsreisende verzichten zunehmend auf den Check-in am Business-Schalter und buchen - vor allem bei Kurz- und Mittelstreckenflügen - in der Economy-Kabine. Doch die Business-Reisenden werden zunehmend durch zahlungskräftige Privatreisende und Komfort suchende Urlauber ersetzt. Da sie - anders als Geschäftsreisende - die Rechnungen selbst bezahlen, achten sie noch stärker auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. FORMAT hat daher die wichtigsten Airlines miteinander verglichen und die speziellen Dienste gegenübergestellt (siehe Tabelle ).

35.000 Euro pro Sitz

Kein Wunder, dass die Fluglinien mit Hochdruck an der Renovierung ihrer Business-Class arbeiten. Heuer etwa überarbeitete Lufthansa-Boss Christoph Franz aufgrund des enormen Drucks durch die Konkurrenz seine fliegenden Couches und investierte drei Milliarden Euro in die Verbesserung. Das Investment lohnte sich: Lufthansa hat derzeit in puncto Gemütlichkeit, Ausstattung und Dienstleistung die Nase vorne. Auch die Lufthansa-Tochter Austrian (AUA) stellte diese Woche ihre neue Business-Class vor: Größere Sitze mit Massagefunktion, komplett horizontal ausfahrbare Betten, Touchscreen auf 15 Zoll (38 Zentimeter Diagonale) mit einem breiten Entertainment-Programm, und das alles lässt sich via elegantes Panel in der Mittelkonsole oder Fernbedienung steuern.

Der Carrier war gezwungen, zu handeln. Das Interieur war in die Jahre gekommen, und die AUA möbelt es nun mit 90 Millionen Euro auf. Inklusive Nebenausstattung investiert die AUA 35.000 Euro pro Sitz. Austrian-Boss Jaan Albrecht: "Unsere Software, also die Servicequalität, hat immer gepasst. Doch die Hardware hinkte hinterher. Mit der Umrüstung zur neuen Business-Class ist dieser Unterschied behoben. Jetzt passt beides.“ Zum Einsatz kommt die neue Ausstattung ab 2013.

Zusatzleistungen

Doch das Ambiente an Bord ist noch lange nicht das wichtigste Asset, das mit einem Business-Ticket verbunden ist. An den Zusatzleistungen entscheidet sich, wer künftig gebucht wird und wer nicht. Das herausragendste Offert kommt dabei von Emirates: Im Flugpreis für rund 55 Destinationen sind ein eigener Chauffeur mitsamt 5er BMW oder E-Klasse-Mercedes enthalten. Das Angebot gilt in Österreich für Reisende, die innerhalb von 40 Kilometern zum Flughafen Wien abgeholt werden sollen; bei weiteren Entfernungen wird ein geringer Aufpreis in Rechnung gestellt.

Am Zielflughafen und bei der Rückreise gilt der Chauffeursdienst ebenfalls. Auch andere Airlines bieten derartige Dienstleistungen - auch mit günstigeren Mietauto-Angeboten (wie etwa Swiss) an. Und Air Berlin hat mit ihrem Großeigentümer Etihad (der Fluglinie der Vereinten Arabischen Emirate) etwa für Flüge nach Abu Dhabi und zu neun weiteren Destinationen ebenfalls einen inkludierten Chauffeursdienst.

Während ein mehrgängiges Menü mit guter Weinbegleitung Standard ist, gibt es auch hier noch kleine, aber feine Unterschiede: Die AUA hat Koch und Sommelier mit an Bord und die Lufthansa die hochwertigste Weinkarte.

Auch an ihren Lounges können Airlines gemessen werden. Hier sind die eigenen Business-Bereiche besonders begehrt. Doch nur wenige Fluglinien verfügen über eigene Lounges in Wien. Hier werden die Gäste in Partner-Lounges untergebracht, die aber kein exklusives Service darstellen, da sie von allen anderen Gästen auch genutzt werden können.

Wer aber via British Airways (BA) von Wien nach New York fliegt, wird in London umsteigen müssen und kann dabei die Zeit im eindrucksvollen Spa-Bereich der BA überbrücken.

Auch an Bord werden Lounge-Bereiche verstärkt aufgebaut - sei es um Snacks und Drinks anzubieten, sich selbst etwas zu holen oder nur gesellig mit anderen Gästen plaudern zu können. Dieser Service wird vor allem in neuen und größeren Flugzeugen (Airbus und große Boeings) angeboten.

Ein Detail, das auch immer wichtiger wird: die Nutzung des Handys und Laptops während des Flugs. Business-Kunden haben mittlerweile bei fast allen Airlines Zugang zu WLAN und finden eine USB-Schnittstelle vor.

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