Abu Dhabi ist das neue Dubai

Abu Dhabi ist das neue Dubai

Neulich in Abu Dhabi. Eine Gruppe von Männern in langen, weißen Dischdaschas steht vor einem Modellbau der Insel Saadiyat und blickt in die Zukunft ihres Emirats. Was es da auf acht mal acht Metern zu sehen gibt, zeigt, wie die Insel in einigen Jahren - vielleicht - aussehen wird.

Da ist etwas, das aussieht wie ein Haufen von Bauwürfeln, die man ins Meer geworfen hat: Das wird einmal das Guggenheim Museum Abu Dhabi sein, das der Stararchitekt Frank O. Gehry entworfen hat. Da ist eine flache Scheibe, die wie ein Ufo aussieht, das am Ufer der Insel gelandet ist: Das soll einmal der Louvre Abu Dhabi werden, der nach Plänen des Franzosen Jean Nouvel gebaut wird. Und da, weiter hinten, ragen fünf steile Zacken aus dem Häusermeer: das ist das Modell des Zayed National Museums. Die Pläne hat der britische Architekt Norman Foster gezeichnet.

Auf einer anderen Insel vor dem Stadtzentrum Abu Dhabis sind die futuristischen Träume schon Gegenwart geworden. Auf Yas Island leuchtet in der Abenddämmerung ein spaciges Ungetüm, das sich bei näherer Betrachtung als ein Hotel erweist. Das Yas Viceroy Hotel ist der Hub einer Insel, die sich dem Motorsport verschrieben hat: mit Formel 1 Kurs und der Ferrari World.

Abu Dhabi hat sich längst aus dem Schatten Dubais, des Nachbar-Emirats, gelöst. Es ist zum viel spannenderen und interessanteren Reiseziel geworden. Kultur und (Motor-)Sport, das sind die beiden Eckpfeiler, auf die sich das Emirat in Zukunft stützen will und davon lässt sich in diesen Tagen ein gutes Bild machen. Das Abu Dhabi Film Festival geht gerade zu Ende, am Sonntag findet auf Yas der Formel 1 Grand Prix statt und in einigen Wochen, vom 20. bis 23. November, wird die internationale Kunstszene die Abu Dhabi Art Fair - inzwischen eine der wichtigsten Kunstmessen des Jahres - aufsuchen.

Aber auch abseits dieser Großereignisse gibt es viel zu sehen. Hier fünf Empfehlungen für einen Besuch des Emirats.

1. Ein Märchenschloss: das Emirates Palace

"Ein Märchenschloss aus 1001 Nacht“ oder "das eindrucksvollste Hotel, das je gebaut wurde“ sind einige der blumigen Bezeichnungen, die für dieses Hotel verwendet werden. Es stimmt: Das Emirates Palace ist eine märchenhafte Angelegenheit. Wer hier nicht wohnt, sollte zumindest auf einen Afternoon-Tea vorbeischauen.

2. Prunkvoll: die Sheikh Zayed Grand Mosque

Dass eine Moschee, die nach dem legendären Gründer der Vereinigten Arabischen Emirate benannt ist, nicht kleckert, sondern klotzt, ist eh klar. Glänzend weißer Marmor, Gold und Perlmutt, so weit das Auge blickt, riesige funkelnde Kronleuchter von Swarovski, der größte Teppich der Welt. Eindrucksvoll.

3. Die Entertainment-Insel: Yas Island

Der Formel-1-Kurs befindet sich hier. Spektakulär ist auch die Ferrari World, die gleich zwei Weltrekorde verbuchen kann. Zu einem ist sie der größte Indoor-Themen-Park der Welt, zum anderen ist ihr Rollercoaster Formula Rossa, der in fünf Sekunden auf 240 Stundenkilometer beschleunigt, der schnellste weltweit.

4. Weit und breit: die Corniche

Die etwa acht Kilometer lange Promenade an der Küste kann man sehr gut mit dem Fahrrad (Verleiher gibt es alle paar Kilometer) erfahren. Auf der einen Seite Hochhäuser, auf der anderen feiner Sandstrand, Beach Clubs, Cafés und eine Meeresbucht, auf der Emiratis mit ihren Jetskis herumrasen.

5. Shopping: der Souk at Central Market

Viele haben - nicht zu Unrecht - den Abriss der traditionellen Souks von Abu Dhabi beklagt. Der neue Souk at Central Market entschädigt jedoch mit einer höchst interessanten Architektur von Norman Foster, der die traditionelle lokale Formensprache in die Gegenwart übersetzt.

Gut zu wissen:

Anreise: Nonstop-Verbindung von Wien nach Abu Dhabi gibt es (noch) keine. Am bequemsten ist die Anreise via Dubai. Eine Taxifahrt vom Flughafen Dubai dauert etwa eineeinhalb Stunden und kostet ca. 70 Euro.

Hotel: Das Emirates Palace, das der Herrscherfamilie gehört und das von der feinen Kempinski Gruppe betrieben wird, sollte man sich nicht entgehen lassen: üppige Ausstattung, traumhafter, 1,3 Kilometer langer weißer Sandstrand, Swimmingpools, Spa.

Restaurant: Dem Mezlai im Emirates Palace gelingt es, die eher erdige Beduinenküche der Emiratis auf ein Haut-Cuisine-Niveau zu heben.

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