Winterreifenpflicht: Was sie besagt und warum ein Verstoß bis 11.000 Euro kostet

Falsche Bereifung bei eisglatter Fahrbahn kann im Fall eines Unfalls richtig teuer werden

Falsche Bereifung bei eisglatter Fahrbahn kann im Fall eines Unfalls richtig teuer werden

Wenn Autofahrer trotz Winterreifenpflicht mit Sommerreifen unterwegs sind, kennt der Gesetzgeber, aber auch die Versicherungen, keinen Spaß. Wann der Punkt erreicht ist, dass Lenker grob fahrlässig handeln, wann man durch falsche Bereifung ins Malus rutschen kann, wann bis zu 5.000 Euro Strafe drohen und warum die Haftpflicht bis zu 11.000 Euro weniger zahlt. Die D.A.S. Rechtsschutz AG informiert.

Wann gilt die Winterreifenpflicht?

Die Winterreifenpflicht gilt von 1. November bis 15. April. Diese Pflicht ist allerdings mit dem Zusatz "bei winterlichen Verhältnissen" versehen. Das bedeutet, Winterreifen sind nur bei Schnee, Matsch oder Glatteis Pflicht - ausgenommen parkende Fahrzeuge. Als Alternative zu Winterreifen können mit Einschränkungen auch Schneeketten verwendet werden.

Was die Winterreifenpflicht genau besagt:

Bei winterlichen Bedingungen dürfen Lenker ihre Fahrzeuge nur dann in Betrieb nehmen, wenn an allen Rädern Winterreifen montiert sind. Das gilt für PKW, Kombikraftwagen oder LKW mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von nicht mehr als 3,5 Tonnen.

Ersatzweise können in manchen Fällen Schneeketten an den Antriebsrädern angebracht werden. Dies gilt allerdings nur, wenn die Fahrbahn vollständig mit einer Schnee- oder Eisschicht bedeckt ist. Denn die Oberfläche der Fahrbahn darf durch den Gebrauch von Ketten nicht beschädigt werden.

Welche Geldstrafen bei Verstößen verhängt werden

Einfache Verstöße werden mit einer Organstrafverfügung von 35 Euro geahndet. Liegt der Tatbestand einer Gefährdung vor, können in einem Verwaltungsstrafverfahren bis zu 5.000 Euro verhängt werden. Nach Anweisung der Exekutive muss der Lenker das Fahrzeug abstellen.

Wann die Versicherung nicht mehr zahlt

Bei Unfällen mit Sommerreifen könnte der Autofahrer Mitschuld tragen. Wenn etwa ein Auto mit Sommerreifen auf einer vereisten oder verschneiten Straße mit einem anderen kollidiert, kann sich der Lenker mitschuldig machen. So könnte sich der Bremsweg durch die Sommerreifen verlängern. In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung kann der Autofahrer dadurch in den Malus rutschen. In der Kraftfahrzeug-Kaskoversicherung kann der Autolenker leer ausgehen, wenn er den Schaden grob fahrlässig verursacht. Es wird in der bestehenden Rechtsprechung als auffallende Sorglosigkeit gewertet, wenn ein Autofahrer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen unterwegs ist.

Was geschieht, wenn man trotz Winterreifenpflicht mit Sommerreifen fährt

Vor der gesetzlichen Neuregelung konnte die eigene Haftpflichtversicherung keinen Regress beim Lenker eines vorschriftswidrig ausgerüsteten Fahrzeugs fordern und die Versicherung musste dem Geschädigten den Schaden ersetzen. Nun finden sich in vielen KFZ-Haftpflichtversicherungsbedingungen Klauseln, die eine Leistungsfreiheit des Versicherers um bis zu 11.000 Euro betreffen. Diese Regelung tritt in Kraft, wenn bestimmte gefahrenerhöhende Umstände eintreten, weshalb das Fahrzeug nicht dem Kraftfahrzeuggesetz entspricht. Das bedeutet: Es muss eine Gefährdung der Verkehrssicherheit durch die Verwendung des Fahrzeuges vorliegen. Gewöhnlich wird eine Sommerbereifung bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen als grobe Fahrlässigkeit anzusehen sein. Zu diesem Thema müssen jedoch weitere gerichtliche Entscheidungen abgewartet werden. Die Kaskoversicherung kann bei mangelhafter Bereifung Zahlungen wegen grober Fahrlässigkeit ablehnen. Dies gilt wenn noch ein weiterer Verstoß, wie etwa überhöhte Geschwindigkeit oder Telefonieren mit dem Handy hinzukommen.

Kann man auch außerhalb der Winterreifenpflicht Probleme bei einem Unfall mit Sommerreifen bekommen?

Autofahrer können auch außerhalb der Winterreifenpflicht zur Kasse gebeten werden, wenn ein Unfall mit einer falschen Bereifung passiert. Ursache für die meisten Unfälle bei schlechter Witterung ist "nicht angepasste Geschwindigkeit". Lenker müssen jedoch die Geschwindigkeit an Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse, sowie den Eigenschaften des Fahrzeuges anpassen. Bei Unfällen auf vereister oder schneebedeckter Fahrbahn spielt deshalb die Bereifung eine wichtige Rolle.

Andere aktuelle Informationen rund um Ihr Recht finden Sie auf der Homepage der D.A.S. Rechtsschutz AG

Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:

Seit 1956 ist die D.A.S. Rechtsschutz AG mit Spezialisierung auf Rechtsschutzlösungen für Privatpersonen und Unternehmen in Österreich tätig. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hochqualifizierte juristische Mitarbeiter und ein breites Dienstleistungsangebot inklusive 24h-Notruf-Hotline an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Kunden in regionalen D.A.S. Niederlassungen verteilt in ganz Österreich mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre solide Marktposition gefestigt. 2013 erwirtschaftete sie im Direktgeschäft ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 63,8 Mio. Euro.

Die D.A.S. Österreich gehört zur D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Gegründet 1928, agiert die D.A.S. heute in 16 europäischen Ländern sowie in Südkorea und Kanada. Die Marke D.A.S. steht für die erfolgreiche Einführung der Rechtsschutzversicherung in verschiedenen Märkten. Die D.A.S. ist der Spezialist für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe.

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