Wer bei Unfällen auf der Piste haftet

Wer bei Unfällen auf der Piste haftet

Fragen wie: War die Piste gut gekennzeichnet oder gesichert, haben sich andere Benützer einer Piste, Loipe oder Rodelbahn richtig verhalten, haben Eltern auf ihre Kinder aufgepasst und wer haftet, wenn es tatsächlich zu einem Unfall kommt? Welchen Einfluss könnte es auf ein Gerichtsurteil haben, wenn man bei einem Unfall einen Helm trägt, oder nicht? Die D.A.S. Rechtsschutz AG gibt Antwort.

Die Verschuldensfrage orientiert sich an FIS-Pistenregeln

Die FIS-Regeln (Infos unter www.bmi.gv.at) und der Pistenordnungsentwurf (POE-Regeln) (www.alpinesicherheit.at) mit seinen 17 Pistenregeln sind der Verhaltenskodex für Schifahrer, Snowboardfahrer, Langläufer und Rodler. Diese dienen Gerichten gleichzeitig als Entscheidungsgrundlage bei einem Prozess. Die FIS-Regeln stellen kein verbindliches Recht dar, es kommt ihnen jedoch bei der Ausübung des alpinen Schisports erhebliche Bedeutung zu. Das Verschulden bei Unfällen auf der Piste wird daher im Allgemeinen nach den FIS-Regeln beurteilt. Für Schadenersatzansprüche und Verjährungsfristen gilt das nationale Recht.

Verkäufer oder Verleiher der Ausrüstung können zur Verantwortung gezogen werden

Kann nachgewiesen werden, dass ein Unfall wegen einer schadhaften Einstellung der Bindung oder wegen eines Materialfehlers verursacht wurde, haftet der Sporthandel (z.B. der Verkäufer der Schiausrüstung) oder der Verleiher.

Auch Pistenbetreiber können zur Verantwortung gezogen werden

Das passiert etwa dann, wenn sich ein Skifahrer oder Snowboarder verletzt, weil die Piste schlecht oder nicht präpariert worden ist. Auch im Fall „Schumacher“ stellt sich die Frage, ob die Piste ausreichend markiert war und für ihn gut ersichtlich war, dass er sich bereits im freien Gelände befand. Kann nachgewiesen werden, dass ein Pistenbenützer deshalb zu Sturz gekommen ist, haftet der Betreiber der Piste.

Man muss sich auch auf Andere verlassen können

Neben den FIS- und POE-Regeln gilt auch der allgemeine Vertrauensgrundsatz der Straßenverkehrsordnung (StVO). Dieser besagt, dass man sich grundsätzlich auf das richtige Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer (hier Pistenteilnehmer) verlassen können muss und diese die Regeln für ein funktionierendes Miteinander befolgen.

Je größer die Gefahr, desto mehr müssen Eltern auf Kinder aufpassen

Die Aufsicht von Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 17 Jahren liegt grundsätzlich bei den Erziehungsberechtigten. Die Aufsichtspflicht kann aber im Einzelfall, etwa bei Skikursen, auf Schi- oder Klassenlehrer übergehen. Ob die Aufsichtspflicht verletzt wurde, muss im Einzelfall festgestellt werden. Generell gilt, je größer die Gefahr und je geringer das Alter und die Erfahrung, desto besser müssen Aufsichtspersonen auf ihren Schützling achtgeben.

Die Deliktfähigkeit beginnt ab dem 14. Lebensjahr

Doch auch vor dem 14. Lebensjahr kann, unter Berücksichtigung der persönlichen Reife und Einsichtsfähigkeit, ein Kind selbst zur Haftung herangezogen werden. Dies hängt in der Regel allerdings auch davon ab, ob eine Versicherung für den Schaden aufkommt oder nicht. Kinder, die über eigenes Vermögen oder eine entsprechende Versicherung verfügen, werden eher zur Haftung herangezogen.

In sieben Bundesländern gibt es gesetzliche Regelungen für Schihelme

Es gibt keine generelle Schihelmpflicht in Österreich. In folgenden Bundesländern gibt es jedoch für Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr eine landesgesetzliche Regelung und zwar:
• Salzburg
• Steiermark
• Oberösterreich
• Kärnten
• Niederösterreich
• Wien
• Burgenland
Keine Helmpflicht gibt es aktuell in Tirol und Vorarlberg.

In Deutschland traf Unfallbeteiligten ohne Helm Mitschuld

Doch wie Rechtsstreitigkeiten, in denen ein Helm von Relevanz ist, ausgehen könnten, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen. Denn noch gibt es in Österreich zu diesem Thema kein Urteil des Obersten Gerichtshofes. Es liegt jedoch bereits eine deutsche Entscheidung vor, die richtungsweisend sein könnte: So hat das Oberlandesgericht München entschieden, dass einen Unfallbeteiligten eine Mitschuld von 50 Prozent trifft, weil er keinen Helm getragen hat.

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Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:

Die D.A.S. Rechtsschutz AG ist seit 1956 in Österreich tätig und hat sich auf die Beratung von Privatpersonen und Unternehmen im Bereich Rechtsschutz spezialisiert. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hauseigene D.A.S. Juristen sowie ein breites Dienstleistungsangebot inklusive eines 24h-Rechtsberatungsservice an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neun regionalen D.A.S. Niederlassungen in Wien, St. Pölten, Wiener Neustadt, Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn stehen ihren Kunden mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre Marktposition stark ausgebaut. 2012 erwirtschaftete sie ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 62,3 Mio. Euro.

Die D.A.S. Österreich gehört zur D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Gegründet 1928, agiert die D.A.S. heute in 16 europäischen Ländern sowie in Südkorea und Kanada. Die Marke D.A.S. steht für die erfolgreiche Einführung der Rechtsschutzversicherung in verschiedenen Märkten. Die D.A.S. ist der Spezialist für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe, eine der großen Versicherungsgruppen in Deutschland und Europa.

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