Welpen: willhaben.at als Drehscheibe für illegalen Handel

Der Handel mit Hunden und Welpen im Internet ist fast durchwegs illegal. Alleine in Wien werden täglich an die 100 vorwiegend junge Hunde illegal, oft mit fragwürdiger Herkunft und ohne Papiere verkauft. Als Drehscheibe fungiert dabei die Online-Plattform willhaben.at. Dort will man von illegalen Geschäften nichts wissen.

Welpen: willhaben.at als Drehscheibe für illegalen Handel

Wien will dem illegalen Handel mit Hundewelpen einmal mehr den Kampf ansagen. Denn die meist in Osteuropa "produzierten" Jungtiere müssten enorm leiden und kämen oft krank und ungeimpft nach Österreich, so Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Mittwoch. Da derlei Geschäfte fast ausschließlich übers Internet abgewickelt werden, fordert die Stadt nun ein Totalverbot des Online-Welpenhandels.

Grundsätzlich dürfen private Anbieter schon jetzt keine Tiere im Netz verkaufen.

Dazu berechtigt sind lediglich zertifizierte Züchter und Tierschutzorganisationen. Der Vollzug dieser Regelung sei aber schwierig: Einerseits sei für Käufer kaum ersichtlich, wer hinter den Inseraten steckt. Denn die Verkäufer würden immer gefinkelter und inserierten etwa angebliche Notverkäufe wegen eines Todesfalls oder plötzlich auftretender Allergien. Oft appelliere man auch an die Emotionen von Tierfreunden, indem behauptet werde, dass als Alternative zu einem Verkauf nur das Einschläfern bleibe.

Rechtliche Schritte gegen Onlineplattformen, die Welpen inserieren

Andererseits ist es für Behörden schwierig, an die illegalen Händler zu kommen, da Daten mühsam zu erhalten seien. Man werde als Stadt rechtliche Schritte gegen Online-Plattformen, die entsprechende Inserate zulassen, prüfen, allerdings seien diese womöglich gar nicht nach hiesigem Recht zu belangen, wenn etwa der Server im Ausland stehe. Um die Sache zu vereinfachen, will Sima ein eindeutiges Bundesgesetz. Dieses müsste den Tierhandel im Internet ausnahmslos verbieten.

8.800 Tierinserate auf willhaben.at

Um an Zahlenmaterial zur Problematik zu kommen, hat die Wiener Tierschutzombudsstelle ein halbes Jahr lang sieben Plattformen analysiert. Als größter "Tummelplatz" erwies sich dabei willhaben.at mit durchschnittlich rund 8.800 Tierinseraten pro Tag. Mehr als 94 Prozent der Hundeangebote seien privat, also illegal, gewesen. Webportale, die derlei zulassen, würden den gesetzeswidrigen Handel damit unterstützen, so Simas Kritik.

Laut Ressortchefin werden in der Bundeshauptstadt bis zu 100 Hunde pro Tag übers Netz verkauft. "Diese werden der Mutter zu früh weggenommen, müssen oft ohne Tageslicht auskommen und werden für die Übergabe an den Abnehmer fitgespritzt", betonte die Ressortchefin. Viele Hunde würden schnell krank: "Sieben von zehn Tieren überleben das erste Jahr nicht."

Zuchthund vier Mal so teuer als illegal angeboten

Simas Tipp an Hundeliebhaber: Niemals Tiere im Internet kaufen. Seriöse Züchter würden sowieso den direkten Kontakt zum Kunden suchen und nicht via Web verkaufen. Was die Kosten betrifft, liege der Preis für einen Zuchthund beim rund Vierfachen im Vergleich zu einem illegal im Internet gehandelten Welpen, hieß es.

Wer das Geschenk, bei Nichgefallen, frühestens am 10. Jänner zurückgeben kann, sollte das vorher mit dem Verkäufer ausmachen.

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