Urlaubszeit - die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Urlaub

Urlaubszeit - die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Urlaub
Urlaubszeit - die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Urlaub

In Österreich wird die Einführung einer sechsten Urlaubswoche diskutiert, doch jeder dritte Arbeitnehmer schafft es nicht einmal, den ihm derzeit schon zustehenden jährlichen Urlaub aufzubrauchen. Das ist weder für die Unternehmen noch für die Mitarbeiter gut. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Urlaub.

Laut Urlaubsgesetz haben Arbeitnehmer in Österreich jährlich Anspruch auf fünf Wochen bezahlten Urlaub. Eine Auszeit, die sie sich auch nehmen sollten. Zum eigenen Wohl, dem der Kollegen und des Unternehmens. Aus SPÖ-Kreisen ist zuletzt der Ruf nach einer sechsten Urlaubswoche für alle laut geworden - dem derzeit gültigen Gesetz zufolge ist das ein Privileg, das Arbeitnehmern offiziell erst ab dem 26. Dienstjahr zusteht.

Eine aktuelle Umfrage des Internetportals karriere.at zeigt allerdings, dass es Österreichs Arbeitnehmern bereits mit der aktuellen Regelung schwer fällt, ihren Urlaub auch tatsächlich zu konsumieren. 19 Prozent gaben an, dass sie den Urlaub nicht verbrauchen können, weil sie stattdessen Überstunden abbauen müssen. Weitere 16 Prozent gaben an, dass massenhaft Urlaubstage stehenbleiben.

Weder für den Arbeitnehmer noch für das Unternehmen oder das Betriebsklima ist das günstig. Für den Mitarbeiter, weil er nicht zu der ihm aus guten Gründen zustehenden Erholung kommt und der Urlaub sogar verfällt, wenn er nicht zwei Jahre nach dem Ende des Jahres verbraucht wird, in dem er entstanden ist. Das heißt, dass man per Gesetz drei Jahre Zeit hat, um Urlaub zu verbrauchen. Wenn zum Beispiel vom Urlaub, der am 1.1.2013 entstanden ist, noch Urlaubstage offen sind, dann hat man als Arbeitnehmer das volle Jahr 2014 und 2015 Zeit, um den Urlaub zu verbrauchen. Konsumierte Urlaubstage werden immer vom ältesten offenen Urlaub abgezogen. Anschließend verjährt der Urlaub.

Für Unternehmen sind nicht verbrauchte Urlaube ein Problem, weil sie dafür in ihren Bilanzen Rückstellungen bilden müssen. Die Höhe der Rückstellung ergibt sich aus dem Entgelt, das der Arbeitgeber den Mitarbeitern bezahlt hätte, wenn diese den Urlaub bereits in Anspruch genommen hätten. Das heißt, sie umfassen das Bruttolohn inklusive Lohnnebenkosten. In größeren Unternehmen sammeln sich vor allem gegen Ende des Jahres so oft erhebliche Summen für die Urlaubsrückstellungen an, die das Unternehmen finanziell sehr belasten können. Im Normalkfall halten die Unternehmen ihre Mitarbeiter daher auch an, ihre Urlaube in der Zeit zu konsumieren, auch wenn

Auch die Kollegen werden in Mitleidenschaft genommen, wenn Urlaube nicht konsumiert werden. "Urlaub steht Mitarbeitern nicht nur zu, sondern ist Grundvoraussetzung, damit diese motiviert und gesund bleiben. Insofern hat die in einem Unternehmen praktizierte Urlaubskultur auch langfristige Auswirkungen auf die Produktivität", weiß karriere.at Geschäftsführer Jürgen Smid. Die mangelnde Produktivität muss dann von anderen Mitarbeitern ausgebügelt werden.

Fragen und Antworten zum Thema Urlaub

Ab wann bekomme ich Urlaub?

In den ersten 6 Monaten wächst Ihr Urlaubsanspruch im Verhältnis zu jener Zeit, die Sie schon im Betrieb sind. Nach einem Monat hat man bereits Anspruch auf zwei Arbeitstage Urlaub. Mit Beginn des 7. Monats hat man Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub von fünf Wochen. Ab Beginn des zweiten Arbeitsjahres entsteht der gesamte Jahresurlaub immer mit Beginn des Arbeitsjahres.

Wann verjährt Urlaub?

Ihr Urlaub verjährt zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist. Das heißt: Man hat drei Jahre Zeit, um Urlaub zu verbrauchen. Im Falle einer Elternkarenz verlängert sich die Verjährungsfrist um die Dauer der Karenz.

Kann man auf Urlaub gehen, wann man will?

Urlaub muss immer zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer vereinbart werden. Ein einmal bewilligter Urlaub kann nicht mehr gestrichen werden – außer die Firma hat ganz wichtige wirtschaftliche Gründe, wie einen Betriebsnotstand. In diesem Fall muss der Arbeitgeber die allfällige Kosten wie Stornogebühren übernehmen.

Kann Urlaub angeordnet werden?

Auch für diese Frage gilt, dass Urlaub immer zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden muss. Das heißt, der Arbeitgeber kann Mitarbeiter per Gesetz nicht zwangsweise in den Urlaub schicken.

Arbeiten im Urlaub?

Auch wenn man scheinbar unabkömmlich ist bleibt Urlaub ist Urlaub. Als Arbeitnehmer kann man es ablehnen, auch im Urlaub „in Bereitschaft“ zu sein und Leistungen zu erbringen.

Geld statt Urlaub?

Es ist verboten, Geld statt Urlaub zu vereinbaren, solange Sie in einem aufrechten Arbeitsverhältnis sind. Wenn Sie aus der Firma ausscheiden, muss jedoch nicht konsumierter Urlaub ausbezahlt werden.

Verspätete Rückkehr?

Im Falle einer verspäteten Rückkehr aus dem Urlaub ist es möglich, dass man den Arbeitsplatz im Zuge einer berechtigten Entlassung verliert. Für eine Verlängerung des Urlaubs ist die Zustimmung des Arbeitgebers erforderlich.Außergewöhnliche Umstände wie Streiks oder eine Krankheit sollten so rasch als möglich dem Arbeitgeber gemeldet werden.

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