24-Stunden-Pflege novelliert

In Zukunft kann das Pflegepersonal von 24-Stunden-Pflegeagenturen nicht mehr beliebig zugeteilt und abgezogen werden.

In Zukunft kann das Pflegepersonal von 24-Stunden-Pflegeagenturen nicht mehr beliebig zugeteilt und abgezogen werden.

Künftig wird es eine Gewerberechtliche Trennung von Vermittlern und Betreuern. Die Kunden wissen künftig, wer sie tatsächlich pflegen wird und nicht nur welche Pflegeagentur diese übernehmen wird.

Eigenes freies Gewerbe für Betreuung

Der Ministerrat hat am Dienstag eine Reform der 24-Stunden-Pflege beschlossen. Die entsprechende Novelle der Gewerbeordnung sieht eine Trennung der Tätigkeiten von Vermittlern und Betreuern vor und schafft ein eigenes freies Gewerbe für die Personenbetreuung, teilte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

Persönlicher Betreuer soll feststehen

Die Reform bringe mehr Transparenz, so Mitterlehner. Demnach wird der Kunde künftig wissen, ob sein Vertragspartner persönlich die Betreuung übernehmen wird oder dieser ein reiner Vermittlungsdienstleister ist. Die gewerberechtliche Trennung ermögliche außerdem eine bessere Qualität der Beratung bei der Vermittlung sowie bei der Betreuung selbst.

"Mit über 20.000 betreuten Personen hat sich die 24-Stunden-Pflege zu einem wichtigen und gut angenommenen Modell entwickelt", stellte der Vizekanzler fest. Umso wichtiger sei es, die Qualität zu sichern und weiterzuentwickeln.

Nächster Schritt: Standesregeln werden neu formuliert

Nach Inkrafttreten der gewerberechtlichen Trennung sollen die Ausübungs- und Standesregeln für 24-Stunden-Betreuungs-Agenturen neu formuliert werden, um faire Spielregeln zu schaffen. Hierzu laufen Gespräche mit dem Sozialministerium und der Wirtschaftskammer, so Mitterlehner.
Der ÖVP-Seniorenbund zeigte sich erfreut über die Trennung von Vermittlern und Betreuern. Obmann-Stellvertreterin Ingrid Korosec zeigte sich überzeugt, auch beim nächsten Schritt, den Ausübungs-und Standesregeln, zu einem raschen Abschluss zu kommen.

Kleiner Fortschritt?

Die Grünen begrüßen den nun erfolgten "kleinen Fortschritt", pochen in einer Aussendung aber auf weitere Reformen. Bekräftigt wurde etwa die Forderung nach einem Qualitätssiegel für Agenturen.

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