Schneefall: Unfall mit Sommerreifen kann teuer kommen

Schneefall: Unfall mit Sommerreifen kann teuer kommen

Wer mit einem sommerbereiften Auto bei Schnee und Matsch einen Unfall verursacht, kann zur Kassa gebeten werden, auch wenn die Winterreifenpflicht erst ab 1. November gilt. Die Experten der D.A.S.-Versicherung beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Winterreifenpflicht und der Haftung von Versicherungen.

Alle Jahre wieder herrscht in den österreichischen Autowerkstätten Hochkonjunktur - und das mitten im Oktober. Der Grund, der den Werkstätten ein erkleckliches Zusatzeinkommen beschert, ist die, ab 1. November geltende Winterreifenpflicht. Was die wenigsten wissen ist das Faktum, dass man als Autofahrer auch dann haftbar gemacht werden kann, wenn man vor diesem Zeitpunkt mit Sommerreifen auf einer winterlichen Fahrbahn einen Unfall verursacht. Im folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Winterreifenpflicht:

Wann gilt die Winterreifenpflicht?

Die Vorschrift zur Winterreifenpflicht gilt von 1. November bis 15. April (seit 1.1.2008) mit dem ausdrücklichen Zusatz "bei winterlichen Verhältnissen". Das heißt bei Schnee, Matsch oder Eis. Ausgenommen sind parkende Fahrzeuge. Als Alternative zu Winterreifen können mit Einschränkungen auch Schneeketten verwendet werden.
Vorsicht: Wenn die Temperaturen sinken, kann auch Straßennässe zu Glatteis führen. In diesem Fall gilt die Winterreifenpflicht!

Was besagt die Winterreifenpflicht?

LenkerInnen von PKW, Kombikraftwagen oder LKW mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von nicht mehr als 3500 kg (3,5 t) dürfen im angeführten Fall (bei winterlichen Verhäktnissen) ihr Fahrzeug nur dann in Betrieb nehmen, wenn an allen Rädern Winterreifen montiert sind oder wenn Schneeketten an den Antriebsrädern angebracht sind. Schneeketten sind nur dann zulässig, wenn die Fahrbahn mit einer zusammenhängenden Schnee- oder Eisschicht bedeckt ist. Die Oberfläche der Fahrbahn darf durch die Ketten nicht beschädigt werden.

Welche Geldstrafen werden bei Verstößen verhängt?

Einfache Verstöße werden mit einer Organstrafverfügung in der Höhe von 35,- € geahndet. Wenn durch Fehlverhalten eines/einer FahrzeugbesitzerIn andere gefährdet werden, können Verwaltungsstrafen bis zu 5.000,- € verhängt werden. Die Exekutive hat auch die Möglichkeit, das betroffene Fahrzeug abstellen zu lassen.

Was zahlt meine Versicherung?

Bei Unfällen mit Sommerreifen kann sich ein Mitverschulden des/der AutofahrerIn ergeben. Kollidiert beispielsweise ein Auto mit Sommerreifen auf einer vereisten oder verschneiten Straße mit einem anderen Fahrzeug, kann sich aufgrund des langen Bremsweges ein Mitverschulden ergeben. In der KFZ-Haftpflichtversicherung kann der/die AutofahrerIn dadurch in den Malus rutschen. In der KFZ-Kaskoversicherung kann der/die AutolenkerIn leer ausgehen, wenn er/sie den Schaden grob fahrlässig verursacht hat. Es wird in der bestehenden Rechtsprechung als auffallende Sorglosigkeit gewertet, wenn ein Autofahrer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen unterwegs ist.

Kann ich vor dem 1. November Probleme bei einem Unfall mit Sommerreifen bekommen?

Ja. AutofahrerInnen können auch vor dem 1. November zur Kassa gebeten werden, wenn sie mit falscher Bereifung einen Unfall verursachen. Die Ursache für die meisten Unfälle bei schlechter Witterung ist "nicht angepasste Geschwindigkeit". Lenker müssen deshalb die Geschwindigkeit an Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse, sowie den Eigenschaften des Fahrzeuges anpassen. Bei Unfällen auf vereister oder schneebedeckter Fahrbahn spielt die Reifenfrage jedenfalls eine Rolle. Wenn ein Unfall durch den Verzicht von Winterreifen verursacht wurde, kann dies Probleme für den/die FahrerIn bedeuten. Der Verzicht auf Winterreifen kann für den Autofahrer sehr nachteilige Folgen haben – und zwar dann, wenn die Unfallursache in der Verwendung von Sommerreifen liegt.

Was geschieht, wenn ich trotz Winterreifenpflicht mit Sommerreifen fahre?

Vor der gesetzlichen Neuregelung konnte die eigene Haftpflichtversicherung keinen Regress beim/bei der LenkerIn eines vorschriftswidrig ausgerüsteten Fahrzeugs nehmen. Die Versicherung musste dem/der Geschädigten den Schaden ersetzen. Nun befinden sich in vielen KFZ-Haftpflichtversicherungsbedingungen Klauseln betreffend einer Leistungsfreiheit der Versicherung bis zu 11.000,-- €, wenn bestimmte gefahrenerhöhende Umstände eingetreten sind, derentwegen das Fahrzeug dem Kraftfahrtgesetz nicht entspricht. Es muss eine Gefährdung der Verkehrssicherheit durch die Verwendung des Fahrzeuges vorliegen. Regelmäßig wird eine Sommerbereifung bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen als grobe Fahrlässigkeit anzusehen sein. Zu diesem Thema gilt es weitere gerichtliche Entscheidungen abzuwarten. Die Kaskoversicherung kann bei mangelhafter Bereifung Zahlungen wegen grober Fahrlässigkeit ablehnen, wenn noch ein weiterer "Verstoß", wie etwa überhöhte Geschwindigkeit oder Telefonieren mit dem Handy hinzukommen.

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Was geschieht, wenn ich mein Auto z.B. auf einem Parkplatz abgestellt, keine Winterreifen montiert habe und ein anderes Fahrzeug fährt in mein Auto? Habe ich Teilschuld?

Die Vorschriften des §§ 102 und 103 KFG gelten bei Verwendung des Fahrzeuges, also bei dessen Inbetriebnahme.Solange das Fahrzeug abgestellt ist, benötigt der/die LenkerIn keine Winterreifen.

Gibt es vermehrt Anzeigen z.B. Fußgängerin zeigt Lenker an, weil ein Auto parkt und keine Winterreifen montiert hat?

Uns ist dazu nichts bekannt und solange das Fahrzeug parkt sind auch keine Winterreifen notwendig. Ein/e Dritte/r (z.B. FußgängerIn) kann sich nicht auf die Vorschriften des Kraftfahrgesetz berufen.

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Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:

Die D.A.S. Rechtsschutz AG ist seit 1956 in Österreich tätig und hat sich auf die Beratung von Privatpersonen und Unternehmen im Bereich Rechtsschutz spezialisiert. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hauseigene D.A.S. Juristen sowie ein breites Dienstleistungsangebot inklusive eines 24h-Rechtsberatungsservice an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neun regionalen D.A.S. Niederlassungen in Wien, St. Pölten, Wiener Neustadt, Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn stehen ihren Kunden mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre Marktposition stark ausgebaut. 2012 erwirtschaftete sie ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 62,3 Mio. Euro.

Die D.A.S. Österreich gehört zur D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Gegründet 1928, agiert die D.A.S. heute in 16 europäischen Ländern sowie in Südkorea und Kanada. Die Marke D.A.S. steht für die erfolgreiche Einführung der Rechtsschutzversicherung in verschiedenen Märkten. Die D.A.S. ist der Spezialist für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe, eine der großen Versicherungsgruppen in Deutschland und Europa.

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