Rechte gegenüber Inkassobüros gestärkt

Rechte gegenüber Inkassobüros gestärkt

Bisher haben Inkassobüros ihre Kosten und Gebühren, die sie von Schuldnern verlangen, gerne verschleiert. Auch ein Rücktrittsrecht für Ratenzahlungsangebote gab es bisher nicht. Das hat sich mit einem neuen Urteil, dass aufgrund einer Klage des Vereins für Konsumentschutz zustande kam, nun geändert.

Können Verbraucher offene Rechnungen nicht zur Fälligkeit begleichen, machen sie häufig Bekanntschaft mit Inkassobüros. Diese legen den Betroffenen dann oft Vertragsformblätter vor, mit denen eine Ratenzahlung vereinbart werden soll.

Firmen lassen Geld immer schneller von Inkassobüros eintreiben

Die Unternehmen wenden sich immer schneller an Inkassobüros mit dem Auftrag, das Geld einzutreiben. In Österreich gibt es pro Jahr bereits rund 1,1 Millionen Inkassofälle. Die Mahnungen würden den Inkassobüros 90 bis 120 Tage nach Rechnungslegung übergeben. Die Forderungen belaufen sich zu 90 Prozent zwischen 50 und 300 Euro.

Gebühren und Kosten der Inkassobüros völlig unklar

Das Problem aus Sicht des Vereins für Konsumenteninformation (VKI): Nicht immer ist die Gesamthöhe der Forderung aus dem Formblatt klar ersichtlich. Damit ist die Vertragsposition der Verbraucher unklar. Denn den Ratenzahlungen werden zur eigentlichen Forderung weitere Kosten des Inkassobüros, wie monatliche Evidenzgebühren, weitere Mahnkosten oder Erhebungskosten, zugeschlagen. Hinzu kommt, dass die Klauseln der Formblätter vielfach unverständlich und intransparent sind.

Recht auf Information über Jahreszinssatz

Das Handelsgericht Wien (HG Wien) gab einer Klage des VKI gegen die beiden Inkassobüros Inko Inkasso GmbH und infoscore austria GmbH statt und hielt darüber hinaus fest, dass Ratenzahlungsangebote von Inkassobüros unter das Verbraucherkreditgesetz fallen. Damit haben Konsumenten auch ein Rücktrittsrecht sowie ein Recht auf Angabe des Effektivzinssatzes, falls dieser nicht angegeben ist. Falls der effektive Jahreszinssatz nicht angegeben ist, kann der Schuldner verlangen, dass er nur die gesetzlichen Zinsen von vier Prozent zahlt und kann seine Raten auf dieser Basis neu berechnen lassen.

Rücktritt binnen 14 Tagen nun möglich

Verbraucher können, gemäß diesem Urteil, binnen 14 Tagen ab Unterschrift von der Vertragserklärung zurücktreten. Wurde der Schuldner über dieses Recht nicht korrekt belehrt, beginnt diese Frist erst mit der Belehrung zu laufen. Dieses Recht ist vor allem für jene von Interesse, die mit einer umstrittenen Grundforderung konfrontiert sind oder mit Inkassokosten in unberechtigter Höhe. Dadurch kann man die Forderung bestreiten und wenn der Gläubiger klagt, gerichtlich bestreiten. Außerdem wurde in dem Urteil festgelegt, dass die Inkassokosten genau aufgeschlüsselt werden müssen.

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