Recht und Schule: Sechs Fragen rund ums Handy

Recht und Schule: Sechs Fragen rund ums Handy

Wer den Unterricht durch Telefonieren stört, muss damit rechnen, dass ihm das Handy abgenommen wird.

Im September beginnt wieder ein neues Schuljahr. Für Eltern und Schüler wirft das auch rechtliche Fragen auf. Im ersten Teil der FORMAT-Serie „Schule und Recht“ gibt D.A.S. Vorstand und Jurist Ingo Kaufmann Antwort darauf, wie der Umgang mit dem Handy in Schulen aus rechtlicher Sicht geregelt ist.

Format.at: Sind Handys in Schulen erlaubt?

Kaufmann: Es wurde zwar schon vielfach von Lehrern gefordert, aber derzeit ist ein generelles Handyverbot in Schulen unzulässig. Die Schüler dürfen das Handy mitbringen, schon allein um vor und nach der Schule für die Eltern erreichbar zu sein. Je nach Schulordnung muss es während des Unterrichts ausgeschaltet oder zumindest auf lautlos gestellt sein. Auch die Nutzung des Handys in den Pausen kann die Schule selbst regeln.

Dürfen Schüler im Unterricht telefonieren, SMSn oder WhatsApp schreiben?

Kaufmann: Nein. Schüler sind verpflichtet, sich in die Gemeinschaft der Klasse einzuordnen und den Lehrer im Unterricht Aufmerksamkeit zu schenken und mitzuwirken. Das schließt Telefonieren oder SMS-Schreiben aus. Ebenso stören Handy-Klingeltöne und Tastatur-Töne den Unterricht. Generell kann auch in diesem Punkt jede Schule ihre eigene Vorschrift dazu in der Hausordnung herausgeben. So kann die Schulleitung etwa erlauben, Hausaufgaben am Handy zu notieren.

Dürfen Lehrer SMS von Schülern lesen?

Kaufmann: Grundsätzlich nicht. Lehrende dürfen auch keine routinemäßigen Handy-Kontrollen durchführen. Dies wäre eine Verletzung der Privatsphäre. Aber es gibt eine Ausnahme: Wenn ein konkreter Verdacht besteht, dass sich jugendgefährdende Inhalte auf dem Handy befinden. Lehrer sind dann sogar verpflichtet, das der Schulleitung zu melden.

Dürfen Lehrer Schülern ihr Handy wegnehmen?

Kaufmann: Gegenstände, die die Sicherheit gefährden oder den Schulbetrieb stören, dürfen vom Schüler gar nicht erst in die Schule und den Unterricht mitgebracht werden. Wenn Handys den Unterricht stören, müssen sie auf Aufforderung des Lehrers diesem übergeben werden.

Wann müssen Gegenstände wieder zurückgegeben werden?

Kaufmann: Abgenommene Gegenstände wie Handys müssen dem Schüler nach Beendigung des Unterrichtes bzw. der Schulveranstaltung oder der schulbezogenen Veranstaltung zurückgegeben werden. Doch von dieser Regelung sind nicht alle Gegenstände betroffen. Wenn es sich um sicherheitsgefährdende Gegenstände handelt oder der Verdacht einer Straftat besteht, kann der Lehrer diese zunächst einbehalten und nur Erziehungsberechtigten ausfolgern, wenn deren Besitz keinen sonstigen Rechtsvorschriften widerspricht

Mit welchen Folgen müssen Schüler rechnen, wenn sie beim Schummeln mit einem Handy erwischt wurden?

Kaufmann: Zunächst wird das Handy abgenommen und der Test/die Schularbeit wird nicht bewertet. Der betroffene Schüler muss die Schularbeit nochmals schreiben. Fraglich ist, ob nicht schon die Mitnahme eines Handys zu einer Prüfung einen Täuschungsversuch darstellt.

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