ÖVAG: Die Klagslawine rollt langsam an

ÖVAG: Die Klagslawine rollt langsam an

Prominente Anlegeranwälte werfen der Volksbanken AG die Irreführung von Privatanlegern vor.

Die Anlegeranwälte scharren in den Startlöchern. Als die Republik zur Rettung der Volksbanken AG (ÖVAG) im Frühjahr exakt 700 Millionen von einer Milliarde Euro Staatshilfe in den Wind schrieb, bluteten im Hintergrund auch eine Reihe von Privatanlegern. Tausende Investoren hatten im guten Glauben an das ÖVAG-Management Partizipationsscheine der Bank gekauft, die nach dem Kapitalschnitt ruckartig 70 Prozent an Wert verloren haben. "Den ÖVAG-Verantwortlichen war das Risiko der wirtschaftlichen Existenzbedrohung seit 2007 bekannt“, sagt Rechtsanwalt Jörg Zarbl (Bild). Doch es wurde so getan, als ob alles bestens wäre. Zarbl: "Die Anleger wurden getäuscht. Darum knöpfen wir uns jetzt die ÖVAG vor.“

Zarbl ist nicht der Einzige, der zum Angriff auf die Volksbanken bläst. Auch der renommierte Anlegeranwalt Ingo Kapsch hat eine Schadenersatzklage gegen die ÖVAG fix-fertig in der Schublade liegen. Eine Zahlungsaufforderung an den Neo-ÖVAG-Chef Stephan Koren erging erst diese Woche. Kapschs Mandant, ein deutscher Unternehmer, der von 2010 bis 2011 Partizipationsscheine zum Nominale von einer Million Euro gekauft hat, will finanzielle Satisfaktion.

Die Zukäufe basierten stets auf Positivmeldungen der Bank. "Ähnlich wie bei der AUA hat das ÖVAG-Management immer von Turnaround gesprochen“, sagt Kapsch. Doch diesen Turnaround gab es nie.

Aus einem Privatgutachten des gerichtlich beeideten und zertifizierten Sachverständigen Bernhard Schäbinger geht hervor, dass die damals von der Bank rausgegebenen Informationen irreführend und falsch waren. Erst im September 2011 musste die Bank auf Druck zugeben, keine Dividenden mehr zahlen zu können, was sich bis heute nicht geändert hat. Mit dem 70-Prozent-Kapitalschnitt für alle Aktionäre und Hybridkapitalinhaber wurde das Desaster offiziell. Den so erlittenen Schaden wollen Kapsch und Zarbl für ihre Mandanten einklagen. Kapsch geht noch einen Schritt weiter: "Der Kurs wurde klar manipuliert. Ich denke, das könnte auch die FMA interessieren.“

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