Liechtenstein übermittelt ab 2017 Kontodaten an EU-Staaten

Liechtenstein übermittelt ab 2017 Kontodaten an EU-Staaten

Ab 2017 könnte es Steuerflüchtigen auch in Liechtenstein an den Kragen gehen.

Die Steueroase Liechtenstein lenkt ein und hat mit der Europäischen Union ein Steuertransparenzabkommen über einen verstärkten Informationsaustausch geschlossen. Steuerhinterziehern könnte es somit bald an den Kragen gehen.

Im Kampf gegen Steuerflucht hat die EU nun auch mit Liechtenstein ein Abkommen über den Austausch von Kontodaten geschlossen. „Die EU und Liechtenstein senden heute ein klares Signal: Wir arbeiten Hand in Hand, um die Steuertransparenz auf internationaler Ebene zu verbessern. Wir ziehen an einem Strang, um für mehr Offenheit und Zusammenarbeit zwischen den Steuerbehörden zu sorgen und der Steuerhinterziehung ein Ende zu setzen", sagt Pierre Moscovici, EU-Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll.

Das Steuertransparenzabkommen soll es Steuerbehörden erleichtern, Steuerhinterzieher aufzuspüren. Gleichzeitig soll es aber auch davor abschrecken, Einkünfte und Vermögen im Ausland zu verbergen. Die Übermittelung von Daten werde bereits 2017 starten.

Verstärkter Austausch von Finanzdaten

Im Rahmen des Informationsaustausches erhalten EU-Staaten künftig automatisch detaillierte Angaben zu Bürgern, die in Liechtenstein ein Konto besitzen. Unter anderem werden Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Steuer-Identifikationsnummern und Kontensalden übermittelt. Diese Regelung steht im Einklang mit dem neuen weltweiten Standard der OECD/G20 für den automatischen Informationsaustausch.

Bereits im Mai hatte die EU ein ähnliches Abkommen mit der Schweiz unterzeichnet. Verhandlungen mit Andorra, San Marino und Monaco stehen nach Kommissionsangaben vor dem Abschluss.

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