Kreditfinanzierte Lebensversicherung: Berater haftet bei mangelnder Warnung

Vermögensberater haben jahrelang Lebensversicherungen beworben, die durch Kredit finanziert wurden. Eine Idee, die nicht nur hochriskant ist, sondern vielfach nicht aufging. Nun liegt ein Urteil dazu vor, wonach Vermögensberater bei nicht ausreichender Warnung vor solchen Praktiken, haften.

Kreditfinanzierte Lebensversicherung: Berater haftet bei mangelnder Warnung

Lebensversicherungen mit Privatkrediten zu finanzieren, war in den neunziger Jahren ein beliebtesten Produkte von Banken und Versicherungen. Klingt riskant, ist es auch. Doch auf das hohe Risiko haben nur wenige Versicherungsmakler hingewiesen. Doch nun liegt ein klares Urteil vor: "Wird nicht über das Verlustrisiko aufgeklärt, liegt ein Beratungsfehler vor", so Konsumentschützer Peter Kolba.

Wie es zu dem aktuellen Urteil kam:

Johannes Steiner, Vermögensberater und Versicherungsmakler, bewarb laut dem Verein für Konsumenteninformation auf Informationsveranstaltungen mit den Worten "Sparen ohne eigenes Geld". Dabei ging es um ein Anlageprodukt, bei dem die Prämien eines langfristigen Versicherungsvertrages durch kurzfristige Privatkredite finanziert werden sollten. Selbst Kunden ohne Eigenkapital sollten demnach langfristig von er von ertragreichen Versicherungspolizzen profitieren.

Windiges Versprechen: 3.000 Euro Gewinn ohne einen Cent zu investieren

Um sparen ohne Eigenmittel möglich zu machen, wurde einer Konsumentin mit geringem Einkommen zu einer komplizierten Konstruktion geraten. Sie sollte eine staatlich geförderte Zukunftsvorsorge mit einer Laufzeit von mindestens 15 Jahren abschließen. Prämien und Zinsen sollten über Privatkredit finanziert werden. Die Rechnung des Vermögensberaters: Pro Polizze sollte ein Gewinn von rund 3.000 Euro herausschauen. Sie selbst müsste dafür nie auch nur einen Cent bezahlen. Die Konsumenten willigte in dieses Vorhaben ein. Dass ein derartiger Überschuss angesichts des Veranlangungsrisikos und der gänzlichen Fremdfinanzierung nicht mit Sicherheit prognostiziert werden kann und ein hohes Verlustrisiko besteht, darauf hat der Berater nicht hingewiesen.

Nach kurzer Zeit 1.400 Euro im Minus

Bald musste die Anlegerin jedoch feststellen, dass sie sehr wohl Prämienzahlungen vorgeschrieben bekam. Kolba: "Nach und nach erfasste die Konsumentin das wahre Risiko der Konstruktion". Sie veranlasste eine Prämienfreistellung der Lebensversicherung und stoppte weitere Kredite. Die Differenz zwischen dem Wert der Versicherung und dem Kredit betrug zu diesem Zeitpunkt bereits 1.400 Euro.

Daraufhin klagte VKI. Schon die Unterinstanzen gingen davon aus, dass die Beratung äußerst mangelhaft war und der Makler seine Pflichten verletzt hat. Der OGH bestätigte die Entscheidung.

Wer das Geschenk, bei Nichgefallen, frühestens am 10. Jänner zurückgeben kann, sollte das vorher mit dem Verkäufer ausmachen.

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