Konsumentenschützer warnen vor neuen Bankomatkarten ohne PIN

Konsumentenschützer warnen vor neuen Bankomatkarten ohne PIN

Ab jetzt heißt es doppelt aufpassen, wo man seine Bankomatkarte verwahrt. Denn im April haben Erste Bank und Sparkassen mit der Ausgabe von Bankomatkarten gestartet, bei denen man für Zahlungen bis zu 25 Euro im Geschäft keinen PIN-Code mehr eingeben muss.

Damit geht es zwar an der Kasse schneller, "aber die Banken weisen nicht auf das höhere Risiko hin", kritisiert Peter Kolba vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). Und die gibt es zweifelsohne. Denn jeder, der die Karte findet oder stiehlt, kann sofort im nächsten Geschäft problemlos fremdes Geld ausgeben.

Erschwerend kommen die unterschiedlichen Haftungsregelungen der Banken hinzu.

Bei Raiffeisen muss man nach drei Transaktionen wieder PIN eingegeben werden

Raiffeisenbank hat die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) an die neuen Gegegebenheiten angepasst. Kunden müssen nach spätestens drei Transaktionen wieder den PIN-Code eingegeben. Bei Verlust oder Diebstahl kann damit ein Schaden von bis zu 75 Euro entstehen, den die Bank vollständig übernimmt, heißt es.

Bank Austria passt Haftungsbedingungen nicht an

Den höheren Risiken für die Kunden trägt die Bank Austria dagegen praktisch keine Rechnung. Bei Verlust oder Diebstahl ist man der Entscheidung der Bank ausgeliefert. Diese behält sich im Einzelfall vor die Haftung zu prüfen.

Erste und Sparkassen haften bei allen Mißbrauchsfällen

Bei der Erste Bank und den Sparkassen ist ein Schaden bei leichter Fahrlässigkeit durch den sogenannten Karten-Airbag abgedeckt. Damit übernimmt die Bank die Haftung für alle missbräuchlichen Zahlungen mit NFC-Funktion. Spätestens nach der fünften kontaktlosen Zahlung muss man den Code eingegeben und die Bankomatkarte eingestecken.

Bawag P.S.K. tüftelt noch an Bedingungen

Bei der Bawag P.S.K. werden die Bedingungen beim kontaktlosen Bezahlen für die Kunden noch ausgearbeitet.

Kunde könnte bis zu 150 Euro haften

Dazu kommt generell die Möglichkeit, die Haftung weiter an den Kunden abzuwälzen. Trifft die Bank eine Vereinbarung mit dem Kunden in den AGBs und kämen dadurch die erleichteren Haftungsregelungen zur Anwendung, so wäre es möglich, dass der Kunde bei Diebstahl für den entstanden Schaden haftet. Bisher haftet der Konsument bei Verlust oder Diebstahl der Bankomatkarte bei leichter Fahrlässigkeit mit einem Höchstbetrag von 150 Euro, nur bei grober Fahrlässigkeit haftet er voll.

Konsumentenschützer kritisiert Zwangsbeglückung

Konsumentenschützer Kolba kritisiert auch, dass Banken ihre Kunden mit der Bankomatkarte für kontaktloses Bezahlen "zwangsbeglücken". Mit Ausnahme der BAWAG P.S.K. lassen die Banken ihren Kunden keine Wahl. Bei Raiffeisen können Kunden die NFC-Funktion zumindest deaktivieren lassen, für Kunden der Erste Bank und Sparkassen gibt es Schutzhüllen, die das kontaktlose Bezahlen abschirmen.

Vor dem Austausch der Karten müssen die Banken ihre AGB ändern. Die Kunden haben nach dieser Änderung zwei Monate Zeit, ihnen zu widersprechen. In diesem Fall ist der Vertrag mit der Bank kostenlos aufzulösen, informiert der VKI.#

Bei ersten Spar- und Billa-Filialen kann ohne Code gezahlt werden

Auch immer mehr Geschäfte werden mit NFC-fähigen Terminals ausgestattet. So kann seit dem 7. Mai in allen Spar- und Interspar- Filialen in Wien kontaktlos bezahlt werden. Bis zum 30. Juni sollen österreichweit alle Filialen über einen NFC-Terminals verfügen. Beim Lebensmittelkette Billa wird die kontakte Zahlung ebenfalls in immer mehr Filialen angeboten.

Diese Firmen/Geschäfte nehmen Bankomatkarten ohne PIN:

ARBÖ
Autorgrill
Aviva
Bettenmax
Billa
DiTech
Felber
Forstinger
FreshSoup&Salad
Eni
Hartlauer
Holland Blumen
IVB (Innsbrucker Verkehrsbetriebe)
Kastner & Öhler
Kik
Nordsee
Salamander und
Thalia

Wer das Geschenk, bei Nichgefallen, frühestens am 10. Jänner zurückgeben kann, sollte das vorher mit dem Verkäufer ausmachen.

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