Hollandfonds: Anlegern wird mit Totalverlust und Klage gedroht

Treuhandgesellschaften von Holland-Fonds verlangen Rückzahlung von Ausschüttungen. Laut VKI gibt es keine Verpflichtung dazu. Bei Klage droht ohnehin maximal die Rückzahlung eben dieser Ausschüttungen. Konsumentenschützer sagen Betroffenen Unterstützung zu.

Hollandfonds: Anlegern wird mit Totalverlust und Klage gedroht

Inhaber der Fonds Holland 43, 44 und 53 des Hamburger Emissionshauses MPC bekamen kürzlich unliebsame Post von der TVP-Treuhandgesellschaft sowie der Sparkasse Köln Bonn: Sie werden darin aufgefordert die bisher ausgeschüttete Rendite zurückzuzahlen. Für die fristgerechte Zahlung wird ein "Verzicht" auf einen Teil der erhaltenen Ausschüttung (30 Prozent) in Aussicht gestellt, ansonsten wird - im Insolvenzfall - eine Haftung auf den gesamten Betrag angedroht. Kommen sie der Aufforderung nicht nach, könnten sie darüber hinaus geklagt werden, so Treuhandgesellschaften weiter. Zu Unrecht, meint der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Die Konsumentenschützer sagen Betroffenen Unterstützung zu; eine Verbandsklage ist schon eingebracht.

Hintergrund: Bei geschlossenen Immobilienfonds beteiligen sich Anleger an einer Gesellschaft, sie werden Kommanditisten einer KG. Als solche werden sie, wenn die Fonds unter Wasser sind, in die Pflicht genommen. Derlei Produkte dürfen seit Juli nicht mehr an österreichische Kleinanleger vertrieben werden.

Den Hollandfonds-Anlegern hilft das Verbot freilich nicht. Sie können nun entweder zurückzahlen oder abwarten.

Rückzahlung ist ein Risiko

Die Rückzahlung birgt einiges an Risiken, warnt der VKI: Gelingt die Sanierung des Fonds nichts, sind die bereits erhaltenen Ausschüttungen unwiederbringlich verloren. Nicht einmal auf das "Verzichtsangebot" ist offenbar Verlass. Auch die Differenz zwischen der jetzt verlangten Rückzahlung im Ausmaß von 70 Prozent und den insgesamt erfolgten Ausschüttungen könnte nämlich nach wie vor von anderen Gläubigern oder dem Insolvenzverwalter begehrt werden, so die VKI-Juristen. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass derartige Fondssanierungen oft gescheitert sind.

Schlimmstenfalls muss erhaltene Ausschüttung bei Klage zurückgezahlt werden

Wer nicht zahlt, dem droht hingegen - im Konkursfall - eine Klage der deutschen Gläubigerbanken oder des Insolvenzverwalters. Im schlimmsten Fall sind die Anleger maximal zur Rückzahlung bereits erhaltener Ausschüttungen verpflichtet. Ob eine solche Verpflichtung überhaupt besteht, ist momentan aber ungeklärt. Aus VKI-Sicht ist das nicht der Fall, "weil die gesellschaftsrechtlich zwingende Außenhaftung den Anleger aufgrund der Treuhandkonstruktion nur mittelbar betrifft", erklären die Verbraucherschützer.

Klauseln im Treuhandvertrag werden nun angefochten

Bisher haben sich schon rund 180 Hollandfonds-Anleger an den VKI gewandt, insgesamt dürfte es in Österreich aber mehrere tausend Betroffene gegeben. Die Konsumentenschützer haben bereits eine Verbandsklage gegen die Treuhandgesellschaft TVP beim Wiener Handelsgericht (HG) eingebracht. Diese richtet sich gegen einzelne Klauseln im Treuhandvertrag. Anlegern, die nicht zahlen und infolgedessen geklagt werden, sagt der VKI ebenfalls Unterstützung in Form von Musterprozessen zu. Daneben geht der Verein noch gegen Banken vor, die die Fonds hierzulande vertrieben haben. Der Vorwurf lautet hier - wieder einmal - auf Fehlberatung. Die Institute weisen das zurück.

Gelockt wurden Anleger mit hohen Renditen für Gewerbeimmobilien in Holland. Anleger investierten mindestens 10.000 Euro in einen geschlossenen Immobilienfonds, die beispielsweise in Bürohäuser in den Städten Apeldoom, Leusden und Rijswik investiert wurden.

Wer das Geschenk, bei Nichgefallen, frühestens am 10. Jänner zurückgeben kann, sollte das vorher mit dem Verkäufer ausmachen.

Geschenke: Umtausch oder Geld zurück - darauf sollten Sie achten

Die besten Tipps für Umtausch von Weihnachtegeschenken: Was …

Fasching: Welche Verkleidung mit dem Gesetz kollidieren könnte

Faschingsdienstag naht und damit auch die Hochsaison für …

Sozialbetrug: Die neuen, verschärften Bestimmungen

Das seit Jahresbeginn geltende Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz soll vor …